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Aktuell Überwachung

Mehr Blitzer in Reutlingen? »Der Eindruck täuscht«

Wer rast, risikiert nicht nur sein Leben und das unbeteiligter Dritter, sondern wird gerade in Baden-Württemberg mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei erwischt. Auch in Reutlingen ist die Geschwindigkeitsüberwachung städtischen Stellen ein Anliegen. Doch wird aktuell immer mehr geblitzt, wie manche Autofahrer meinen?

Eine semistationäre Geschwindigkeitsmesseinrichtung, sprich Anhänger mit Blitzer, steht am Straßenrand.
Eine semistationäre Geschwindigkeitsmesseinrichtung, sprich Anhänger mit Blitzer, steht am Straßenrand. Foto: dpa
Eine semistationäre Geschwindigkeitsmesseinrichtung, sprich Anhänger mit Blitzer, steht am Straßenrand.
Foto: dpa

REUTLINGEN. Bei den vielen stationären und mobilen Blitzanlagen im Reutlinger Stadtgebiet fühlt sich mancher Autofahrer so, als ob ständig ein Detektiv mitfährt. Gefühlt ist man nirgendwo mehr unbeobachtet ungemessen unterwegs. Auf die Frage, ob aktuell noch mehr als sonst geblitzt wird, antwortet Albert Keppler als Leiter des Amtes für Öffentliche Ordnung der Stadt Reutlingen gerne und ganz gelassen.

»Der Eindruck täuscht«, sagt Keppler, kann sich aber gut erklären wieso manche Autofahrer sich zunehmend überwacht vorkommen: »Es gibt eine neue Klasse von Geschwindigkeitsmessanlagen«. Gemeint sind semistationäre Einrichtungen, die als unauffällige Anhänger am Straßenrand daherkommen. Jüngst etwa an der Konrad-Adenauer-Straße kurz vor der Jet-Tankstelle. Dieses über 200.000 Euro teure High-Tech-Gerät trägt den Namen »Enforcement-Trailer«, und wurde von der Stadt Reutlingen im Oktober 2019 angeschafft. Über den Erwerb eines weiteren Anhängers entscheidet der Reutlinger Finanzausschuss in seiner Sitzung am heutigen Donnerstagabend. Was können diese Anhänger?

»Man kann sie abstellen, die Batterie reicht für eine ganze Woche. Sie schließen die Lücke zwischen stationären und mobilen Anlagen«, erklärt Keppler. Die Standorte von fest installierten Blitzern oder Blitzersäulen sind schnell bekannt, weswegen dann gerne davor oder danach zu schnell gefahren wird. Mobile Überwachungspunkte sind dagegen sehr personalintensiv. Die semistationären Anhänger verbinden also den Überraschungseffekt von temporären Kontrollen mit den Vorteilen einer längeren Standzeit. Beim zweiten Anhänger, den die Stadt jetzt anschaffen möchte, geht es aber um mehr als die Geschwindigkeitskontrolle.

»Zur Durchführung technischer Kontrollen des im Luftreinhalteplan enthaltenen LKW-Fahrverbots« wird laut Beschlußvorlage der zweite »Enforcement-Trailer« gebraucht. »Die Geräte können über eine Längenmessung auch Fahrzeugklassen erkennen«, beschreibt Albert Keppler. Gebraucht würden dazu aber zwei Anhänger, deswegen die Neuanschaffung zum Preis von 234.882,97 Euro, die durch einen Investitionszuschuss des Bundes zur »Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme« gedeckt werden soll.

Ansonsten hat sich in Reutlingen laut Keppler nichts geändert. Nach wie vor gebe es rund 30 stationäre Anlagen, für die sechs Messeinsätze zur Verfügung stehen. Nicht alle Starenkästen sind also jederzeit blitzbereit. Ganz im Gegensatz zu den zwei Blitzeranlagen in Säulenform in der Rommelsbacher Straße und an der B28 in Richtung Tübingen, die stets scharf sind. Unverändert betreibe die Stadt Reutlingen auch drei mobile Anlagen.

Nicht mehr Einsatzmittel als bisher hat auch das Polizeipräsidium Reutlingen zur Geschwindigkeitskontrolle. Für den gesamten Bereich des Präsidiums, also weit mehr als nur das Reutlinger Stadtgebiet, gibt es zwei mobile Messanlagen. Dazu kommen zwei Zivilfahrzeuge und ein Motorrad mit Videokameras zur Verkehrsüberwachung. Schließlich gibt es 22 Laserpistolen im Sortiment. (GEA)

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