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»Kontakthalten« auf allen Kanälen mit den Bewohnern der RAH-Altenheime

Irmgard Blechert telefoniert auf Skype mit ihrer Familie.
Irmgard Blechert telefoniert auf Skype mit ihrer Familie. Foto: Privat
Irmgard Blechert telefoniert auf Skype mit ihrer Familie.
Foto: Privat

REUTLINGEN. Sie sind doppelt belastet: Ältere Menschen gehören nicht nur zur Risikogruppe, sie leiden zudem unter der Zwangsisolation, in die sie die Coronaverordnung zu ihrem Schutz gebracht hat. Die Umarmung mit einem Freund oder Familienangehörigen kann niemand ersetzen. Aber mit der verbalen Kommunikation »kann man sich über Wasser halten«, meint Erna Lips, die im März in das Seniorenheim Haus zur Dorfschule in Rommelsbach gezogen ist, nachdem ihr Mann kurz vorher verstorben war.

Die 83-Jährige hat in den vergangenen Wochen noch häufiger als sonst mit Bekannten und der Familie telefoniert. Und sie hat das Briefeschreiben intensiviert – auch auf Anregung des Betreuungsteams der Reutlinger Altenhilfe (RAH). Katrin Kilian, Koordinatorin der therapeutisch-aktivierenden Dienste, berichtet von positiven Erfahrungen mit der Aktion »Kontakthalten«: In den sechs Häusern der RAH versuchen die Mitarbeiter, den Außenkontakt ihrer Klienten auf allen Kanälen in Gang zu halten.

Erna Lips schreibt gern Briefe.  FOTOS: RAH
Erna Lips schreibt gern Briefe. FOTOS: RAH Foto: Privat
Erna Lips schreibt gern Briefe. FOTOS: RAH
Foto: Privat

Auch neue digitale Medien, wie das Tablett, sind dazu gekommen; die Videotelefonie werde gut angenommen. Auch Ältere mit Demenzerkrankung könnten davon profitieren, weil manche ihre Gesprächspartner so besser erkennen.

»In den Büros der Mitarbeiter klingelt das Telefon mittlerweile unentwegt«, beschreibt RAH-Geschäftsführer Timo Vollmer. Eine 96-jährige Bewohnerin habe zum ersten Mal in ihrem Leben geskypt, mit Tochter, Enkelin und Urenkelin. Angehörige bedankten sich für die gute Idee in der misslichen Lage. (ele)