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Astrazeneca-Impfstoff bleibt oft übrig - auch in Reutlingen und Tübingen?

In den Impfzentren in Reutlingen und Tübingen ist mittlerweile auch Astrazeneca verfügbar. Ist das Vakzin ein Ladenhüter?

Im Reutlinger Kreuzeichestadion wird aktuell geimpft statt gekickt.
Im Reutlinger Kreuzeichestadion wird aktuell geimpft statt gekickt. Foto: Pieth
Im Reutlinger Kreuzeichestadion wird aktuell geimpft statt gekickt.
Foto: Pieth

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Impfstoff ist in Deutschland Mangelware. Trotzdem war das Präparat von Astrazeneca in vielen Impfzentren zunächst ein Ladenhüter. In Köln blieben jüngst beispielsweise 5.400 Dosen übrig, weil viele lieber auf eine Impfung verzichteten, als sich Astrazeneca verabreichen zu lassen. Auch Menschen in Reutlingen und der Region sind dem Vakzin gegenüber skeptisch. Auf gea.de antworteten 38 Prozent der User auf die Frage »Würden Sie sich mit Astrazeneca impfen lassen?« mit Nein. 52 Prozent der knapp 4.000 Befragten stimmten für Ja, 10 Prozent wollen sich unabhängig vom Präparat nicht impfen lassen.

Umfrage (beendet)

Würden Sie sich mit dem Atrazeneca-Vakzin impfen lassen?

Im Kreisimpfzentrum in Reutlingen steht von Montag an der Astrazeneca-Impfstoff zu Verfügung.

58%
33%
9%

Im Impfzentrum in Tübingen ist Astrazeneca zwar kein Ladenhüter, das Imageproblem im Vergleich zu den beiden Herstellern Moderna oder Biontech wird aber auch dort deutlich. »Wenn die Leute kommen, fragen einige, warum sie mit Astrazeneca geimpft werden, oder ob sie etwas anderes bekommen können«, sagt Werner Walz, der für das Impfzentrum verantwortlich ist. Man habe jedoch keinen Handlungsspielraum. »Wer sich nicht mit Astrazeneca impfen lassen will, muss wieder gehen«, sagt Walz. Das würden allerdings weniger als ein Prozent der Impfkandidaten tun. Im Impfzentrum in Reutlingen erkundigen sich die Menschen vor allem nach möglichen Nebenwirkungen und der Wirksamkeit des Impfstoffes. Ob Termine wegen Astrazeneca storniert wurden, wisse man nicht, teilte Matthias Bauer, Pressesprecher des Reutlinger Landratsamts, mit.

Seit 18. Februar ist Astrazeneca in Tübingen verfügbar, in Reutlingen seit 22. Februar. 3.466 Dosen wurden in Tübingen Stand Sonntag verabreicht, 267 in Reutlingen. Am Anfang sei die Terminvergabe in der Unistadt schleppend gelaufen, sagt Walz. Mittlerweile seien aber alle verfügbaren Astrazeneca-Impftermine vergeben. Ähnlich sieht es in Reutlingen aus, auch dort gibt es laut impfterminservice.de keine freien Slots mehr.

Keine Chance für Reste-Jäger

Deshalb ist in Tübingen und Reutlingen auch kein Astrazeneca-Impfstoff übrig. Zwar könne es sein, dass ein Fläschchen, das zehn Impfdosen enthält, am Ende eines Tages nicht leer wird, das sei jedoch kein Problem, da das Präparat bis zu 48 Stunden im Kühlschrank gelagert und am nächsten Tag verabreicht werden kann. Walz und Bauer betonen in diesem Zusammenhang, dass nur Personen geimpft werden, die einen Termin haben. Abends zum Impfzentrum fahren und hoffen, mit Restbeständen geimpft zu werden, hat keinen Sinn, sagt Walz und ergänzt: »Wer keinen Termin hat, kommt nicht mal zur Türe rein.« (GEA)