METZINGEN/BAD URACH. Wir schreiben den 13. Januar 2001. Auf dem Bad Uracher Marktplatz dominiert die Farbe Olivegrün. Denn hier legen 120 Rekruten des in Münsingen stationierten Panzerartilleriebataillons ihr feierliches Gelöbnis ab und versichern, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen. Derweil die in den 18 Teilorten der katholischen Kirchengemeinde Bad Urach aktiven Sternsinger Kassensturz und dabei ganz große Augen machen. Diesmal haben sie eine nämlich rekordverdächtige Spenden-summe zusammengetragen: stolze 41.330 Mark.
Überhaupt regiert Geld an diesem Februartag nicht bloß die Welt, sondern auch den klerikalen Bereich. Und hier ganz besonders die Metzinger Martinskirche, deren Innenrenovierung ihre Schatten vorauswirft. In Angriff genommen werden soll das Vorhaben im Jahr 2003. Um diesen Zeitplan einhalten zu können müssen jedoch noch fehlende Eigenmittel in Höhe von 265.000 Mark zusammengeklaubt werden.
Eine herausfordernde Aufgabe für den eigens zum Zwecke der Spendenakquise gegründeten Finanzierungsausschuss. Der indes hatte bereits im Sommer vergangenen Jahres eine »pfiffige Idee«: »Auf seine Anregung hin verkauft die Kirchengemeinde seit Juli Renovierungsanteile in Quadratmeter-Häppchen. 325 Mark kostet ein Quadratmeter Martinskirche. 811 Flächen zu je einem Meter auf einen Meter können erworben werden; bis jetzt sind bereits 206 solcher Anteile im Wert von rund 67.200 Mark verkauft.«
Das sei ermutigend, heißt es mit Blick aufs große Ziel, nämlich: Risse im Mauerwerk beseitigen, Putz säubern, Wärme- und Schallschutz optimieren, elektrische Leitungen ertüchtigen, Beleuchtung er-neuern, Bänke und Bodenbeläge aufhübschen und, und, und. (GEA/ekü)

