MÜNSINGEN. Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Münsingen und Trailfingen hatte vor Weihnachten dazu aufgerufen, Gehstützen für die Hilfstransporte des Gustav-Adolf-Werks (GAW) in die Ukraine zu spenden. Mesnerin Tina Ziegler und Pfarrerin Maren Müller-Klingler waren überwältigt von der großen Resonanz: Schon am ersten Tag war der Sammelbehälter in der Martinskirche übervoll und seitdem bringen immer wieder Menschen ihre nicht mehr benötigten Krücken und Gehböcke vorbei.
Die Kirchengemeinde ist dankbar für die vielen Spender und weist darauf hin, dass die Sammelaktion in Münsingen am Mittwoch, 28. Januar, endet. Bis dahin können weiterhin Unterarm- und Achsel-Gehstützen abgegeben werden, die der Versorgung von Verwundeten und Verletzten in der Ukraine dienen.
Die Münsinger Aktion ist Teil der umfangreichen Sammelarbeit des Gustav-Adolf-Werks für Hilfstransporte in die Ukraine. Anfang des Jahres wurde der 75. Hilfstransport seit Kriegsbeginn in die Ukraine gebracht. Für Projektleiter Ulrich Hirsch sind die 75 Transporte »weniger ein Grund zum Feiern, als vielmehr ein Grund zur Dankbarkeit«. Zum einen dankt er den vielen Spendern für ihre große Hilfsbereitschaft, zum anderen konnten alle Transporte ohne nennenswerte Unfälle bewältigt werden.
Besonders hervorzuheben ist die verlässliche Zusammenarbeit mit dem ukrainischen GAW-Partner, Pfarrer Péter Szeghljánik, der sich aus der Ukraine mit den Worten meldete: »Im Namen der Menschen in der Ukraine möchte ich Euch von Herzen für die 75 Lkw mit liebevoller Hilfe danken. Mit Euch zusammen möchten wir Beten und Arbeiten für die Menschen in Not und den ersehnten Frieden.«
Die Kosten der 75 Transporte beziffert Hirsch auf 773.000 Euro, finanziert durch zahllose Spenden einzelner Personen, aber auch durch Zuschüsse von Landeskirche, Kommunen, Schulen, Betrieben und landeskirchlichen Werken. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Sachspenden, Hilfsgütern und Fahrzeugen befördert. Den Wert aller in das Kriegsland transportierten Sachspenden beziffert Hirsch auf etwa 3,4 Millionen Euro. Dazu zählen Gabelstapler, ein Feuerwehrauto, sieben Millionen Schutzmasken und zwei Millionen Schutzhandschuhen sowie mehr als 3.500 Fahrräder. (eg)

