REUTLINGEN. In kleinen, sparsamen Schritten soll der Marktplatz verschönert werden. Am Mittwoch wurden die ersten vier von insgesamt fünf neuen Ahornbäumen an Standorten eingepflanzt, die in einem langen Verfahren vor allem mit den Marktbeschickern abgestimmt worden waren. Das ist aber noch längst nicht alles, was die Aufenthaltsqualität in der Stadtmitte verbessern soll.
Im Frühling und Sommer werden die »Freeman Ahorn« Schatten spenden, im Herbst durch ein kräftiges, rotes Blätterdach für Freude sorgen. 15 Jahre alt sind die Stämme aus der Eninger Baumschule Rall, die am Mittwoch von fachkundigen Menschen der Reutlinger Firma Lutz und Riepert mit einem Kran und vereinten Kräften in ihre Baumquartiere mit einem Gesamtvolumen von 13,5 Kubikmetern Baumsubstrat eingesetzt wurden. Oberbürgermeister Thomas Keck und Baubürgermeisterin Angela Weiskopf griffen auch zur Schaufel.
»Die Aufenthaltsqualität soll erhöht werden«
Noch sind die Stämme gerade mal sieben bis acht Meter hoch, doch sie werden gewaltig wachsen. Jeder Ahorn kann älter als ein Jahrhundert werden. Es handelt sich um eine Investition in die Zukunft, die zur Freude von Oberbürgermeister Thomas Keck im September vom Gemeinderat beschlossen wurde. Weil aufgrund der aktuellen städtischen Haushaltslage eine grundlegende Sanierung des Marktplatzes in den nächsten Jahren nicht umsetzbar sei, soll »stattdessen durch einfache und kostengünstige Maßnahmen die Aufenthaltsqualität erhöht werden«.

Kostengünstig bedeutet eine Ausgabe von insgesamt rund 300.000 Euro im laufenden Jahr. Enthalten sind die fünf Ahornbäume, von denen der letzte erst im neuen Jahr gepflanzt werden kann, weil an seinem Standort noch die Glühweinpyramide des Weihnachtsmarktes steht. Geplant ist darüber hinaus die »Erneuerung der Belagsdeckschichten in Randbereichen, die Erneuerung der Beleuchtung, der Sitzmöglichkeiten sowie der Abfalleimer«.
»Das war ein langes Verfahren«
»Ein schöner Moment. Das war ein langes Verfahren«, erinnert Baubürgermeisterin Angela Weiskopf an zahlreiche Klimmzüge und Verhandlungen über die Platzierung der Bäume. Insbesondere waren nicht alle Marktbeschicker begeistert, es folgten aufwendige »Fahrversuche« im Morgengrauen. »Jeder Standort wurde durchdekliniert«, fasst Weiskopf zusammen.
»Wichtig ist es, diesen Platz kostengünstig aufzuwerten«, findet OB Keck. Er erwähnt den kühlenden Schatten sowie eine »Verbesserung des Mikroklimas« durch die »klimaresilienten Ahornbäume« in heißen Sommermonaten, hofft auf einen farbenprächtigen »Indian Summer in Reutlingen«. Erfreulich seien auch die kreisrunden, roten Bänke. Schließlich geht es dem Stadtoberhaupt auch um attraktive, »konsumfreie Aufenthaltsplätze«.
Ein Jahr lang genießen die Ahornstämme jetzt die »Fertigstellungspflege« durch Lutz und Riepert. Anschließend folgen vier Jahre »Entwicklungspflege« durch den Fachbetrieb. Womit ein gedeihliches Wachstum der neuen Marktplatzbegrünung gesichert erscheint. (GEA)



