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Aktuell Corona

Reutlinger Tierheim geht Personal und Geld aus

Die Krise stellt das Tierheim vor personelle und finanzielle Herausforderungen. Die ehrenamtlichen Helfer fehlen, Spenden und Tieradoptionen sind zurückgegangen

Katzen sind schlau und eigenständig, sie suchen sich alleine ein schattiges und kühles Plätzchen.
Foto: Stephan Zenke
Foto: Stephan Zenke

REUTLINGEN. Das Tierheim Reutlingen hat derzeit stark mit der Corona-Krise zu kämpfen. Weil keine Besucher mehr ins Tierheim kommen dürfen, gehen die Tiervermittlungen zurück. Da aber weiterhin Fund- und Abgabetiere ins Tierheim kommen, steigt die Zahl der Tiere, die versorgt werden, an. Hinzu komme eine große personelle Belastung, teilt das Tierheim mit.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, arbeiten die Tierpfleger mittlerweile in Teams. Ehrenamtliche Helfer fallen weg. Auch die für den gemeinnützigen Tierschutzverein so wichtigen Spendengelder bleiben aus.

»Wir arbeiten derzeit im 2-Schicht-Betrieb, um zu verhindern, dass bei einem Krankheitsfalls das ganze Team in Quarantäne muss und die Versorgung der Tiere zusammenbricht«, erklärt Christl Nossek-Lausecker, Vorsitzende des Tierschutzvereins Reutlingen. »Durch die Krise brechen zudem viele ehrenamtliche Helfer weg, die nicht mehr kommen können. Das geht bereits jetzt an die körperlichen Grenzen der Übrigen.«

Pfleger versorgen 150 Tiere

Die Tierpfleger im Tierheim Reutlingen versorgen derzeit insgesamt 150 Tiere. Tiere von Corona-Patienten sind bisher noch keine im Tierheim abgegeben worden. »Trotzdem wissen wir nicht, was noch kommt«, sagt Nossek-Lausecker. Problematisch sei neben der Neuaufnahme von Tieren aktuell vor allem die erschwerte Vermittlung. Auch auf Anraten des Deutschen Tierschutzbundes hin hat das Tierheim Reutlingen seit fünf Wochen für Besucher geschlossen. Interessenten können nur zu fest ausgemachten Einzelterminen ins Tierheim kommen.

Weil das Tierheim schweren Herzens den Ostermarkt absagen musste und das Tierheim-Café vermutlich auch ausfallen wird, fehlen Spendeneinnahmen. Das Tierheim verzeichne zudem einen Rückgang von Geldspenden. »Über kurz oder lang werden wir dies extrem zu spüren bekommen«, befürchtet Nossek-Lausecker.

Sie hofft, dass viele tierliebe Menschen auch angesichts der Krise und eigener Sorgen noch die Tiere im Blick haben. »Wir freuen uns sehr über jede Unterstützung«, sagt Nossek-Lausecker. Spenden können auf das Spendenkonto des Tierschutzvereins (IBAN: DE25 6405 0000 0000 1143 05) überwiesen, Sachspenden kontaktlos in der Spendenhütte vor dem Tierheim abgestellt werden. (eg)