Logo
Aktuell Silvesternacht

Rettungskräfte in Reutlingen und Tübingen bereiten sich auf den Jahreswechsel vor

Während die allermeisten Menschen feiernd in das Neue Jahr starten wollen, haben Rettungskräfte im Blick, dass bei Partylaune und Feuerwerk die Stimmung auch schnell kippen kann. Viele Einsatzkräfte im Haupt- und Ehrenamt sind deshalb in Habachtstellung.

Ein Krankentransportwagen der Malteser bei einem Einsatz in der Silvesternacht 2023.
Ein Krankentransportwagen der Malteser bei einem Einsatz in der Silvesternacht 2023. Foto: Alexander Thomys
Ein Krankentransportwagen der Malteser bei einem Einsatz in der Silvesternacht 2023.
Foto: Alexander Thomys

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Vor dem Jahreswechsel sind viele Menschen in Feierlaune - auch die Rettungskräfte. Dennoch wissen diese, dass die Stimmung in der Silvesternacht auch schnell kippen kann. Viele Kräfte aus dem Haupt- und Ehrenamt feiern daher in Uniform ins Neue Jahr und stehen bereit, wenn Hilfe benötigt wird. »Erfahrungsgemäß verzeichnet das Polizeipräsidium Reutlingen beim Jahreswechsel ein vermehrtes Einsatzaufkommen«, bestätigt etwa Martin Raff von der Pressestelle des Polizeipräsidiums. »In den vergangenen Jahren handelte es sich überwiegend um Auseinandersetzungen, Streitigkeiten, Sachbeschädigungen, Einsätze aufgrund alkoholisierter Personen, Brände mit unterschiedlichem Ausmaß oder Verstöße gegen das Waffengesetz durch unerlaubtes Führen von Schreckschusswaffen.« Viel Arbeit also voraussichtlich für die Polizei, die daher mit »entsprechender Stärke im Einsatz« sein wird.

Gleiches gilt für die kommunalen Ordnungshüter. In Reutlingen werden diese die Zufahrt zur Achalm kontrollieren, um zu verhindern, dass die enge Zufahrt durch Feuerwerksgucker unpassierbar wird, wie es in der Vergangenheit geschehen ist. »Die zahlreichen Fahrzeuge haben die Straßen so blockiert, dass im Notfall keine Rettungsfahrzeuge mehr durchgekommen wären«, erklärt Cordula Walleit von der städtischen Pressestelle, weshalb die Achalm-Zufahrt seit einigen Jahren an Silvester nur für die Hotel- und Restaurantgäste genutzt werden kann. In Tübingen wird das Ordnungsamt sogar mit elf Mitarbeitern unterwegs sein, um das Feuerwerksverbot in der Altstadt durchzusetzen. In Reutlingen wird dieses, so Walleit, von der Polizei überwacht.

Ehrenamtliche halten sich bereit

Auch viele Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr dürften an Silvester auf Alkohol verzichten, um im Notfall einsatzbereit zu sein. In Reutlingen wird die Abteilung Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr zusätzlich zur Wachabteilung der Berufsfeuerwehr ein Löschfahrzeug besetzen und es in der Altstadt positionieren. Auch in Tübingen geht die Feuerwehr verstärkt in die Silvesternacht. »Die Feuerwache Kelternstraße ist mit hauptamtlichen Feuerwehrleuten besetzt, die durch eine Wachbesetzung des Ehrenamts vor Ort verstärkt wird. Für die Feuerwehrhäuser im übrigen Stadtgebiet wurde im Vorfeld die Verfügbarkeit abgefragt, um so die reguläre Alarmierung zu sichern«, erklärt Pressesprecherin Nicole Romey.

Weil auch der Rettungsdienst in der Silvesternacht besonders gefordert sein dürfte, sind auch hier neben den regulären Kräften Ehrenamtliche im Einsatz. Die Reutlinger Malteser etwa besetzen drei zusätzliche Krankentransportwagen, um im Reutlinger Nordraum als »Helfer vor Ort« oder bei einem Bereitschaftsalarm - wenn die Ehrenamtlichen den Regelrettungsdienst bei größeren Einsätzen unterstützten müssen - schnell reagieren zu können. »Stationiert werden unsere Einsatzfahrzeuge in Altenburg und Sondelfingen«, erklärt Alexander Thomys, der Stadtbeauftragte der Malteser. Zugleich ist diese Wachbesetzung eine Premiere für die neue Dienststelle der Malteser in Sondelfingen.

Gleiches gilt für das DRK Kirchentellinsfurt-Kusterdingen. »Wir schauen, dass wir das Modul Erstversorgung der Einsatzeinheit und die Drohnengruppe in Kirchentellinsfurt einsatzbereit halten«, erklärt Bereitschaftsleiter Matthias Raster. In Kusterdingen feiern sechs DRKler zusammen Silvester - und stehen quasi nebenbei bereit, um als Helfer vor Ort auszurücken, sollten ihre Mitmenschen auf den Härten medizinische Hilfe benötigen.

Mehr Personal auf der Leitstelle

All diese Kräfte wollen koordiniert werden - weshalb auch die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst die Zahl ihrer Disponenten in der Silvesternacht aufstockt. »Die leitstelle wird durch zwei weitere Disponenten von der Berufsfeuerwehr Reutlingen und dem DRK verstärkt«, erklärt Gerolf Schempp, stellvertretender Rettungsdienstleiter beim DRK. Schempp nennt noch einen großen Wunsch für den Jahreswechsel: »Auch wenn es von überall sonst berichtet wird, sind wir in den letzten Jahren von Gewalt gegen Einsatzkräfte in der Silvesternacht verschont geblieben. Das wünschen wir uns so auch weiterhin.« (GEA)

Umfrage (beendet)

Kaufen Sie Feuerwerk für den Einsatz an Silvester?

Seit Montagmorgen darf Feuerwerk an Privatpersonen verkauft werden. Kurz vor Silvester decken sich viele Fans der Silvesterknallerei wieder mit Material ein.

14%
84%
2%