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Aktuell Stadtbuskonzept

Tour durch das RSV-Gebiet: Wo es rollt, wo es ruckelt

Zeitenwende in Reutlingen: Das neue Stadtbuskonzept ist heute gestartet. Wir waren mit dem GEA-Mobil an Schauplätzen dieser Wende im Nahverkehr. Auf der neuen Busachse Gartenstraße, am Listplatz, in der Mobilitätszentrale, am ZOB sowie in Reutlinger Bezirksgemeinden und dem äußersten Zipfel des RSV-Gebiets in Walddorfhäslach.

Eitel Sonnenschein in der Gartenstraße. Selbst im Feierabendverkehr nicht mehr Stau als sonst auch.
Eitel Sonnenschein in der Gartenstraße. Selbst im Feierabendverkehr nicht mehr Stau als sonst auch. Foto: Stephan Zenke
Eitel Sonnenschein in der Gartenstraße. Selbst im Feierabendverkehr nicht mehr Stau als sonst auch.
Foto: Stephan Zenke

Fazit: 64 Kilometer mit dem GEA-Mobil unterwegs gewesen, Dutzende Gespräche mit Fahrgästen und Verantwortlichen geführt, jede Menge Bilder und ein Video gemacht, und folgende Erkenntnis gewonnen: Das neue Reutlinger Buskonzept ist bis auf einige Schwachstellen reibungslos gestartet. Das von manchen erwartete Chaos blieb aus. Im Großen und Ganzen rollte der Verkehr auf den neuen Linien, und die Passagiere haben ihre Ziele mit oder ohne Hilfe erreicht. Mal schauen wie es weiter geht, wenn am Mittwoch die Schule wieder beginnt.

17:30 Uhr Geschwindigkeitsrausch auf dem Ledergraben. Tempo 40 nicht nur fahren dürfen, sondern auch fahren können. Im Lenkradumdrehen sind wir wieder im GEA-Hof. Das lief erstaunlich gut.

17:18 Uhr: Sollte jemand am AOK-Knoten vermutet haben, dass sich mit dem neuen Busverkehr der Stau als Nebenwirkung weiter als sonst ausbreitet, liegt er falsch. Keine besonderen Vorkommnisse.

17:15 Uhr: Irgendwo muss sie doch beginnen, die Blechlawine. Auch auf der Karlstraße in Richtung ehemaliges Fernmeldeamt läuft's wie am Schnürchen.

17:14 Uhr: Kaum zu glauben, Grünlicht an der Kreuzung zur Karlstraße. Offenbar haben zumindest an diesem Montag viele Autofahrer die Gartenstraße aus ihrem Fahrplan gestrichen.

17:07 Uhr: Jeden Tag eine unvernünftige Tat: Um diese Zeit die Gartenstraße runterfahren. Doch was ist das? Der Stau beginnt wie sonst auch erst beim C & A.

16.39 Uhr: Ärgernis im Feierabendverkehr: An einer Ampel am Lindachknoten wirft ein BMW-Fahrer gerade Müll aus dem Fenster auf den Grünstreifen und verpennt prompt die Grünphase. Da darf auch das GEA-Mobil mal hupen.

16.25 Uhr: In In Reutlingens größter Bezirksgemeinde Betzingen kam es im Zuge des neuen Stadtbuskonzepts zur Änderungen der Linienführung. Haltestellen, die vorher von der Linie zwei angefahren wurden, werden jetzt von der Linie sieben bedient und umgekehrt. Für Else Spering bedeutet das, dass sie von der Lessingstraße nicht mehr direkt an den Albtorplatz fahren kann. Eine Umstellung, die ihr nicht gefällt. 

Zu klein geschrieben? Else Spering kann die Übersicht der einzelnen Haltestellen nicht lesen. Foto: Egenberger
Zu klein geschrieben? Else Spering kann die Übersicht der einzelnen Haltestellen nicht lesen.
Foto: Egenberger

16.20 Uhr: Nach etlichen Straßensperrungen hat unser Fahrer genug. »Altenburg nicht auch noch«, sagt er und fährt über Sickenhausen und Degerschlacht nach Betzingen. Hier guckt Else Spering an der Haltestelle im Dorf gerade auf den Fahrplan. Sie steht so nah davor, dass ihre Nase fast das Plexiglas berührt. »Das ist alles viel zu klein geschrieben«, sagt sie. Schon vor dem Start des neuen Stadtbuskonzepts seien die Pläne schwer zu lesen gewesen, doch jetzt sei es noch schlimmer. Außerdem würden die Tafeln viel zu hoch hängen. »Wissen die nicht, dass das auch ältere Menschen lesen?«

15.31 Uhr: Knapp eine halbe Stunde harren die Redakteure an der Haltestelle in Häslach aus. Zwei Busse halten währenddessen an - beide menschenleer. Das bleiben sie auch, keiner steigt ein. Hier ist es tatsächlich noch deutlich ruhiger als morgens um 4.30 in Reutlingen. Ein paar Handwerker und eine Seniorin mit einem kleinen Kind sind die einzigen Personen, die zu sehen sind.

Fährt der Bus nur an Schultagen? Oder hält er nicht überall? Doppelt hinschauen lohnt sich. Foto: Rabe
Fährt der Bus nur an Schultagen? Oder hält er nicht überall? Doppelt hinschauen lohnt sich.
Foto: Rabe

15.24 Uhr: Einfach mal schnell auf den Fahrplan gucken ist hier gefährlich. Bei so vielen Buchstaben und Eventualitäten, vertut man sich schnell bei den Abfahrtszeiten. Fährt mein Bus nur an Schultagen? Oder hält er womöglich nicht überall? Doppelt hinschauen lohnt sich.

Menschenleer: die Haltestelle Rathaus in Häslach. Foto: Rabe
Menschenleer: die Haltestelle Rathaus in Häslach.
Foto: Rabe

15.08 Uhr: Die Haltestelle Häslach Rathaus, an der vier Linien Halt machen, ist so etwas wie das krasse Gegenteil der neuen Haltestellen in der Gartenstraße. Hier ist alles etwas älter, abgenutzter. Auf dem Glasdach wächst ein kleiner Moosteppich, digitale Fahrgastinformationen gib es auch nicht, dafür einen kleinen Brunnen, der aber leider nicht funktioniert. Was ebenfalls nicht funktioniert, ist das Internet. Kurz vorher noch gelobt, ist der Empfang im Umkreis von 15 Metern um diese Haltestelle plötzlich weg.

14.45 Uhr: Während unser Fahrer immer noch das Rathaus in Häslach sucht, ist Zeit für eine kleine Abschweifung: Überraschend gut funktioniert das mobile Internet. Auch auf den Verbindungsstraßen zwischen den einzelnen Gemeinden. Netzprobleme gab's nur in der Reutlinger Innenstadt in der Metzgerstraße.

14.32 Uhr: Wegen einer Straßensperrung am Ortsausgang von Pliezhausen, muss das GEA-Mobil einen Umweg vorbei an Feldern und Wiesen nehmen, bis es schließlich die nördlichste Grenze des RSV-Gebiets in Walddorfhäslach erreicht. Zusammen mit Pliezhausen, Pfullingen und Eningen haben die Gemeinden mitgeholfen das Reutlinger Stadtbuskonzept zu finanzieren und profitieren jetzt unter anderem von Taktverdichtungen. Ob das für die Leute eine Verbesserung ist, werden wir hoffentlich gleich in Erfahrung bringen.

Im Rommelsbacher Zentrum kreuzen sich viele Buslinien. Foto: Rabe
Im Rommelsbacher Zentrum kreuzen sich viele Buslinien.
Foto: Rabe

14.01 Uhr: Am Bildungszentrum Nord in Rommelsbach befindet sich die wohl längste Bushaltestelle in Reutlingen außerhalb des ZOBs. Auf etwas 200 Metern hängen elf verschiedene Fahrpläne. Manche Linien kommen hier nur drei mal täglich vorbei. Heute ist am BZN fast niemand zu sehen. Busse halten, aber niemand steigt ein oder aus. Am Mittwoch wird das ganz anders aussehen. Dann sind die Ferien vorbei und mehr als Tausend Schüler gehen hier täglich ein und aus.

Riesen-Haltestelle am BZN in Rommelsbach. Insgesamt fast 200 Meter lang. Da kommt selbst das Objektiv an seine Grenzen. Foto: Rabe
Riesen-Haltestelle am BZN in Rommelsbach. Insgesamt fast 200 Meter lang. Da kommt selbst das Objektiv an seine Grenzen.
Foto: Rabe

13.25 Uhr: Weiter geht's mit dem GEA-Mobil in Richtung Rommelsbach. Hier an der Haltestelle Rommelsbach Mitte/Zentrum laufen künftig auch einige Tangentiallinien durch, die verschiedene Bezirksgemeinden direkt verbinden. Sigrid Wurster (74) findet das neue Angebot gut, schließlich muss die Dame, die nicht mehr Auto fährt, öfters nach Sondelfingen. Heute will sie aber in die Stadtmitte. »Mal sehen, ob ich da ankomme«, sagt sie. Sekunden später steigt sie ein. Linie 3. Ab ins Zentrum.

12.50 Uhr: Die Lage in der Gartenstraße hat sich wieder etwas entspannt. Mal sehen, wie lange das so bleibt.

12.35 Uhr: Wieder eine heikle Situation an der Ecke Gartenstraße/Eberhardstraße. Ein Gelenkbus ist von der Eberhardstraße kommend nach rechts in die Gartenstraße eingebogen. Weil noch andere Busse davor stehen, ragt der komplette hintere Teil des Gelenks über den Fußgängerüberweg. Die Fußgänger haben kurz darauf grün, können die Straße aber nur neben des für sie vorgesehenen Bereichs überqueren.

Stau auf der Gartenstraße. Der Quartiersbus braucht vom Burgplatz zum Listplatz 12 Minuten. Foto: Stephan Zenke
Stau auf der Gartenstraße. Der Quartiersbus braucht vom Burgplatz zum Listplatz 12 Minuten.
Foto: Stephan Zenke

12.28 Uhr: Erster richtiger Stau auf der Gartenstraße. In Richtung Burgplatz fließt der Verkehr, auf der anderen Seite geht's nur im Stop-and-go voran. Schuld ist wohl die Ampel in der Gartenstraße auf Höhe des Kaufhofs. Die lässt nur schlappe vier Autos durch. Vom Burgplatz zum Listplatz braucht der Quartiersbus stolze 12 Minuten. Im Berufsverkehr außerhalb der Ferien will man hier sicher nicht stehen.

12.13 Uhr: In der Gartenstraße steigt Gerlinde Hebeler ein. Sie fährt häufig Bus und hat sich heute zum Ziel gesetzt, das neue Stadtbuskonzept zu testen. Die Linien 7, 22 und 23 ist sie schon gefahren, vor allem letztere ist für sie eine echte Verbesserung.

Hadi Rezei war früher Lastwagenfahrer. Foto: Rabe
Hadi Rezei war früher Lastwagenfahrer.
Foto: Rabe

12.09 Uhr: Hadi Rezei heißt der Fahrer der Linie 82. Er kommt aus Afghanistan und hat früher im Iran als Lastwagenfahrer gearbeitet. Seit Mai fährt er in Reutlingen Bus. Das sei viel schwieriger, als einen Lkw zu steuern, sagt er. Weil hier Menschen an Bord sind und auf die müsse man sehr gut aufpassen. Aufpassen muss Hadi jedoch zuerst auf einen Hund, dessen Herrchen wohl kurz die Kontrolle über die Leine verloren hat.

So sioeht einer der neuen Quartiersbusse von innen aus. Foto: Rabe
So sioeht einer der neuen Quartiersbusse von innen aus.
Foto: Rabe

12.07 Uhr: Der kleine Quartiersbus ist ein schönes, neues Fahrzeug, das 15 Sitz- und 11 Stehplätze bietet. Wenn ein Rollstuhlfahrer mit an Bord ist, fallen jeweils zwei Plätze weg. Die Sitze sind links in Zweierreihen angeordnet, rechts hat immer nur eine Person Platz. Bequem sind fast alle Sitze, mit Ausnahme der Reihe direkt über dem Radkasten. Der Abstand zur Lehne davor ist so gering, das die Knie fast keinen Platz haben. Nettes Detail: An jeder Sitzreihe steht eine USB-Ladebuchse zur Verfügung.

11.44 Uhr: Verwirrung an der Haltestelle Burgholz. Hier an der Freien Evangelischen Schule hält nicht nur die Linie acht, sondern auch einer der neuen Quartiersbusse mit der Nummer 82. Von hier aus geht's zur Stadtmitte, wo der Bus zur Linie 81 wird und zum Lerchenbuckel weiterfährt. Montag bis Freitag im 60-Minutentakt, heißt es in der kompakten Version des Fahrplanbuchs. Der Plan an der Haltestelle sagt jedoch etwas anderes: 6.04, 7.04, 8.04 und dann lediglich alle zwei Stunden. Egal, um 12.04 fährt der nächste, mal schauen, wie der von innen aussieht.

11.00 Uhr: Acht Linien halten am Leonhardsplatz seit heute. Wenn mehrere gleichzeitig von der Kaiserstraße in die Seestraße einbiegen, um an diesem neuen Knotenpunkt anzuhalten, könnte es eng werden. Beide passen kaum in die Haltebucht, einer wird dann mit dem Heck in die Kaiserstraße hineinragen und den restlichen Verkehr behindern.

Wo fährt mein Bus? Magdalini Gioftsiou sucht am Leonhardsplatz eine passende Verbindung.
Wann fährt mein Bus? Magdalini Gioftsiou sucht am Leonhardsplatz eine passende Verbindung. Foto: Rabe
Wann fährt mein Bus? Magdalini Gioftsiou sucht am Leonhardsplatz eine passende Verbindung.
Foto: Rabe

10.44 Uhr: Ganz neu ist die Haltestelle am Leonhardsplatz. Noch ist sie nicht ganz fertig, die Fahrgastinformation sind gar nicht in Betrieb. Magdalini Gioftsiou steht vor den Fahrplänen und grübelt, welchen Bus sie nehmen muss. Sie will zum Markwasen. Früher ist sie immer in der Burgstraße eingestiegen, jetzt ist der Leonhardsplatz ihr Startpunkt. Das neue Stadtbuskonzept findet sie gut, jetzt hat sie eine größere Auswahl an Bussen. Positiv sei auch, dass die Linie 11 jetzt statt bis 20 Uhr, sogar bis 23 Uhr fährt.

10.12 Uhr: Die Crew im GEA-Mobil fährt gleich weiter zum Leonhardsplatz und dann mit einem der neuen Quartiersbusse nach Eningen. Über Rommelsbach wird es später dann bis nach Walddorfhäslach gehen, dem äußersten Ende des RSV-Gebiets. Irgendwann wird's dann durch den Feierabendverkehr wieder zurück zum Pressehaus am Burgplatz gehen.

10.00 Uhr: Nach dem morgendlichen Berufsverkehr hat sich die Lage auf den Straßen in der Reutlinger Innenstadt wieder etwas beruhigt. Zeit für ein erstes Fazit: Das neue Stadtbuskonzept ist gut gestartet. Von Verkehrschaos und Stau keine Spur. Spannend wird das Ganze aber vorallem in den Stoßzeiten, wenn die Schule wieder gestartet ist. Auch in Sachen Kommunikation hat die Stadt einen guten Job gemacht, nur in der Metzgerstraße und in der Stadtmitte wussten Menschen teilweise nicht, wohin. 

Tote Hose am ZOB. Die Haltestellen in der Stadtmitte sind nicht mehr das Epizentrumm des Reutlinger Busverkehrs. Foto: Rabe
Tote Hose am ZOB. Die Haltestellen in der Stadtmitte sind nicht mehr das Epizentrumm des Reutlinger Busverkehrs.
Foto: Rabe

9.26 Uhr: Der ZOB als Epizentrum des Reutlinger Busverkehrs ist Geschichte. An einigen Haltestellen wurden die digitalen Fahrgastinformationen bereits abgeschraubt, manche Linien halten hier gar nicht mehr. Um diese Zeit ist es deshalb auch deutlich ruhiger als noch vergangene Woche. Richtig lebhaft war's hier nur am Morgen. Viele Passagiere wussten nicht, welchen Bus sie nehmen sollten, oder wo er abfährt. Die meisten Nachfragen gab es zu den Linien 2, 12, 7 und 22, sagt eine von vier jungen Frauen, die den Passagieren helfen sollen. »Die meisten Fahrgäste haben verständnisvoll reagiert, nur wenige waren verärgert«, sagt sie.

GEA-Redakteur Kaya Egenberger zeigt einer Frau, wann und wo der Bus nach Eningen abfährt. Foto: Rabe
GEA-Redakteur Kaya Egenberger zeigt einer Frau, wann und wo der Bus nach Eningen abfährt.
Foto: Rabe

9.10 Uhr: Während die Gartenstraße jetzt belebter ist denn je, ist die Metzgerstraße fast leer. Abgesehen von den parkenden Lieferwagen, die für den Abbau des Weindorfs bereitstehen. Busse fahren hier keine mehr, die Haltestellen stehen dort allerdings noch - mit Fahrplänen. Ein klarer Hinweis, dass hier kein Bus mehr hält, sucht man vergebens. Eine Frau steht einsam und verlassen und wartet. Sie will nach Eningen. Dass das neue Stadtbuskonzept heute gestartet ist, weiß sie, nicht aber, dass sie hier bis zum Sanktnimmerleinstag auf die Linie eins gewartet hätte. Zum Glück ist an Bord des GEA-Mobils auch ein aktuelles Fahrplanbuch. Die Linie eins nach Eningen fährt jetzt in der Gartenstraße ab. Die Frau zieht mit einem Lächeln ab.

8.44 Uhr: Der Listplatz ist die meistfrequentierte Bushaltestelle im Reutlinger Stadtbusnetz. Von Chaos jedoch keine Spur. Vermutlich auch deshalb, weil Hilfe in Form der Mobilitätszentrale direkt nebenan ist und weil aktuell noch Ferien sind. Wenn die Schule angefangen hat, dürfte hier zu Stoßzeiten Hochbetrieb herrschen.

Nachschub an Fahrplanbüchern für die Mobilitätszentrale.
Nachschub an Fahrplanbüchern für die Mobilitätszentrale. Foto: Stephan Zenke
Nachschub an Fahrplanbüchern für die Mobilitätszentrale.
Foto: Stephan Zenke

8.30 Uhr: Entspannte Stimmung in der RSV-Mobilitätszentrale. Draußen rauscht der Berufsverkehr vorbei, drinnen herrscht Stille. »Es ist noch recht ruhig, bis jetzt waren vielleicht zehn Kunden da«, sagt Teamleiterin Stefanie Ammer, und schaut zufrieden aus. Gab's schon Beschwerden? »Eine einzige«, meint sie, »bis jetzt scheint's zu laufen. Natürlich läuft es«. Auf Rollwagen bringen Kollegen stapelweise neue Fahrplanbücher in die Mobilitätszentrale.

8.22 Uhr: Bernd Kugel, Marketingleiter der Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft (RSV), der ebenfalls in diversen Bussen unterwegs ist, hat auch schon gemerkt, dass viele Busse mit der Aufschrift Betriebsfahrt herumfahren. Das soll aber im Laufe des Tages besser werden. »Immer wenn die Busse am ZOB vorbeifahren, bekommen sie via W-Lan ein Update.«

8.18 Uhr: Was sehr gut funktioniert, ist das Einfahren in die engen Kurven an den Kreuzungen Gartenstraße/Beutterstraße und Gartenstraße/Karlstraße. Hier haben die Busfahrer offensichtlich gut geübt.

Foto: Stephan Zenke
Foto: Stephan Zenke

8.06 Uhr: Dichtes Gedränge an der Haltestelle Hauptbahnhof/Gartenstraße am Kaufhof. In Richtung Planie halten gleich drei Busse. Der hintere ragt über den kompletten Radweg hinaus auf die Karlstraße. Autofahrer kommen vielleicht gerade noch vorbei, für Radler wird es jedoch gefährlich. Kurz darauf ein ähnlicher Vorfall: Wieder steht ein Bus halb auf der Karlstraße, weil der Bus vor ihm nicht weit genug nach vorne gefahren ist, obwohl viel Platz ist. Hier ist eindeutig noch Verbesserungsbedarf.

7.43 Uhr: Auf Höhe der Volksbank braucht ein Mercedesfahrer einige Versuche, um parallel zum Bordstein einzuparken. Er hat Glück, dass gerade für einige Minuten weniog los ist auf der Gartenstraße. Klar ist aber auch: Im Feierabendverkehr und außerhalb der Ferienzeit würde er den Betrieb hier zum Erliegen bringen. Denn vorbeifahren geht hier nicht, die Gartenstraße ist nur zweispurig.

Eine der freundlichen Damen, die in der Gartenstraße ratsuchenden Fahrgästen helfen.
Eine der freundlichen Damen, die in der Gartenstraße ratsuchenden Fahrgästen helfen. Foto: Stephan Zenke
Eine der freundlichen Damen, die in der Gartenstraße ratsuchenden Fahrgästen helfen.
Foto: Stephan Zenke

7.27 Uhr: Wer nicht weiß, welchen Bus er nehmen soll, oder ob er an der richtigen Haltestelle steht, wendet sich am Besten an die unzähligen jungen Mitarbeiter in grünen RSV-Westen, die am ZOB und an vielen anderen Haltestellen stehen. Eine davon ist Chiara Dell'Anna. Zwei Wochen lang wird sie diesen Job machen. Heute Morgen hat sie in der Stadtmitte schon einiges zu tun gehabt. »Viele wussten nicht, welchen Bus sie jetzt nehmen müssen«, sagt sie.

Foto: Stephan Zenke
Foto: Stephan Zenke

7.22 Uhr: An der Bushaltestelle Planie in Richtung Hauptbahnhof hält ein fast leerer Bus. Betriebsfahrt steht darauf. Der Busfahrer öffnet die Tür und fragt: »Linie vier, noch jemand für Linie vier?«. Dann fährt er weiter. Auffällig: Es ist nicht der einzige Bus, dessen Display Betriebsfahrt anzeigt.

7.15 Uhr: Das neue Stadtbuskonzept in Reutlingen ist gestartet. Von heute an soll alles »busser« werden, auch dank der neugestalteten Gartenstraße, die mit drei Bushaltestellen Hauptbahnhof/Gartenstraße, Gartentor und Planie als zentrale Achse für den Busverkehr dienen soll. 13 Linien machen hier Halt, in Spitzenzeiten kommen die Fahrzeuge hier im Zweiminutentakt vorbei. Trotzdem ist von Stau an diesem Morgen nichts zu sehen. Bis auf die Busse und ihre Passagiere ist die Gartenstraße eher leer, Individualverkehr sieht man nur wenig.

7.00: Es geht los. Mit dem GEA-Mobil machen sich drei Redakteure auf den Weg, den Start des Reutlinger Stadtbuskonzepts unter die Lupe zu nehmen. (GEA)

Im GEA-Mobil bei der Arbeit: Die Redakteure Kaya Egenberger (links) und Stephan Zenke.
Im GEA-Mobil bei der Arbeit: Die Redakteure Kaya Egenberger (links) und Stephan Zenke. Foto: Rabe
Im GEA-Mobil bei der Arbeit: Die Redakteure Kaya Egenberger (links) und Stephan Zenke.
Foto: Rabe