REUTLINGEN. Eine kleine Menge eines unbekannten Pulvers in einem Briefumschlag, der ganz normal mit der Post gekommen war, hatte in der Reutlinger Firma einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war offenbar nicht ganz wohl dabei gewesen. Möglicherweise hätte es sich ja auch um eine gefährliche Substanz, im schlimmsten Fall sogar Gift handeln können, so die Befürchtung.
Einen Tag später kam jetzt die Entwarnung durch die Untersuchungsergebnisse des Landeskriminalmtes in Stuttgart: Beim weißen Pulver handelt es sich um herkömmliches Natron, landläufig auch als Backpulver oder unter den Bezeichnungen Speisesoda, Backsoda, Backnatron oder Speisenatron bekannt. Also völlig ungefährlich und harmlos.
Dennoch gehen die Ermittlungen der Reutlinger Polizei weiter. Ermittelt wird jetzt wegen des Verdachts der Bedrohung. Sprecher Christian Wörner sagte auf Nachfrage des GEA: »Der Briefumschlag wird jetzt von unseren Kriminaltechnikern genau unter die Lupe genommen. Sie suchen beispielsweise nach Fingerabdrücken darauf.«
Im Briefumschlag steckte offenbar nicht nur das Backpulver sondern auch eine Art Schriftstück. Was darin steht, kann die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. »Hier handelt es sich um Täterwissen«, so Wörner. Das darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen, um dem Täter oder den Tätern keinen ermittlungstaktischen Vorteil zu verschaffen. Täter können sich beispielsweise vor Gericht besser verteidigen, wenn hilfreiche Informationen durch die Medien bekannt geworden sind. So gehört meist die Tatwaffe zum Täterwissen, das nicht bekannt gegeben wird. (GEA)

