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Aktuell Freizeit

Regeln fürs Tanzparkett gelockert

Die Tanzschulen in der Region nehmen nach und nach wieder den Betrieb auf. Paare aus einer Hausgemeinschaft und dauerhafte Tanzpartner dürfen miteinander aufs Parkett und müssen keine Masken tragen.

Sandra Felder und Ralph Boden betreiben die Tanzschule Tanzen und Spaß in Reutlingen.   FOTO: PIETH
Sandra Felder und Ralph Boden betreiben die Tanzschule Tanzen und Spaß in Reutlingen. FOTO: PIETH
Sandra Felder und Ralph Boden betreiben die Tanzschule Tanzen und Spaß in Reutlingen. FOTO: PIETH

REUTLINGEN. Das Lachen, die Musik, die tägliche Begegnung mit den Kindern und das Tanzen: »Wie hat mir das gefehlt in den letzten Wochen!« Für Katharina Zenke ist der Ballettsaal ihr zweites Zuhause. Sie ist froh, dass ihre seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie geschlossene Reutlinger Tanzschule Musik – Spiel – Tanz in der kommenden Woche wieder in Betrieb geht. Freilich wird vieles ganz anders laufen als gewohnt: Die von der Landesregierung auferlegten Hygiene-und Abstandsregeln verlangen der Branche, in der Nähe und Körperkontakt auf der ersten Blick unvermeidlich erscheinen, einiges an Organisationstalent und kreative Lösungen ab.

Wie viele Kollegen hat Katharina Zenke noch gewartet, obwohl die Landesregierung den Tanzschulen bereits ab dem 2. Juni grünes Licht gab. Die strengen Auflagen wurden inzwischen etwas abgespeckt, was das Platzangebot pro Teilnehmer anbelangt.

Viel Platz für Tanzen, Musik und Spiel: Katharina Zenke in ihrem großen Ballettsaal.
Viel Platz für Tanzen, Musik und Spiel: Katharina Zenke in ihrem großen Ballettsaal. Foto: Frank Pieth
Viel Platz für Tanzen, Musik und Spiel: Katharina Zenke in ihrem großen Ballettsaal.
Foto: Frank Pieth

Kulturgut Tanzen

»Jetzt macht es langsam Sinn zu öffnen«, sagt Alexander Ratkovic, Sprecher Süddeutschland des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer Verbands (ADTV). Bislang sei etwa die Hälfte der Betriebe in seinem Zuständigkeitsbereich wieder an den Start gegangen. Ratkovic findet, dass der Regelfindungsprozess der Landesregierung für die Tanzschulen »schlecht gelaufen« sei. »Tanzen ist ein Kulturgut, das wurde aber nicht berücksichtigt.«

Ralph Boden von der Tanzschule Tanzen und Spaß findet, dass Deutschland die Krise bislang gut gemeistert hat. Er berichtet, dass die Kunden der Tanzschulen treue Seelen sind. Kaum einer habe seinen Vertrag in den vergangenen Wochen gekündigt oder Beitragszahlungen eingestellt.

Noch mindestens bis zum Herbst müssen sich die Schüler gedulden, die den Abschluss ihres Tanzkurses traditionell im Mai oder Juni mit einem großen Ball feiern – bis dahin, so hoffen Tänzer und Tanzschulen, könnte auch das wieder möglich sein, wenn die Infektionszahlen im Land weiter konstant bleiben. (ele)

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie morgen bei GEA+, im E-Paper und in der gedruckten Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers