REUTLINGEN. Nach Polizeiangaben bis zu 300 Menschen haben sich am Samstagmittag in Reutlingen einer Demonstration der Bewegung »Baden-Württemberg steht auf« angeschlossen. Vom Bürgerpark aus zogen die Demonstranten mit Pauken und Parolen durch die Stadt, um für »Frieden, Freiheit, Meinungsfreiheit und den Bargelderhalt« einzutreten, wie auf dem zentralen Banner zu lesen war.
Zuvor hatte Petra Nagel, gemeinsam mit Kevin Brügmann Organisatorin der Kundgebung, vor der Stadthalle das Mikrofon ergriffen und für einen »friedlichen, aber lautstarken« Ablauf des Demonstrationszugs geworben. Sie verteilte Deutschlandflaggen, die sich zu Fahnen mit Friedenstauben und selbst gebastelten Schildern gesellten, etwa mit der Aufschrift »Frieden schaffen ohne Waffen«. Auf einem Banner hieß es: »Wer Altparteien wählt, wählt Krieg«, ein Slogan, der auch im Umfeld der AfD verwendet wird, um die Außenpolitik der etablierten Parteien zu kritisieren.
Kevin Brügmann hatte bereits die Demos gegen die Corona-Maßnahmen organisiert, später die Proteste der Initiative »Gemeinsam für Deutschland« (GfD). Von GfD hatten sich Brügmann und seine Mitstreiter nach der zweiten Reutlinger Demo im Mai distanziert. Mehrfach waren dabei junge Männer mitgelaufen, die sich durch ihre Kleidung als Anhänger von Gruppen outeten, die der Verfassungsschutz als »rechtsextremistisch« einstuft. Die traten diesmal nicht in Erscheinung.
Nagel ließ in ihrer Rede durchblicken, dass sie wenig Vertrauen in die Ehrlichkeit von Politikern wie Friedrich Merz hat und dass sie befürchte, die Meinungsfreiheit könne etwa durch eine Regulierung der Social-Media-Nutzung von Jugendlichen beschnitten werden. Mehrere Polizeifahrzeuge begleiteten den anschließenden Marsch mit Stopp auf dem Marktplatz. (GEA)


