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Barrierefreie Bushaltestellen: Reutlingen sieht sich auf einem »guten Weg«

18 Zentimeter hohe Kasseler Sonderborde und Busse, die sich zur Haltestelle hinneigen, machen das Ein- und Aussteigen wie hier i
18 Zentimeter hohe Kasseler Sonderborde und Busse, die sich zur Haltestelle hinneigen, machen das Ein- und Aussteigen wie hier in der Ringelbachstraße komfortabel. FOTO: HAUSER
18 Zentimeter hohe Kasseler Sonderborde und Busse, die sich zur Haltestelle hinneigen, machen das Ein- und Aussteigen wie hier in der Ringelbachstraße komfortabel. FOTO: HAUSER

REUTLINGEN. »Wir sind auf einem guten Weg«, meinte Arno Valin, Leiter des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt in der jüngsten Bauausschusssitzung, als es um den barrierefreien Ausbau der Reutlinger Bushaltestellen ging. Die gesetzliche Vorgabe, bis 1. Januar 2022 für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs »eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen«, werde aber nicht eingehalten, so Valin: »Das schaffen wir nicht, wie viele andere Städte auch.«

Seit dem Neustart des Stadtbusnetzes vorigen September gebe es in Reutlingen 387 Linienbushaltestellen, von denen bis jetzt 87 barrierefrei umgebaut worden seien. Der Amtsleiter erläuterte, dass hierfür sogenannte Kasseler Bus-Sonderborde an den Haltestellen gesetzt werden, die mit einer Höhe von 18 Zentimetern Personen mit Handicap den Einstieg erleichtern. »Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung wird zudem ein den Richtlinien entsprechendes taktiles Blindenleitsystem angebracht«, erläuterte Valin den Räten. In der Gartenstraße, der neuen zentralen Busachse, sowie in jedem Stadtteil habe man dynamische Fahrgastinformations-Anzeiger installiert, die über eine Vorlesefunktion verfügen. Je nach Bedarf und örtlichen Gegebenheiten seien die Haltestellen mit Wartehäuschen und Sitzgelegenheiten ausgestattet worden.

Ausgenommen sind die 68 neuen Quartiersbushaltestellen, denn bei diesem Angebot befinde man sich noch in einer Testphase. Von den 47 Linienbushaltestellen, die in Zusammenhang mit dem neuen Stadtbusnetz barrierefrei umgebaut werden sollten, sind laut Valin bis Ende dieses Monats 22 fertiggestellt. Für die restlichen 25 lautet die Zielvorgabe März 2021. Nach Abzug der Bundesförderung kostet das die Stadt 40 868 Euro – oder fünf Prozent der Gesamtkosten. Die Bruttokosten für die barrierefreie Umrüstung betragen laut Verwaltung rund 25 000 Euro pro Haltestelle. (GEA)