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Aktuell Falschparker

In Reutlingen werden falsch geparkte Autos künftig konsequenter abgeschleppt

Wer in Reutlingen widerrechtlich parkt, insbesondere auf Behindertenparkplätzen oder an E-Ladestationen, muss künftig verstärkt damit rechnen, dass sein Auto abgeschleppt wird. Das Ordnungsamt reagiert damit auf einen Antrag der dreiköpfigen Faktion »Wir in Reutlingen« (WiR).

Bislang werden in Reutlingen im Jahr etwa 100 Autos im Auftrag des Ordnungsamtes abgeschleppt, weil sie widerrechtlich parken. K
Bislang werden in Reutlingen im Jahr etwa 100 Autos im Auftrag des Ordnungsamtes abgeschleppt, weil sie widerrechtlich parken. Künftig dürften es deutlich mehr werden… Foto: Stratenschulte/dpa
Bislang werden in Reutlingen im Jahr etwa 100 Autos im Auftrag des Ordnungsamtes abgeschleppt, weil sie widerrechtlich parken. Künftig dürften es deutlich mehr werden… Foto: Stratenschulte/dpa

REUTLINGEN. WiR-Fraktionschef Professor Dr. Dr. h.c. Jürgen Straub hatte die Stadtverwaltung im Januar schriftlich »aufgefordert, unberechtigt Parkende auf Behindertenparkplätzen und an Ladesäulen abzuschleppen beziehungsweise. gerechtfertigtes Abschleppen umzusetzen«. Am Mittwochabend erläuterte Ordnungsamtsleiter Albert Keppler den Mitgliedern des Bauausschusses die bisherige Abschlepp-Praxis und zeigte auf, dass es manchmal schneller gehe und im Sinne der Verhältnismäßigkeit sei, wenn man die Halter der widerrechtlich abgestellten Autos im unmittelbaren Umfeld ausfindig mache – oder per Anruf.

Die Stadt lasse pro Jahr bis zu 100 Fahrzeuge abschleppen, berichtete Keppler. Die Zahl steige an, »da die besonders gefährlichen oder belästigenden Parkvorgänge leider zunehmen«. WiR-Stadtrat Marco Wolz hielt Stuttgarter Zahlen dagegen: Die Landeshauptstadt habe fünfmal mehr Einwohner als Reutlingen, aber es gebe fünfzigmal so viele Abschleppvorgänge. Im bundesweiten Vergleich sei erkennbar, dass »im Süden eher etwas toleranter« verfahren werde, wenn es ums Abschleppen geht, als im Norden der Republik.

Nicht alle Räte favorisierten ein generell rigoroseres Vorgehen (Jürgen Fuchs, FWV: »Ich bin gegen eine Hexenjagd auf Autos«). Konsens herrschte jedoch, soweit erkennbar, beim Thema Behindertenparkplätze: »Ein Behindertenparkplatz ist für mich ein heiliger Parkplatz«, meinte Sebastian Weigle, SPD. Und auch Gabriele Gaiser (CDU) plädierte dafür, besonders bei Behindertenparkplätzen »hart durchzugreifen«.

Ordnungsamtsleiter Keppler signalisierte, »die Stimmung und Appelle« aufzunehmen und das Freihalten von Radwegen, Bushaltstellen, Gehwegen und Sonderparkplätzen für Behinderte oder Elektrofahrzeuge »verstärkt auch durch Abschleppmaßnahmen durchzusetzen«. (GEA)

 

 

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