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Aktuell Fussball

Eine Traum-Mannschaft des SSV Reutlingen

Einige Profi-Fußballer haben eine Vergangenheit beim SSV Reutlingen. Mit ihnen wäre der Club längst nicht mehr nur in der fünftklassigen Oberliga. Eine SSV-Mannschaft zum Träumen.

Zwei ehemalige Fußballer des SSV Reutlingen: Thilo Kehrer (links) von Paris ST. Germain und Sven Schipplock von Arminia Bielefeld. MONTAGE: GOLLER Foto: HOERMANN/WITTERS und GRROTHIUS/WITTERS
Zwei ehemalige Fußballer des SSV Reutlingen: Thilo Kehrer (links) von Paris ST. Germain und Sven Schipplock von Arminia Bielefeld. MONTAGE: GOLLER
Foto: HOERMANN/WITTERS und GRROTHIUS/WITTERS

REUTLINGEN. Der SSV Reutlingen hat in seiner bewegten Geschichte schon einige bekannte Fußballer hervorgebracht. Um die Jahrtausendwende haben Spieler wie Olivier Djappa, Ralf Becker sowie Denis Lapaczinski und davor Akteure wie Horst Gernhardt, Werner Fritschi, Hermann Rudolf und Jürgen Schaich für Begeisterung gesorgt. Auch wenn der SSV seit mittlerweile zehn Jahren nur noch in der Oberliga unterwegs ist, haben einige aktuelle Top-Spieler ihr fußballerisches Rüstzeug in der Achalmstadt erhalten. Sie haben den Club aber längst verlassen, um höherklassig ihr Glück zu finden. Wenn diese Traumelf aus ehemaligen Reutlingern noch an der Kreuzeiche spielen würden, wäre der SSV sicherlich längst nicht mehr nur fünftklassig.

Tor: Matthias Hamrol (SV Wehen Wiesbaden)

Stand in der Saison 2015/16 im Tor des SSV Reutlingen: Matthias Hamrol.Marktwert: 225.000 Euro; Verein: SV Wehen Wiesbaden; Alter: 26 Foto: Eibner
Stand in der Saison 2015/16 im Tor des SSV Reutlingen: Matthias Hamrol.Marktwert: 225.000 Euro; Verein: SV Wehen Wiesbaden; Alter: 26
Foto: Eibner

Matthias Hamrol war einst in den Jugendabteilungen von RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg ein hoffnungsvolles Torwart-Talent. Aber der Durchbruch in den Profi-Fußball gelang ihm in Deutschland nie. Hamrol wechselte 2015 zum SSV Reutlingen in die Oberliga. Dort wurde der ehemalige Bayern-Torwart Bernd Dreher auf den 1,95-Meter-Hünen aufmerksam - beide standen bei der gleichen Agentur unter Vertrag. Dreher erkannte das Potenzial von Hamrol und pendelte ein halbes Jahr lang auf eigene Kosten einmal wöchentlich von München nach Reutlingen, um ihn individuell zu trainieren. Das Training schien sich gelohnt zu haben: Nach 28 Spielen für den SSV erfüllte sich Hamrol nach einer Station beim 1. FC Köln II 2017 den Profi-Traum bei Korona Kielce in Polens 1. Liga, wo er eineinhalb Saisons lang Stammtorwart war. Nach einer glücklosen Spielzeit 2019/20 beim FC Emmen (1. niederländische Liga) kehrte der 26 Jahre alte Hamrol vor dieser Saison nach Deutschland zurück. Beim SV Wehen Wiesbaden in der 3. Liga ist er aktuell aber nur die Nummer zwei.

Abwehr: Thilo Kehrer (Paris St. Germain)

Von 2005 bis 2009 beim SSV Reutlingen: Thilo Kehrer (links). Marktwert: 28 Millionen Euro; Verein: Paris Saint-Germain, Alter: 24 Foto: Matthew Childs/Pool Reuters/AP/dpa
Von 2005 bis 2009 beim SSV Reutlingen: Thilo Kehrer (links). Marktwert: 28 Millionen Euro; Verein: Paris Saint-Germain, Alter: 24
Foto: Matthew Childs/Pool Reuters/AP/dpa

Thilo Kehrer ist ein Segen für den SSV Reutlingen. Weniger aus sportlicher Sicht: Nach vier Jahren beim Kreuzeiche-Club wechselte der Pfäffinger schon 2009 als Zwölfjähriger zum VfB Stuttgart. Dafür durften sich die Reutlinger neun Jahre später über einen Geldsegen freuen, als Kehrer vom FC Schalke 04, wo er sich zum Leistungsträger in der Bundesliga mauserte, zu Paris St. Germain wechselte. 92.500 Euro von den 37 Millionen Ablöse, die der französischen Club überwies, landeten als »Solidaritätsbeitrag« für die fußballerische Ausbildung beim SSV. Bei der Millionentruppe von PSG hat sich der Abwehrspieler nach anfänglichen Problemen Respekt verschafft  - genauso wie in der deutschen Nationalmannschaft, wo er zu den Hoffnungsträgern für die Euro 2021 zählt. Als erster Ex-SSV-Spieler stand Kehrer in der vergangenen Saison im Champions-League-Finale, das Paris gegen den FC Bayern 0:1 verlor. Nach hartnäckigen Adduktorenbeschwerden wird der 24-Jährige bei PSG derzeit über Kurzeinsätze an die erste Elf herangeführt.

Abwehr: Marvin Plattenhardt (Hertha BSC)

Von 2006 bis 2008 beim SSV Reutlingen: Marvin Plattenhardt (rechts).Marktwert: 5 Millionen Euro; Verein: Hertha BSC; Alter: 28 Foto: Tom Weller/dpa
Von 2006 bis 2008 beim SSV Reutlingen: Marvin Plattenhardt (rechts).Marktwert: 5 Millionen Euro; Verein: Hertha BSC; Alter: 28
Foto: Tom Weller/dpa

Seine Freistöße und scharfen Flanken haben »diese Extra-Qualität«, sagt Hertha-BSC-Manager Michael Preetz über seinen Spieler Marvin Plattenhardt. Mit diesen Fähigkeiten ist Plattenhardt bereits in seiner Jugendzeit beim SSV Reutlingen (2006 bis 2008) aufgefallen - und war deshalb auch nicht zu halten. Beim 1. FC Nürnberg wurde der in Filderstadt geborene Linksverteidiger zum Junioren-Nationalspieler und gewann die U17-Europameisterschaft. 2010 nutzte er die großen Verletzungssorgen beim Club, um sich in der Bundesliga-Mannschaft zu etablieren. Mit dem Abstieg der Nürnberger wechselte Plattenhardt zur Saison 2014/15 zur Hertha nach Berlin, wo er sich von Jahr zu Jahr steigerte und so 2017 zum Nationalspieler wurde. Mit der DFB-Elf gewann er im selben Jahr den Confederations-Cup und kam auch bei zwei WM-Spielen 2018 zum Einsatz. Seitdem wurde Plattenhardt, dessen Bruder Luca in der Saison 2018/19 für den SSV am Ball war, aber nicht mehr nominiert. Auch bei Hertha ist der 28-Jährige seit dieser Spielzeit nicht mehr gesetzt.

Abwehr: Timo Baumgartl (PSV Eindhoven)

Von 2010 bis 2011 beim SSV Reutlingen: Timo Baumgartl.Marktwert: 4 Millionen Euro; Verein: PSV Eindhoven; Alter: 24 Foto: Van Steen/Witters
Von 2010 bis 2011 beim SSV Reutlingen: Timo Baumgartl.Marktwert: 4 Millionen Euro; Verein: PSV Eindhoven; Alter: 24
Foto: Van Steen/Witters

Timo Baumgartl lief zuletzt im Juli 2018 im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion auf – allerdings nicht im SSV-Trikot, sondern im Rahmen eines Testspiels im Dress des Bundesligisten VfB Stuttgart. In dessen Nachwuchsleistungszentrum wechselte der Böblinger nach nur einer Saison (2010/2011) in der Reutlinger C-Jugend. Damals war Baumgartl noch Stürmer. Erst beim VfB wurde er zum Innenverteidiger umgeschult. Im November 2014 gab der deutsche Junioren-Nationalspieler sein Bundesliga-Debüt für die Stuttgarter, Anfang 2015 machte ihn Trainer Huub Stevens bereits zum Stammspieler. Nach zwei Abstiegen mit dem VfB wechselte Baumgartl 2019 zu PSV Eindhoven in die 1. niederländische Liga - sehr zur Freude des SSV. Sein Ex-Club kassierte mindestens 20.000 Euro als Ausbildungsentschädigung. Bei der PSV gehört der 24-Jährige seitdem aber nicht zum Stammpersonal. Ende Oktober infizierte sich Baumgartl dann auch noch mit dem Coronavirus.

Abwehr: Dominic Maroh

Von 2000 bis 2008 beim SSV Reutlingen: Dominic Maroh.Marktwert: 175.000; Verein: KFC Uerdingen; Alter: 33 Foto: Wedel/Eibner
Von 2000 bis 2008 beim SSV Reutlingen: Dominic Maroh.Marktwert: 175.000; Verein: KFC Uerdingen; Alter: 33
Foto: Wedel/Eibner

Dominic Maroh galt beim SSV Reutlingen als großes Abwehrtalent, seit er als 13-Jähriger sämtliche Jugendmannschaften durchlief. Im Regionalliga-Team konnte der Nürtinger sich ab 2006 jedoch nicht durchsetzen, kam in zwei Spielzeiten nur auf 13 Einsätze. Nach seinem Wechsel zum 1. FC Nürnberg war Maroh 2008/09 bei den Franken aber gleich maßgeblich am Bundesliga-Aufstieg beteiligt. In der 1. Liga musste sich Maroh seinen Stammplatz in der Innenverteidigung immer wieder aufs Neue erkämpfen. Genauso von 2012 bis 2018 beim 1. FC Köln, wo der slowenische Nationalspieler zu den Publikumslieblingen zählte. Weil beim FC sein Vertrag nicht verlängert wurde, zog es Maroh zum KFC Uerdingen in die 3. Liga. Vor dieser Saison wurde der 33-Jährige von Trainer Stefan Krämer aussortiert - wie schon in der Vorsaison. Da hat sich Maroh seinen Stammplatz aber eindrucksvoll zurückerobert.

Abwehr: Marcel Heister (Ferencvaros Budapest)

Bis 2010 beim SSV Reutlingen: Marcel Heister (rechts).Marktwert: 750.000; Verein: Ferencváros Budapest; Alter: 28 Foto: Adelantado/Witters
Bis 2010 beim SSV Reutlingen: Marcel Heister (rechts).Marktwert: 750.000; Verein: Ferencváros Budapest; Alter: 28
Foto: Adelantado/Witters

Die wenigsten haben auf dem Schirm, dass neben Thilo Kehrer von Paris St. Germain noch ein weiterer ehemaliger Jugendspieler in der Champions League unterwegs ist: Marcel Heister vom ungarischen Meister ungarischen Rekordmeister Ferencvaros Budapest. Der in Albstadt-Ebingen geborene Heister hat beim SSV bis 2010 alle Jugendmannschaften durchlaufen, eher er bei den A-Junioren von Bundesligist 1899 Hoffenheim abgeworben wurde. Im Kraichgau sollte der Angreifer eigentlich an die Bundesliga herangeführt werden, wurde dann aber aussortiert. Weil seine Großeltern aus dem kroatischen Cerna stammen, landete er bei Erstligist NK Zadar. Dort wurde Heister zum Außenverteidiger umgeschult. Zum Stammspieler wurde er aber erst 2014 nach seinem Wechsel zum Ligakonkurrenten NK Istra. Nach vier Jahren Abstiegskampf in Kroatien ging es für ihn bei  Beitar Jerusalem ab 2016 aufwärts: Plötzlich spielte Heister um die Meisterschaft und lief in der Europa League auf. Obwohl er zu den Publikumslieblingen gehörte, zog er 2018 nach einem Zerwürfnis mit dem Clubbesitzer nach Ungarn zu Ferencvaros weiter. Das zahlte sich für den Linksverteidiger aus: Heister feierte seitdem zwei Meisterschaften und spielte nun in der Königsklasse gegen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Mittelfeld: Maximilian Rohr (Hamburger SV)

Von 2016 bis 2018 beim SSV Reutlingen: Maximilian Rohr (vorne).Marktwert: 150.000 Euro; Verein: Hamburger SV II; Alter: 25 Foto: Bermel/Eibner
Von 2016 bis 2018 beim SSV Reutlingen: Maximilian Rohr (vorne).Marktwert: 150.000 Euro; Verein: Hamburger SV II; Alter: 25
Foto: Bermel/Eibner

 Der SSV Reutlingen hatte Maximilian Rohr eigentlich gar nicht auf dem Schirm. Mit einer E-Mail bewarb er sich nach der Landesliga-Meisterschaft mit dem VfB Eppingen 2016 bei den Nullfünfern. Zunächst war Rohr dann auch nur für die zweite Reutlinger Mannschaft vorgesehen, doch der 1,95 Meter große Defensivspezialist setzte sich schnell in der Oberliga-Mannschaft durch. Nach 64 Ligaspielen für den SSV (2 Tore) wechselte Rohr 2018 zum ambitionierten Liga-Rivalen SGV Freiberg, wo er nach einer Saison mit sieben Toren in 34 Spielen das Interesse vom damaligen Drittligisten Carl Zeiss Jena weckte. Während es für Jena nach der vergangenen Saison eine Spielklasse nach unten ging, geht es für Rohr weiter nach oben. Zweitligist Hamburger SV sicherte sich für 200.000 Euro die Dienste des 25-Jährigen. Rohr soll beim HSV zunächst mit dem U21-Team in der Regionalliga spielen und für die erste Mannschaft aufgebaut werden. In Reutlingen hat Rohr gezeigt, dass das auch ganz schnell gehen kann.

Mittelfeld: Mirnes Pepic (MSV Duisburg)

Bis 2013 beim SSV Reutlingen: Mirnes Pepic (rechts).Marktwert: 250.000; Verein: MSV Duisburg; Alter: 24 Foto: Buenning/Eibner
Bis 2013 beim SSV Reutlingen: Mirnes Pepic (rechts).Marktwert: 250.000; Verein: MSV Duisburg; Alter: 24
Foto: Buenning/Eibner

 Bereits mit 17 Jahren debütierte Mirnes Pepic 2012 in der Oberliga-Mannschaft des SSV Reutlingen, 2013 wurde er Junioren-Nationalspieler von Montenegro. Das Talent von Pepic blieb nicht lange verborgen. Nach nur zwölf Spielen wechselte der zentrale Mittelfeldspieler zum SC Paderborn, wo er Ende 2013 in der 2. Bundesliga debütierte. In der Saison 2014/15 sammelte Pepic bei zwei Kurzeinsätzen für den SCP 21 Bundesliga-Minuten. Danach konnte aber auch der Edeltechniker den Paderborner Absturz in Liga 3 nicht verhindern. Pepic blieb der 2. Liga erhalten, indem er zu Erzgebirge Aue wechselte, wo er aber auch nur sporadisch zum Einsatz kam. Zum Stammspieler reifte Pepic erst ab 2018 bei Hansa Rostock in der 3. Liga. Nach zwei Jahren suchte der laufstarke Mittelfeldspieler mit dem Wechsel zum MSV Duisburg eine neue Herausforderung mit Perspektive auf die 2. Liga. Doch weil der MSV in der Saison 2019/20 den Aufstieg knapp verpasste und nun im Tabellenkeller festhängt, ist diese für den 24-Jährigen erst einmal in weite Ferne gerückt. 

Mittelfeld: Francis Ubabuike (SC Fortuna Köln)

Von 2015 bis 2017 beim SSV Reutlingen: Francis Ubabuike (links).Marktwert: 75.000; Verein: SC Fortuna Köln; Alter: 25 Foto: Baur/Eibner
Von 2015 bis 2017 beim SSV Reutlingen: Francis Ubabuike (links).Marktwert: 75.000; Verein: SC Fortuna Köln; Alter: 25
Foto: Baur/Eibner

Francis Ubabuike hat einen langen Weg hinter sich: Laut eigenen Aussagen hat er bereits in der zweiten nigerianischen Liga und in der ersten Liga in der Slowakei gespielt, bevor er 2013 im Alter von 19 Jahren nach Nagold kam. In Deutschland wollte der Nigerianer Fußball-Profi werden. Dank guter Leistungen beim damaligen Verbandsligisten wurde schnell der SSV Reutlingen auf Ubabuike aufmerksam. Der pfeilschnelle Linksfuß absolvierte für den Kreuzeiche-Club von 2015 bis 2017 in der Oberliga 47 Partien und erzielte dabei sieben Tore. Der SSV war für Ubabuike auf dem Weg nach oben aber nur eine Durchgangsstation. Über den 1. Göppinger SV (2017 bis 2018), Normannia Gmünd (2018 bis 2019), Rot-Weiß Oberhausen (2018 bis 2020) landete der mittlerweile 25-Jährige bei Fortuna Köln in der Regionalliga West. Dort gehört Ubabuike zu den Eckpfeilern im Team, erzielte in elf Spielen zwei Tore und bereitete vier weitere vor. Es scheint, als ob Köln noch nicht das Ende des Weges von Francis Ubabuike ist.

Mittelfeld: Alban Meha (KSV Hessen Kassel)

Von 2007 bis 2010 beim SSV Reutlingen: Alban Meha.Marktwert: 50.000; Verein: KSV Hessen Kassel; Alter: 34 Foto: Sippel/Eibner
Von 2007 bis 2010 beim SSV Reutlingen: Alban Meha.Marktwert: 50.000; Verein: KSV Hessen Kassel; Alter: 34
Foto: Sippel/Eibner

Alban Meha machte sich von 2007 bis 2010 als Freistoßkünstler einen Namen beim SSV Reutlingen. In 79 Regionalligaspielen schoss er 16 Tore – die meisten davon mit gewiefter Schusstechnik nach einem ruhenden Ball. Nach einer starken Saison bei Regionalligist Eintracht Trier (15 Tore) warb der Zweitligist SC Paderborn Meha ab. In der Saison 2013/14 hatte er mit zwölf Toren entscheidenden Anteil am Aufstieg der Ostwestfalen. Auch in der Bundesliga hatte Meha schnell den Ruf des Präzisionsschützen (3 Tore in 18 Spielen), den Abstieg konnte aber auch er nicht verhindern. Sein Weg führte den Mittelfeldspieler danach über Konyaspor (1. Liga Türkei), Al-Faisaly (1. Liga Jordanien), 2018 zurück nach Deutschland zur SV Elversberg. Nach einem Jahr zog Meha weiter zum KSV Hessen Kassel, den er zum Aufstieg in die Regionalliga Südwest führte. Dort ist er in dieser Saison auch mit inzwischen 34 Jahren ein absoluter Leistungsträger.

Angriff: Sven Schipplock (Arminia Bielefeld)

Von 2001 bis 2002 und 2006 bis 2007 beim SSV Reutlingen: Sven Schipplock (links).Marktwert: 300.000 Euro; Verein: Arminia Bielefeld; Alter: 32 Foto: Frank/Eibner
Von 2001 bis 2002 und 2006 bis 2007 beim SSV Reutlingen: Sven Schipplock (links).Marktwert: 300.000 Euro; Verein: Arminia Bielefeld; Alter: 32
Foto: Frank/Eibner

Sven Schipplock ist ein Phänomen: Ein gutes halbes Jahr beim SSV Reutlingen in der Regionalliga-Saison 2007/2008 mit acht Toren in 19 Spielen ebnete dem Honauer den Weg in den Profi-Fußball, wo er beim VfB Stuttgart, der TSG Hoffenheim, bei Darmstadt 98 und dem Hamburger SV aktiv war. Nun stellte er in Diensten von Arminia Bielefeld  in der 1. Liga eine Bestmarke auf: Der 31 Jahre alte Angreifer wurde in seinem 154. Bundesliga-Spiel zum 100. Mal eingewechselt - noch nie hat ein Bundesliga-Spieler schneller diese Marke erreicht. Bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg schoss Schipplock sein erstes Saisontor - drei Minuten nach seiner Einwechslung. Dabei schien seine Karriere zwischenzeitlich schon so gut wie zu Ende zu sein. Fast zwei Jahre lang stand Schipplock wegen Knie- und Hüftproblemen nicht mehr auf dem Platz. Dann aber steuerte der Mittelstürmer in der Endphase der vergangenen Saison einen wichtigen Treffer zum Aufstieg der Arminia bei. In sechs von bislang sieben Saisonspielen kam der erfahrenste Armine als Joker von der Bank aus zum Zug. Gegen Borussia Dortmund (0:3) stand Schipplock sogar überraschend in der Startelf.

Angriff: Marvin Pieringer (SC Freiburg)

Von 2012 bis 2018 beim SSV Reutlingen: Marvin Pieringer (vorne).Marktwert: 100.000 Euro; Verein: SC Freiburg II; Alter: 21 Foto: Seeger/Eibner
Von 2012 bis 2018 beim SSV Reutlingen: Marvin Pieringer (vorne).Marktwert: 100.000 Euro; Verein: SC Freiburg II; Alter: 21
Foto: Seeger/Eibner

1.377 Spielminuten für den SSV Reutlingen haben Marvin Pieringer in der Saison 2017/18 gereicht, um den SC Freiburg auf sich aufmerksam zu machen. Obwohl er damals eigentlich noch bei den A-Junioren hätte spielen dürfen, mauserte sich der technisch beschlagene Stürmer, der als 13-Jähriger zum SSV kam, ab dem 13. Spieltag im Eiltempo zur Stammkraft in der Reutlinger Oberliga-Mannschaft, traf in 20 Spielen sechs Mal und steuerte drei Vorlagen bei. In der zweiten Mannschaft des Bundesligisten SC Freiburg in der Regionalliga ist Pieringer seitdem ein Leistungsträger. Als Belohnung durfte der 21 Jahre alte Metzinger im Januar mit den Profis ins Trainingslager ins spanische Sotogrande. In der aktuellen Regionalliga-Saison befindet sich Pieringer in absoluter Top-Form (Zwölf Tore in elf Spielen). Im Spitzenspiel beim damaligen Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger erzielte Pieringer beim 4:2-Erfolg alle vier Treffer für den Tabellenzweiten - damit stellte er den Torrekord in der Regionalliga ein. Gut möglich also, dass der Angreifer bald wieder bei Cheftrainer Christian Streich vorspielen darf. (GEA)