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Falkner, Gaukler, Marketender

Besucher des Zunftmarktes im Reutlinger Volkspark können jetzt ein Stück Mittelalter hautnah erleben

Zunftmarktbesucher der ersten Stunde bestaunen eine Falknerin und deren zutrauliche Schnee-Eule. Beide werden sie heute und morg
Zunftmarktbesucher der ersten Stunde bestaunen eine Falknerin und deren zutrauliche Schnee-Eule. Beide werden sie heute und morgen Vorführungen geben. FOTOS: TRINKHAUS Foto: Gerlinde Trinkhaus
Zunftmarktbesucher der ersten Stunde bestaunen eine Falknerin und deren zutrauliche Schnee-Eule. Beide werden sie heute und morgen Vorführungen geben. FOTOS: TRINKHAUS
Foto: Gerlinde Trinkhaus

REUTLINGEN. Die Zelte sind aufgeschlagen, das Feld bestellt und der Reutlinger Volkspark hat sich binnen weniger Stunden in ein belebtes Freilichtmuseum verwandelt: Gestern Abend startete – nach zweijähriger Pause – wieder ein Mittelaltermarkt, der das Schwörtagswochenende um eine durchaus schillernde Facette bereichert. Noch bis Sonntagnachmittag gegen 17.30 Uhr tummeln sich in der Grünanlage Falkner und Spielleut’, Handwerker und Ritter, holde Maiden und gestandene Frouwen, Gaukler und Schankwirte.

Sie alle gewähren den Besuchern Einblicke in längst vergangene Zeiten. Außerdem bieten sie neben Speis’ und Trank auch ein abwechslungsreiches und betont familienfreundliches Unterhaltungs- beziehungsweise Mitmach-, Zuschau- und Zuhörprogramm. Denn im Zunftmarkt stecken jede Menge Musik und Action, wie Veranstalter Markus Katz sagt.

Schaukämpfe wird es geben und solche, bei denen Kinder zu Turnierrittern werden – und für ihren (Edel-)Mut sogar den Ritterschlag erhalten. Zauberer sind ebenso vertreten wie Bands. Unter ihnen der Top Act des Lagers, die fünfköpfige Formation »Dolmen« aus Großbritannien, die ihr Publikum mit mittelalterlichem Celtic Folk Rock aus der Reserve lockt und im Volkspark einen ihrer äußerst raren Auftritte in südlicheren Gefilden hat. »Normalerweise«, so Organisator Katz, »sind Dolmen im Norden unterwegs. Das hier ist also schon etwas Besonderes.«

Fünfzig Stände

Insgesamt dreißig Lagerverbände haben sich übers Wochenende im Volkspark eingerichtet und fünfzig Verkaufsstände und Tavernen aufgeschlagen, an denen Kulinaria – beispielsweise Kirschwein, Met und Drachenblut – ebenso angeboten werden wie alte Handwerkskunst. Schmiedeeisernes gibt’s zu kaufen, und mehrere Ledereien bieten ihre Waren feil. Hier werden Körbe geflochten, dort Stoffe gewebt und an wieder anderer Stelle können – gerne auch von den Besuchern des Zunftmarktes – Kerzen gezogen oder Filze hergestellt werden.

Und all dies bei vergleichsweise moderaten Preisen. Zwar verlangt der Mittelalter-Markt-Veranstalter – er firmiert unter dem Namen Fabula Corvinus – einen Eintrittsobolus. Mit sechs Euro fällt der indes erschwinglich aus. Umso mehr, als Kinder und Jugendliche bis sechzehn Jahre zum Nulltarif ins Mittelalter eintauchen können. Markus Katz bezeichnet diese Preisgestaltung als »sehr bewusste Entscheidung«. Selbst vierfacher Vater weiß er, dass Eintrittsgelder mitunter gewaltig ins Kontor hauen können. Was das Vergnügen schmälere. »Wir aber wollen, dass die Leute, vor allem unsere kleinen Gäste, jede Menge Spaß haben.« (GEA)