Logo
Aktuell Corona

Zum Tragen einer Maske aufgefordert: Reutlinger AfD-Stadträte verlassen Sitzung

Finanzbürgermeister Alexander Kreher forderte AfD-Politiker Hans Peter Stauch am Donnerstag während einer Ausschusssitzung zum Tragen einer Maske auf. Warum sich Stauch und der Fraktionsvorsitzende Hansjörg Schrade nun darüber aufregen.

Corona-Maßnahmen
Am Maske-Tragen entzünden sich so manche Auseinandersetzungen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Am Maske-Tragen entzünden sich so manche Auseinandersetzungen.
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

REUTLINGEN. Die Maske als Symbol für Corona-Maßnahmen hat schon oft für große und kleine Unstimmigkeiten gesorgt. Jüngst nun also zwischen Finanzbürgermeister Alexander Kreher und den beiden AfD-Gemeinderäten Hansjörg Schrade und Hans Peter Stauch. In der Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstag trug Stauch, der laut dem Fraktionsvorsitzenden Schrade von Corona genesen ist, keine Maske. Einmal forderte Kreher alle Sitzungsteilnehmer vom Rednerpult aus auf, doch bitte Maske zu tragen. Dann sei er nochmal zu Stauch hingegangen und habe diesen persönlich und »eigentlich völlig unaufgeregt« auf die Maskenpflicht im Ratssaal hingewiesen. Schrade und Stauch standen wenige Minuten später auf und verließen die Sitzung. 

Schrade: »Übererfüllung von Freiheitseinschränkungen«

»Das Masketragen war in Ordnung, als die Unsicherheit noch groß war bezüglich Corona«, sagt Schrade im Gespräch mit dem GEA. Nun handle es sich bei der Maskenpflicht in Ratssitzungen angesichts schnell sinkender Inzidenzen allerdings um eine »Übererfüllung von Freiheitseinschränkungen«, findet er. Und weiter: »Die Maske ist ein Symbol dafür, dass die Menschen sich gegenseitig als Gefahr sehen sollen. Als Gesunder bin ich jedoch keine Gefahr für andere und lasse mich auch nicht von der Verwaltung dazu machen.«

AfD Reutlingen: Hans Peter Stauch und Hansjörg Schrade.
Hans Peter Stauch (links) und Hansjörg Schrade. Foto: Norbert Leister
Hans Peter Stauch (links) und Hansjörg Schrade.
Foto: Norbert Leister

Schrade verweist auf die Corona-Verordnung des Landes, in der steht, dass am Arbeitsplatz bei einem Abstand von 1,5 Metern zur nächsten Person keine Maske getragen werden muss. Diesen Abstand sieht er auch bei den Sitzungen der Stadträte im großen Ratssaal gegeben. 

Finanzbürgermeister Kreher dagegen verweist darauf, dass sich der Corona-Verwaltungsstab, der zweimal wöchentliche tagt, aus diversen Gründen explizit für eine Aufrechterhaltung der Maskenpflicht bei Sitzungen entschieden habe. »In öffentlichen Sitzungen sind auch Gäste da, Journalisten, wechselnde Verwaltungsmitarbeiter«, so Kreher. Man trage eine Verwantwortung gegenüber allen Stadträten und Sitzungsteilnehmern, und wolle weiter für höchstmögliche Sicherheit sorgen. »Reutlingen ist schließlich keine Ausnahme bei der Maskenpflicht in Sitzungen, das gilt in anderen Gemeinden auch«, so Kreher weiter.

Maskenpflicht gilt mindestens noch den ganzen Juni über

Die Regel gelte mindestens noch den ganzen Juni über. Im Juli werde das Land sowieso eine neue Corona-Verordnung verabschieden und sich in dieser nochmal mit der Maskenpflicht auseinandersetzen. Dann werde man weitersehen. Stadträte, die keine Maske tragen wollen, hätten ja auch die Möglichkeit, sich digital zur Sitzung zuzuschalten, so Kreher.

Das hat AfD-Stadtrat Schrade aber nicht vor. Er kündigt an, dass seine Fraktion künftig eine »zunehmend kritische Haltung« gegenüber den Corona-Maßnahmen einnehmen werde. Das heiße nicht, dass er jetzt konsequent keine Maske mehr in Sitzungen tragen werde - aber er werde die »Willkür weiter benennen«. (GEA)