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Kreisforstamt Reutlingen warnt vor dem bösen Borkenkäfer

Der böse Borkenkäfer. Foto: Adobe Stock
Der böse Borkenkäfer.
Foto: Adobe Stock

REUTLINGEN. Aufgrund des nahezu frostfreien Winters und der warmen, trockenen Witterung im Frühjahr besteht die Gefahr einer rasanten Entwicklung der Borkenkäferpopulation.

Der warme und trockene April hat die erste Schwärmphase der Borkenkäfer um einige Wochen nach vorne verschoben. Die Borkenkäfer haben frühzeitig ihre Überwinterungsquartiere verlassen und sich in umgebendes Fichtenholz zur Brutanlage eingebohrt. Eine zügige Käferholzaufarbeitung ist daher notwendig, um die verbleibenden Fichtenwälder zu erhalten.

Das Kreisforstamt erinnert in diesem Zusammenhang private Waldbesitzer an die äußerst wichtige Borkenkäferüberwachung. Die Wälder sollten ab sofort in regelmäßigen Abständen (14-tägiger Turnus) auf Borkenkäferbefall untersucht werden. Befallene Bäume können bereits zu einem frühen Befallszeitpunkt an braunem Bohrmehl in Rindenschuppen am Stammfuß oder in Spinnweben, an Harztröpfchen am Stamm, an Spechteinhieben sowie an einer Rotfärbung der Baumkrone erkannt werden. Im Falle eines Borkenkäferbefalls muss sofort mit der Aufarbeitung der betroffenen Bäume begonnen werden. Hierzu können private Waldbesitzer mit dem örtlich zuständigen Revierleiter Kontakt aufnehmen und forstliche Beratung in Anspruch nehmen.

Es wird empfohlen frisch eingeschlagenes Holz zu entrinden oder als Brennholz aufzuarbeiten, um es für die Borkenkäfer brutuntauglich zu machen. Aktuell bestehen aufgrund der Sturmwürfe im Februar und einer zurückgehenden wirtschaftlichen Tätigkeit nur noch geringe Vermarktungsmöglichkeiten für diese Hölzer.

Bäume bei denen bereits die Rinde abgefallen ist und die trocken sind, bedeuten keine Borkenkäfergefahr mehr. Diese können in der derzeitigen Situation stehengelassen werden. Die benachbarten gesunden Fichten sollten gezielt auf einen Borkenkäferbefall hin kontrolliert werden.

Die Borkenkäferbekämpfung wird nur dann erfolgreich sein, wenn mit der Ausführung dieser Maßnahmen sofort nach Erkennen des Befalls begonnen wird. Ansonsten kann die Aufarbeitung, bzw. der Abtransport der befallenen Hölzer nicht mehr vor dem Ausflug der neuen Borkenkäfergeneration (Entwicklungsdauer nur ca. 6 Wochen) beendet werden. Mit jeder neuen ausfliegenden Borkenkäfergeneration vergrößert sich die Käferpopulation um das 20-fache. Dieses bedeutet nicht nur eine hohe Gefahr für den eigenen Fichtenbestand, sondern es sind auch umliegende Nadelholzbestände direkt bedroht.

Weitere Informationen zum Thema Wald gibt es beim Kreisforstamt (Tel. 07121-480-3210) sowie über die Internetseite des Kreisforstamtes unter www.kreis-reutlingen.de/kreisforstamt (pm)