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Fasnet auf der Alb kommt in die heiße Phase

Zunftbälle auf der Alb, wohin man sieht. Ehestetter Maskottchen wieder aufgetaucht

Zwiefalter Burggrafenpaar mit Zunftmeister.
Zwiefalter Burggrafenpaar mit Zunftmeister. Foto: Steffen Wurster
Zwiefalter Burggrafenpaar mit Zunftmeister.
Foto: Steffen Wurster

TROCHTELFINGEN/PFRONSTETTEN. Die Fasnet geht in ihre finale Runde. Auf der Alb von Zwiefalten über Pfronstetten und Hayingen bis Trochtelfingen feierten die Narrenzünfte am vergangenen Wochenende ihre Zunftbälle. Tanzgarden, Hästräger und Narrenkapellen unterhielten ihr meist kostümiertes Publikum, und die Lokalmatadore nahmen genüsslich lokale A- und B-Promis in ihren närrischen Jahresrückblicken ins Visier.

Zwiefalten hat mehr zu bieten als den Rälle-Zunftmeister, obwohl Jochen Fundel in vollem Wichs allein einen imposanten Anblick bot. Nein, die Münstergemeinde schickt auch ein veritables Burggrafenpaar ins Rennen, mit – wie es sich für den Adel gehört – langen närrischen Stammbäumen, die Niklas der Erste und seine Silvia erst einmal vor dem genealogisch geschulten Publikum ausbreiteten. Ihnen schaute gar streng der Zunftrat über die Schulter. Also die Narrenvereinsmitglieder, die sich bei der Arbeitseinsatzverteilung die Posten gesichert hatten, bei denen es ganz sicher gar nichts zu tun gab, wie der Valle Ott süffisant anmerkte.

Die Wilsinger Schlangafanger fangen auch mal einen Fuchs. FOTOS: WURSTER
Die Wilsinger Schlangafanger fangen auch mal einen Fuchs. FOTOS: WURSTER Foto: Steffen Wurster
Die Wilsinger Schlangafanger fangen auch mal einen Fuchs. FOTOS: WURSTER
Foto: Steffen Wurster

Schlangafanger fanget an Fuchs

Die Wilsinger sind ja eigentlich Schlangafanger, aber die wechselwarmen Tierchen sind in der fünften Jahreszeit nur schwer aufzuspüren, weshalb »Die Neigschmeckten« sich auf einen bedauernswerten Fuchs stürzten, der dann auch der versammelten Jägerschaft ins Netz ging. Auf das der nächste Ball im Gemeindehaus noch prächtiger ausfallen werde, verpflichtete Zunftmeister Ruben Hölz Trochtelfingens Bürgermeister Christoph Niesler, der als »Bob der Baumeister« verkleidet die millionenschweren Bauvorhaben Trochtelfingens würdigte, zu einer deutlichen Erweiterung des Gemeindehauses – um mindestens 250 Plätze.

Männerballett-Pyramide in Ehestetten.
Männerballett-Pyramide in Ehestetten. Foto: Steffen Wurster
Männerballett-Pyramide in Ehestetten.
Foto: Steffen Wurster

Dass die Ehestetter sich mit dem Fahren im Schnee schwertun – obwohl Älbler im Allgemeinen und Heckaschmecker im Besonderen das eigentlich drauf haben sollten – haben die drei Hölzer alias Pippi Langstrumpf, Gruseliese und Herr Nielson zur Schadenfreude der in der Fahrspur Gebliebenen in ihrer Ortsgeschichte genüsslich ausgebreitet. Sogar Allrad-Bullys und rallyetaugliche Quattros mussten die Ehestetter Bulldog-Fahrer aus der weißen Pracht schleppen, wie beim »Hecka-Schmecker-Ball« kundgetan.

Während der Valle in Zwiefalten sich über geschlechterspezifisches Trinkverhalten ausließ, widmeten sich die Pfronstetter »Schäf« dem nüchternen Thema des Duschens. Mit ausladenden Oberweiten kämpfend, schamponierte sich die männliche Weiblichkeit ausgiebig ein, während ihr weiblich-männliches Konterpart die Gelegenheit nutzte, mal mit dem ungewohnten männlichen Geschlechtsteil zu wedeln.

In Pfronstetten schwingen die Gardemädchen die Beine.
In Pfronstetten schwingen die Gardemädchen die Beine. Foto: Steffen Wurster
In Pfronstetten schwingen die Gardemädchen die Beine.
Foto: Steffen Wurster

Auch Pfronstettens Bürgermeister Reinhold Teufel gab sich dem Sauberkeitswahn hin und fegte nach dem fulminanten Auftritt der Steinhilber Gardemädchen schwäbisch gründlich die Bühne, sehr zum Wohlgefallen von Zunftmeister Kurt Geiger.

Ein glückliches Wiedersehen gab es am Wochenende auch noch zu feiern: Der Ehestetter kleine Schmecker war wiederaufgetaucht. Das Heckaschmecker-Maskottchen war vor Wochen in Zwiefalten abhandengekommen und trotz Fahndungsaufrufen im Internet nicht wieder gefunden worden. Bis ihn dann doch ein Narr am letzten Zunftballabend glücklich ablieferte.

Das war den Ehestettern ein letztes »Hecka-Schmecker« wert. (GEA)