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Aktuell Prozess

Rätsel um Brandstiftung in Reutlinger Shisha-Bar

Angeklagter gibt Einbruch zu, will aber kein Feuer gelegt haben. Sachverständige spricht von zwei Brandherden.

Rauch steigt in einer Shisha-Bar aus einer Wasserpfeife (Archivbild).
Rauch steigt in einer Shisha-Bar aus einer Wasserpfeife (Archivbild). Foto: dpa
Rauch steigt in einer Shisha-Bar aus einer Wasserpfeife (Archivbild).
Foto: dpa

REUTLINGEN. In den frühen Morgenstunden des 18. März 2016 brach ein 33-jähriger Reutlinger in eine Shisha-Bar in der Innenstadt ein. Die Polizei stellte später fest: Zwei Spielautomaten wurden geknackt. Außerdem brannte es noch in der Shisha-Bar. Der 33-Jährige bestritt aber am ersten Verhandlungstag vor der 2.Großen Strafkammer des Tübinger Landgerichts, den Brand gelegt zu haben. Außerdem will er nur einen Automaten aufgebrochen haben.

Nach der Aussage einer Brandsachverständigen des Landeskriminalamts am Dienstag entstand das Feuer an zwei Stellen im Bereich der Geldspielautomaten. Auslöser war wahrscheinlich Toilettenpapier, das möglicherweise mit Lösungsmittel oder auch Alkohol getränkt und danach entzündet worden war. Den Brand selbst hatte die Feuerwehr an dem Morgen schnell gelöscht. Akute Gefahr hatte zu dem Zeitpunkt für die Bewohner des Hauses, die über der Shisha-Bar wohnen, offenbar nicht bestanden.

Auf der Anklagebank sitzt noch ein Kumpel des 33-Jährigen. Er soll, so glaubt die Staatsanwaltschaft, vor dem Hause Schmiere gestanden haben. Der 28-Jährige schweigt aber bisher zu den Vorwürfen. Das Pikante an der Sache: Er ist ein Bruder des Bar-Pächters. Zwei Zeugen, die den 28-Jährigen hätten entlasten können, erschienen nicht vor Gericht. (GEA)