REUTLINGEN/ST. JOHANN. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion überprüft seine Höchstspannungsfreileitungen (220 und 380 Kilovolt) auch in diesem Jahr wieder vom Helikopter aus. Die Flüge beginnen Mitte Januar und dauern voraussichtlich bis Mitte Februar. Kontrolliert werden Stromleitungen im gesamten Amprion-Netzgebiet, das von der Nordsee bis zu den Alpen reicht, teilt das Unternehmen mit. Auch im Raum Reutlingen und Alb werden Hubschrauber unterwegs sein, um die Höchstspannungsleitung zwischen Reutlingen und Herbertingen in Augenschein zu nehmen.
Flugplan abhängig vom Wetter
Die Befliegungen beginnen am 12. Januar und dauern voraussichtlich bis Mitte Februar. Ziel der Flüge ist es, mithilfe spezieller Infrarotkameras mögliche Schäden an den Freileitungen frühzeitig zu erkennen, um im Anschluss erforderliche Reparaturarbeiten durchführen zu können. Falls es im Winter zu angespannten Versorgungssituationen kommen sollte, ist es umso wichtiger, dass das Stromnetz technisch fehlerfrei arbeitet, heißt es in der Mitteilung von Amprion. Die Flugtermine und -orte können sich witterungsbedingt verschieben und ändern. Daher sind genauere Ankündigungen nicht möglich. In Baden-Württemberg werden unter anderem Leitungen im Bereich Esslingen, Reutlingen und Sigmaringen überflogen.
Bei einer Fluggeschwindigkeit von 30 bis 40 Stundenkilometer werden die Freileitungen mit speziellen hochauflösenden Infrarotkameras kontrolliert. Aus der Luft sind viele Schäden leichter erkennbar als vom Boden. Kontrolliert werden insbesondere Seilschäden und thermische Auffälligkeiten, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die erfassten Mängel werden nach der Durchführung der Kontrollflüge ausgewertet und später behoben. Gravierende Mängel, wie etwa ein defekter Isolator, werden sofort gemeldet und umgehend repariert.
Herausforderung für Piloten
Kontrollen aus der Luft mittels Infrarot-Thermographie werden bereits seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzt. Diese Inspektionen ergänzen visuelle Kontrollen und Kontrollen vom Boden aus, bei denen es insbesondere um Schäden am Mast, etwa verbogene Maststreben oder defekte Fundamente geht.
Für Helikopterpiloten ist die Leitungsbefliegung eine Herausforderung, da sie zum Teil in niedriger Flughöhe bis auf wenige Meter an die Masten und Leitungen heranfliegen müssen. Zudem müssen die Wetterbedingungen für einen sicheren Start und die Durchführung der notwendigen Aufnahmen stimmen. Durch die Kontrollflüge erhält Amprion innerhalb weniger Wochen einen Überblick über 11.000 Leitungskilometer des Höchstspannungsnetzes. (eg)

