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Mehr als 200 Teilnehmer beim virtuellen Reutlinger Altstadtlauf

Eigentlich wäre die Reutlinger Altstadt gestern voll gewesen: Knapp 1.500 Läufer und mehr als doppelt so viele Zuschauer kommen in normalen Zeiten zum Altstadtlauf der Interessengemeinschaft Laufen (IGL). Da die Zeiten momentan aber wegen der Corona-Pandemie nicht ganz so normal sind, ist der klassische Lauf abgesagt worden. Was bei weitem nicht heißt, dass die Läufer an diesem Wochenende untätig sind

Freuen sich, dass so viele Menschen beim virtuellen Lauf mitmachen - und laufen die 10 Kilometer auch selbst (von links): Horst Jägel, Michael Röder und Peter Rall vom Vorstandsteam der Interessengemeinschaft Laufen (IGL). Foto: Kathrin Kammerer
Freuen sich, dass so viele Menschen beim virtuellen Lauf mitmachen - und laufen die 10 Kilometer auch selbst (von links): Horst Jägel, Michael Röder und Peter Rall vom Vorstandsteam der Interessengemeinschaft Laufen (IGL).
Foto: Kathrin Kammerer

REUTLINGEN. Das Handy ist heute der wichtigste Lauf-Begleiter für Horst Jägel, Peter Rall und Michael Röder. Und auch für die rund 200 anderen Sportler, die zum virtuellen Reutlinger Altstadtlauf angetreten sind. Die App viRace ermöglicht es den großen und kleinen Läufern nämlich, alleine oder in kleinen Gruppen zu laufen, sich aber trotzdem - zumindest ein bisschen - wie in einem Wettbewerb zu fühlen.

Beim 1,5-Kilometer-Lauf haben sich 22 Teilnehmer angemeldet, beim 5-Kilometer-Lauf 78 Teilnehmer und beim 10-Kilometer-Lauf sogar 116 Teilnehmer. »Wir freuen uns sehr über die mehr als 200 Teilnehmer, das ist schließlich unser erster virtueller Lauf«, sagt Horst Jägel. »Wir hatten ursprünglich gesagt, wenn 100 teilnehmen, dann ist's gut.« Mit den mehr als 1.400 Teilnehmern vom letzten Jahr kann die diesjährige Auflage zwar lange nicht mithalten, aber immerhin musste die IGL ihr Lauf-Event so nicht ganz ausfallen lassen. 

Über die App viRace können die drei Herren aber nicht nur den aktuellen Teilnehmerstand abfragen. Sie können auch nachschauen, wie viele Teilnehmer es bei anderen 10-Kilometer-Läufen auf der ganzen Welt gibt. Und in diesem Vergleich steht der Reutlinger Altstadtlauf - ganz zu ihrer Freude - gar nicht mal so schlecht da. Die App ermöglicht auch ungewöhnliche Formen der Lauf-Globalisierung, berichten sie weiter: Ein anderes IGL-Mitglied sei neulich beispielsweise virtuell beim 10-Kilometer-Lauf im New Yorker Central Park mitgelaufen.

Was die App ebenfalls ermöglicht: Man kann sich mit anderen, ausgewählten Teilnehmern messen. Jägel, Rall und Röder können so also ganz alleine auf ihrer jeweiligen Lieblingsstrecke laufen, sich nebenher aber auch einen Ansporn holen und das Wettbewerbsgefühl wenigstens ein wenig genießen. Und dann, eine knappe Stunde vor dem Start, macht sich Röders App bemerkbar. »Jetzt sollte ich mich aufwärmen«, sagt er. Die App sagt auch noch andere Sachen: Beispielsweise weist sie den Läufer darauf hin, dass er kurz vor dem Start nochmal aufs Klo sollte. Und fragt ihn, ob seine Schnürsenkel auch richtig gebunden sind.

»Der Flair wird heute sicher fehlen«, sagt Peter Rall etwas wehmütig. Der 76-Jährige peilt heute an, die 10 Kilometer in weniger als einer Stunde zu laufen. »Beim normalen Altstadtlauf ist die Stimmung so toll, das vergisst man ganz, dass man 10 Kilometer läuft.« Immerhin hat's der Wettergott heute gut mit den virtuellen Altstadtläufern gemeint: Als der Hauptlauf um 10.30 Uhr startet, strahlt die Sonne und ein angenehmer Wind sorgt für ein bisschen Abkühlung. Die Sieger der drei Läufe sind ab dem 12. Juli auf der Homepage der IGL zu finden. (GEA)