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Aktuell Entsorgung

Reutlinger Altglas- und Altkleidercontainer quellen über

An den Sammelstellen im Kreis Reutlingen stapelten sich Gläser und Kleider vor den Containern. Wie die zuständigen Betriebe die Zustände erklären.

An den Containern an der Kreuzeiche gab es kaum eine Möglichkeit, Gläser und Altkleider zu entsorgen.
An den Containern an der Kreuzeiche gab es kaum eine Möglichkeit, Gläser und Altkleider zu entsorgen. Foto: Dietmar Czapalla
An den Containern an der Kreuzeiche gab es kaum eine Möglichkeit, Gläser und Altkleider zu entsorgen.
Foto: Dietmar Czapalla

REUTLINGEN. Im August vergangenen Jahres berichtete der GEA über überquellende Altglascontainer im Landkreis Reutlingen und der Stadt Metzingen. Das zuständige Entsorgungsunternehmen Alba erklärte damals, nach dem kurzfristigen Absprung eines Subunternehmens in Personalnot geraten zu sein und leerte die Sammelstellen mit einer knapp zweiwöchigen Verspätung. In dieser Woche erreichten den GEA wieder mehrere Mails mit Bildern von überfüllten Containern. Am Parkplatz an der Kreuzeiche spricht ein Leser von ungefähr 2.000 Flaschen und Gläsern, die vor den Containern stehen. Auch an der Hans-Reyhing-Straße im Reutlinger Ringelbachviertel sammeln sich hunderte Sektflaschen und Marmeladengläser am Straßenrand. Doch nicht nur die Abholung von Altglas scheint ins Stocken geraten zu sein: Auch die Altkleidercontainer an Standorten wie der Mittnachtstraße quellen zum Jahresbeginn über.

Die Gründe für die übervollen Altglas-Sammelstellen sieht Alba am höheren Konsumaufkommen an den Feiertagen rund um den Jahreswechsel. »Durch Weihnachten, Silvester und die Schulferien steigt der Verbrauch deutlich an, was sich unmittelbar auf die Glasentsorgung auswirkt. In diesem Jahr war dieser Effekt besonders stark ausgeprägt«, sagt Pressesprecher Matthias Braun. Wann die Container zuletzt geleert wurden, teilte der Umweltdienstleister auf Anfragen am vergangenen Donnerstag und Freitag nicht mit.

Erste Abholung am Freitag

Am Freitag entsandte Alba vier Mitarbeiter mit einem Hebelbühnenfahrzeug und mehreren Sammelboxen, um die Gläser vor den Containern aufzusammeln. »Vor der Leerung muss das Glas von der Straße entfernt und in die vorgesehenen Behälter sortiert werden. Im Anschluss erfolgt die reguläre Leerung der Container mit einem Fahrzeug«, erklärt Braun. Hierbei hatte das Entsorgungsunternehmen auch die Unterstützung der Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR). Die TBR ist zwar nicht für die Abholung des Altglases zuständig, aber für die Reinigung der Sammelstellen - ganz zum Unmut des Betriebsleiters Dirk Kurzschenkel: »Wir sammeln die Flaschen vor den Container ein und stellen es Alba in Rechnung, da sie ihrer eigenen Pflicht nicht nachkamen«, so der TBR-Leiter.

An den Feiertagen steigt der Verbrauch von Gläsern im eigenen Zuhause. Und damit auch die Menge an Altglas vor den Containern.
An den Feiertagen steigt der Verbrauch von Gläsern im eigenen Zuhause. Und damit auch die Menge an Altglas vor den Containern. Foto: Gunther Göppele
An den Feiertagen steigt der Verbrauch von Gläsern im eigenen Zuhause. Und damit auch die Menge an Altglas vor den Containern.
Foto: Gunther Göppele

Dass es sich bei den übervollen Containern um keinen Einzelfall handelt, ist auch Kurzschenkel aufgefallen. Er habe »Alba darauf hingewiesen und uns wurde zugesagt, dass die Situation in Zukunft besser wird.« Dennoch werde man die Arbeit des Umweltdienstleisters weiter »kritisch im Blick behalten.« Bürgerinnen und Bürger können sich außerdem direkt an Alba wenden, wenn ihnen überfüllte Sammelstellen auffallen.

Stadt sucht nach neuem Rhythmus für Altkleider

Die TBR selbst steht aber vor einem ähnlichen Problem wie Alba: Nicht nur die Altlglas-, sondern auch die Altkleidercontainer in der Stadt quellen über. Für die Abholung der Textilien war bis zum Jahresende eigentlich die »Aktion Hoffnung« zuständig, jedoch zog sich das Hilfsprojekt bereits Ende November aus dem Altkleider-Sammelgeschäft in Reutlingen zurück. Die Stadt, und damit die Technischen Betriebsdienste, übernahm im Dezember einen Monat früher als geplant. »Wir suchen noch nach einem neuen Rhythmus für die Leerungen der Container«, sagt Dirk Kurzschenkel, »nach Weihnachten herrscht immer Ausnahmezustand, weil viele Menschen über die Feiertage ihre Schränke ausmisten.«

Dass es zu den chaotischen Zuständen an den Reutlinger Sammelstellen kam, sei besonders ärgerlich, weil die Container mit Sensoren ausgestattet sind, die der TBR zeigen, wie voll ihre Behälter sind. »Sobald die Container zu drei Vierteln gefüllt sind, holen wir die Kleider normalerweise am nächsten Tag ab«, erklärt Kurzschenkel. Zum einen konnte die TBR ihre Container aufgrund der verkürzten Arbeitswoche nicht rechtzeitig leeren, zum anderen hätten sich an einzelnen Containern mehrere Säcke vor den Sammelstellen gestapelt, obwohl diese noch nicht ganz ausgelastet waren. Das heißt: Die Verantwortlichen erhielten keine Meldung über ihre Sensoren und immer mehr Textilien lagen vor, statt in den Containern.

Vermehrt Ware von Einzelhändlern gefunden

»Außerdem vermuten wir, dass hier verschiedene Einzelhändler ihre Waren entsorgten, da wir vermehrt Etiketten an Kleidungsstücken fanden«, so Kurzschenkel weiter und verspricht Besserung »in den nächsten ein bis zwei Wochen.« Derzeit seien vier Mitarbeiter mit der Leerung der Container beschäftigt. So war beispielsweise der Container an der Kreuzeiche in den frühen Morgenstunden des Freitags bereits geleert worden.

Auch an der Reutlinger Mittnachtstraße sind die Altkleidercontainer überfüllt.
Auch an der Reutlinger Mittnachtstraße sind die Altkleidercontainer überfüllt. Foto: Alexander Thomys
Auch an der Reutlinger Mittnachtstraße sind die Altkleidercontainer überfüllt.
Foto: Alexander Thomys

Nachdem die Altkleider im Landkreis eingesammelt werden und der miteingeworfene Restmüll aussortiert wurde, sortieren die zuständigen Entsorgungsfirmen die Textilien nach ihrer Kleidungsart und ihrem Zustand. Brauchbare Kleidung erhalten Firmen wie Striebel-Textil in Langenenslingen im Kreis Biberach als Second-Hand-Produkte, während Mangelware zu Ersatzbrennstoff verarbeitet werden darf. (GEA)