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Heute vor 25 Jahren in Reutlingen: Entspannter Arbeitsmarkt

Eine Zeitreise durchs GEA-Archiv.

REUTLINGEN. Wir schreiben den 23. Januar 2001. Wegen vorsätzlicher Trunkenheit muss sich ein Busfahrer vor dem Reutlinger Amtsgericht verantworten. Wiederholt hat er sich im Suff hinters Lenkrad geklemmt. Weshalb er zu vier Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 3.000 Mark verurteilt wird. Natürlich ist er auch seine Fahrerlaubnis los – und den Job gleich mit. Reisegruppen, so viel steht fest, wird der 62-Jährige nicht mehr chauffieren.

Tja, jetzt muss der Mann also stempeln gehen. Was die Bilanz des Reutlinger Arbeitsamts indes nicht trübt. Denn die fällt positiv aus. Für das Jahr 2000 vermeldet die Behörde gesunkene Erwerbslosenzahlen und "kaum noch Kurzarbeit". Das sorgt für Entspannung und für "Einsparungen in Höhe von 40 Millionen Mark (16 Prozent) gegenüber 1999". Entsprechend erfreulich "gestaltet sich der Stellenmarkt: Industrie, Handel, Verwaltungen und Handwerk meldeten dem Arbeitsamt im vergangenen Jahr 17.106 neue Stellenangebote. Probleme, geeignetes Personal zu finden, gab es hauptsächlich im Bereich qualifizierter Büroberufe, bei Warenkaufleuten und Facharbeitern fast jeglicher Art.

Leer gefegt ist der Arbeitsmarkt von jüngeren Maschinenbau-, Elektro- und Informatik-Ingenieuren, dennoch war das Interesse der Wirtschaft an der Greencard ›sehr gedämpft‹; nur neun dieser Arbeitserlaubnisse auf Zeit wurden beantragt, vorwiegend für Computer-Experten aus osteuropäischen Ländern. (GEA/ekü)