REUTLINGEN. Warum auch immer: Auf die zurückliegende Foto-Fahndung vom 29. Dezember fiel die Resonanz untypisch klein aus. Und auch der Fahndungserfolg ist eher mau. Konnten von insgesamt sechs Fotografien aus dem Fundus des Reutlinger Stadtarchivs doch lediglich drei Bildinhalte identifiziert werden. Diese allerdings hieb- und stichfest. Was den Hüter historischer Lichtbilder, Philipp Klais, freut, der im Übrigen auch »falsche Hinweise« als hilfreich erachtet - weil sie »die Anzahl denkbarer Möglichkeiten eingrenzen«.
Überhaupt ist das Stadtarchiv froh, dass sich Serienfolge um Serienfolge viele GEA-Leser die Mühe machen, nicht identifizierte Bildinhalte zu enträtseln. Denn nur, wenn klar ist, was oder wer wann abgelichtet wurde, lohnt es sich, das Material für künftige Generationen aufzubewahren. Den Weg ins »fotografische Gedächtnis« Reutlingens haben nach dem letzten Fahndungsaufruf qua Identifizierung folgende Fotos gefunden:
Reutlinger Museumstraße:»Eindeutig identifiziert werden«, so Philipp Klais, »konnte die Straßenansicht mit Kellerportal von etwa 1940. Es handelt sich dabei um eine Ansicht der Reutlinger Museumstraße: Rechts ist mittig das Haus der Jugend zu erkennen.«
Einige GEA-Leser können sich an frühere Funktionen des »Hauses der Jugend« erinnern. Einer von ihnen hat sich mit folgenden Zeilen ans Stadtarchiv gewandt: »Bei der Straßenansicht mit Kellerportal«, schreibt der Mann, »handelt es sich um das heutige Haus der Jugend in der Oberamteistraße. Nach dem Krieg waren dort zeitweise Arrestzellen des Amtsgerichts. Später war das Rote Kreuz mit einer Übernachtungsstelle in einem Teil des Gebäudes untergebracht.«
Albstadt-Ebingen: Ebenso unumstritten wie die Museumstraße ist auch die Identifizierung des Luftbildes von etwa 1965. Viele ortskundige GEA-Leserinnen und -Leser erkannten hier Albstadt-Ebingen im Zollernalbkreis. Ein der GEA-Fotodetektive hat laut Klais die dargestellte Ansicht besonders gut beschrieben: »Die Stadtansicht von 1965 zeigt Albstadt-Ebingen von Westen her, rechts im Bild sind die B 463 von Balingen herkommend und die Bahnlinie der Zollernbahn zu sehen. Rechts mittig befindet sich die Meßstetter Steige und dahinter der markante Malesfelsen, in der Bildmitte die evangelische Friedenskirche, die vor Kurzem verkauft wurde.«
GWG-Häuser zwischen Karl- und Liststraße: Als kniffliger stellte sich die Identifizierung der GWG-Siedlung von 1953 heraus, zu der das Stadtarchiv ebenfalls einige Tipps erreichten, mit deren Hilfe der Aufnahmeort eingegrenzt werden konnte. Dank findiger Leser wurde herausgefunden, dass das Foto nicht - wie ursprünglich vermutet - in der Siedlung Betzenried aufgenommen wurde, sondern stattdessen die Gebäude zwischen Karlstraße und Liststraße (genauer: Karlstraße 29, 33 und 37) zeigt. Ein GEA-Leser schrieb ergänzend zu seinem Hinweis: »Das sind die drei Häuserblocks zwischen Karlstraße und Liststraße, gegenüber der Berufsschule, die damals erst gebaut wurde. Deshalb sieht man auf der Fotografie noch die Achalm im Hintergrund.«
Bitte melden
Wer meint, den Aufnahmeort oder Bildinhalt der abgedruckten Fotomotive zu erkennen, ist gebeten, sich per Mail ans Stadtarchiv zu wenden. (GEA)
stadtarchiv@reutlingen.de
Wer nachschauen möchte, welche weiteren Archivfotos ihrer Identifizierung harren, kann das im Internet auf der städtischen Homepage tun. (GEA)
www.reutlingen.de/unbekannte-fotos
Hier geht es zu den Bildern der zurückliegenden Foto-Fahndung






