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Ära endet nach mehr als 70 Jahren: Reutlinger Galeria Kaufhof seit Mittwoch geschlossen

Galeria Kaufhof in Reutlingen ist seit Mittwoch geschlossen - für immer. Ursprünglich war geplant gewesen, dass das Warenhaus bis zum 31. Januar geöffnet bleibt.

16.01.2024 - Eine Absperrkette verkündet: In das Reutlinger Warenhaus Galeria Kaufhof kommt niemand mehr rein.
16.01.2024 - Eine Absperrkette verkündet: In das Reutlinger Warenhaus Galeria Kaufhof kommt niemand mehr rein. Foto: Denis Raiser
16.01.2024 - Eine Absperrkette verkündet: In das Reutlinger Warenhaus Galeria Kaufhof kommt niemand mehr rein.
Foto: Denis Raiser

REUTLINGEN. In Erwartung, noch ein Schnäppchen zu ergattern, standen am Mittwochmorgen um 10 Uhr etwa 10 Menschen vor der Galeria Kaufhof in Reutlingen. Sie rüttelten nacheinander an der noch einzigen funktionierenden Eingangstüre - doch sie wurden enttäuscht. Kurz nach 10 Uhr kam ein im schwarzen Anzug gekleideter Mann aus Türe, stellte eine rote Absperrkette auf und schickte die Kunden mit den Worten weg: »Wir machen nicht mehr auf.« Für immer. Ursprünglich war geplant gewesen, dass das Warenhaus bis zum 31. Januar geöffnet bleibt. Das hatte die Geschäftsführung beschlossen, nachdem im März bekannt geworden war, dass der Reutlinger Standort schließen muss.

74 Angestellte arbeiteten im Reutlinger Kaufhof

Im Inneren des Gebäudes sind alle Regale leer. Mitarbeiter waren am Mittwochmorgen bereits dabei, diese abzumontieren. Ein kleines Schild im Schaufenster weist darauf hin, dass alle Möbel aus dem Gebäude gekauft werden können. Um kurz vor 10 Uhr stand ein Großteil des Reutlinger Kaufhof-Teams auf der Verkaufsfläche im Kreis zusammen. Offenbar wurde eine Abschiedsrede gehalten, bevor das Interieur weiter zerlegt wurde. Bis zuletzt arbeiteten 74 Angestellte im Reutlinger Kaufhof.

Mit der Schließung des Reutlinger Kaufhofs endet eine Ära. 1952 hatte am Listplatz das Kaufhaus »Merkur« geöffnet. Der für damalige Reutlinger Verhältnisse schon große Konsumtempel war vor rund 70 Jahren von der Fläche aber nur halb so groß wie der heutige Kaufhof. Danach aber wurde das Warenhaus zunehmend größer. 1948 mussten eine hölzerne Notkirche und 1957 das Kino Scala für eine Erweiterung weichen. Auf »Merkur« folgte im Juni 1974 der »Horten«. Die Kaufhauskette wurde schließlich 1994 von Kaufhof übernommen, der die Filialen nach und nach übernahm. Wie es nun nach dem endgültigen Aus des Warenhauses mit dem stadtbildprägenden Gebäude weitergeht, ist noch unklar. (GEA)