Logo
Aktuell Brandalarm

Warum die Technik den Scheibengipfeltunnel automatisch gesperrt hat

Am Sonntagvormittag standen Autofahrer vor den Zufahrten des Scheibengipfeltunnels zwischen Reutlingen und Eningen. Heruntergelassene Schranken sperrten die Tunnelröhren und die Feuerwehr musste wegen Brandalarm anrücken. Was genau passiert ist.

Keine Fahrzeuge im Innern des Scheibengipfeltunnels. Die Brandmeldeanlage hatte die Röhren automatisch für den Verkehr gesperrt.
Keine Fahrzeuge im Innern des Scheibengipfeltunnels. Die Brandmeldeanlage hatte die Röhren automatisch für den Verkehr gesperrt. Foto: Alexander Rabe
Keine Fahrzeuge im Innern des Scheibengipfeltunnels. Die Brandmeldeanlage hatte die Röhren automatisch für den Verkehr gesperrt.
Foto: Alexander Rabe

REUTLINGEN/ENINGEN. Für eine knappe Stunde ging am Sonntagvormittag nichts mehr im Scheibengipfeltunnel zwischen Eningen und Reutlingen. Gegen 10 Uhr hatte die Brandmeldeanlage einen Feueralarm ausgelöst – automatisch. Ebenfalls automatisch gingen die Schranken an den Zufahrten zu den Tunnelröhren nach unten. Der Verkehr am Tunnel kam so zum Stillstand. In den Verkehrsmeldungen der Radiostationen hieß es sinngemäß: »Der Scheibengipfeltunnel bei Reutlingen ist gesperrt, umfahren Sie das Gebiet.«

Feuerwehr und Polizei rückten an. Wie immer, wenn die Brandmeldeanlage automatisch auslöst. »Für uns hieß das natürlich zunächst: Rein in die Röhren und herausfinden, ob und wo es womöglich einen Brand gibt«, erklärte Reutlingens Feuerwehrkommandant Stefan Hermann auf GEA-Anfrage. Tatsächlich konnten die Einsatzkräfte der Reutlinger Berufsfeuerwehr kein Feuer lokalisieren. Kurze Zeit später gaben sie Entwarnung und die Sperrung wurde gegen 11 Uhr wieder aufgehoben. Der Verkehr konnte wieder ungehindert durch den Tunnel fließen.

»Das kann passieren, wenn die Messtechnik im Tunnel zu viel Rauch, Ruß oder Staub feststellt«

Doch was hat dazu geführt, dass die Brandmeldeanlage einen Feueralarm inklusive kompletter Tunnelsperrung ausgelöst hat? »Das kann passieren, wenn die Messtechnik im Tunnel zu viel Rauch, Ruß oder Staub feststellt«, so Hermann. Das seien schließlich alles Indikatoren, die auch bei einem Feuer auftreten, weiß der Fachmann. »Die Messtechnik kann nicht feststellen, ob Staub, Ruß oder Rauch von einem tatsächlichen Feuer herrühren, oder eine andere Ursache haben. Die Technik wird zwar ständig verfeinert, aber dazu ist die Brandmeldeanlage nicht in der Lage«, so der Feuerwehrkommandant.

Möglich sei, dass ein Lkw mit defekter Abgasanlage zu viel Dieselruß ausstoße und die Messanlage dies registriere. »Es könnte auch sein, dass auf den zurzeit trockenen Fahrbahnen das Streusalz aufgewirbelt und als zu hohe Staubbelastung gemessen wird«, vermutet Stefan Hermann. Hundertprozentig sicher nachzuvollziehen sei das im Nachhinein nicht, aber möglich sei es. Der Scheibengipfeltunnel mit seiner modernen Technik sei nicht der einzige, in dem bereits derartige Fehlalarme ausgelöst wurden. Auch bei anderen modernen Tunnelanlagen sei das bereits passiert. (GEA)