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Handy-Video von Polizei-Einsatz in Reutlingen sorgt im Netz für Aufregung

Bei dem Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Reutlingen am vergangenen Samstag hat es eine Festnahme gegeben, bei der Polizisten zuvor einen Mann auf den Boden gepresst haben. Ein Handy-Video davon macht im Netz die Runde und sorgt für hitzige Diskussionen.

Auf dem Handy-Video ist zu erkennen, wie zwei Polizeibeamte einen Mann am Boden fixieren, indem sie auf seinem Kopf und seinem Körper knien. Foto: Screenshot
Auf dem Handy-Video ist zu erkennen, wie zwei Polizeibeamte einen Mann am Boden fixieren, indem sie auf seinem Kopf und seinem Körper knien.
Foto: Screenshot

REUTLINGEN. Ein Video, das bei einem Polizei-Einsatz am Rande einer Aktion von Gegnern und Skeptikern der Corona-Maßnahmen in Reutlingen gemacht wurde, sorgt im Internet für teilweise heftige Reaktionen. Auf dem etwa 90 Sekunden langen Handy-Video ist zu sehen, wie zwei Polizisten einen mutmaßlichen Gegner der Corona-Maßnahmen auf den Boden drücken, ihn dort festhalten und ihn fixieren. Die beiden Beamten knien auf dem Körper und dem Kopf des Mannes, der sich heftig wehrt und schreit. Im Hintergrund sind laute Rufe und Beschimpfungen von anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung gegen die Corona-Maßnahmen zu hören. Nach etwa 70 Sekunden steht der Mann wieder und wird abgeführt.

Die Reaktionen beispielsweise auf Twitter fallen unterschiedlich aus. Einige verurteilen das Vorgehen der Polizei scharf. So schreibt Hermann Ballat: »Spaziergänger sind jetzt Staatsfeinde und die Polizei lässt sich gut gegen Menschenrechte einsetzen.« An anderer Stelle schreibt Kevin R. Michelson: »Es sind offensichtlich einige gewaltbereite Bürger in Uniform. Ich weiß nicht, ob bei denen die Berufsbezeichnung Polizist noch angebracht ist.« Andere kommentieren nur kurz: »Sadisten, Staatsbüttel, ekelhaft.« Aber es gibt auch Menschen, die das Vorgehen der Polizei gutheißen: »Ich finds klasse. RT bin stolz auf Euch«, schreibt beispielsweise Sugarblue. 

»Auch sogenannte «Spaziergänge» sind rechtlich klar als Versammlungen zu werten«

Die Polizei Reutlingen hat sich ebenfalls im Netz geäußert. Bei Facebook heißt es dazu unter anderem: »Auch sogenannte «Spaziergänge» sind rechtlich klar als Versammlungen zu werten, da hier gemeinsam Meinungen kundgetan werden«. Dafür würden klare Regeln gelten, die einzuhalten seien. Weiter heißt es: »Aufgabe der Polizei ist es, die Einhaltung der Gesetze zu überwachen und Verstöße dagegen zu sanktionieren. Wer sich an Recht und Gesetz hält, muss sich vor der Polizei nicht fürchten – im Gegenteil, er wird dann sogar in seinen Rechten geschützt, wie beispielsweise im Rahmen von ordnungsgemäß durchgeführten Versammlungen. So einfach ist das!«

Zum konkreten Fall, der auf dem Handy-Video zu sehen ist, hat der GEA die Reutlinger Polizei befragt. Sie bestätigte die Fixierung und die Festnahme des Mannes »(...) im Zusammenhang mit der nicht genehmigten Versammlung in Reutlingen.« Zuvor habe es einen tätlichen Angriff des Mannes im Video auf Polizisten gegeben. Dieser ist im Video nicht zu sehen. Dazu teilte die Polizei weiter mit: »Im Zuge der Festnahme war es erforderlich, den Mann am Boden zu fixieren und ihm Handschließen anzulegen. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wurde noch vor Ort eingeleitet. Bei einem tätlichen Angriff handelt es sich um eine Straftat (...).« Das Handeln der eingesetzten Polizeibeamten werde jetzt überprüft: »Hierzu wird ein gesondertes Verfahren geführt, das mit Abschluss der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Entscheidung vorgelegt wird«, teilte Polizeisprecher Michael Schlüssler mit. (GEA)