TROCHTELFINGEN-MÄGERKINGEN. Wer glaubt, die Jugend sei faul, nur an sich selber interessiert und Reibereien nicht abgeneigt, kennt den Nachwuchs vom Jugendclub Räumle nicht. Denn der opfert ehrenamtlich derzeit sogar Ferien oder Urlaub, um da anzupacken, wo es notwendig ist. »Das muss man doch einfach renovieren und kann’s nicht kaputtgehen lassen. Auch mit Blick auf die Leistung unserer Vorgänger«, bringt es Vorsitzender Adrian Fink auf den Punkt.
Imposanter Fachwerkbau
Die Rede ist von der Brücke über die Seckach hinter der Festhalle. Kamen Jugendliche und junge Erwachsene in den 1980er-Jahren noch in der »Bude« oder im »Häusle« zusammen, wurde 1992 »über viele bürokratische Umwege« die Genehmigung erteilt, das alte Gemeindebad im Untergeschoss der Festhalle zu einem öffentlichen Jugendclub umzugestalten. 1993 wurde entsprechend der erste Jugendclub »Räumle« Mägerkingen e. V. gegründet, in dem sich seither Jugendliche aller Altersklassen treffen können.
Unmittelbar hinter dem Gebäude verläuft das kleine Flüsschen Seckach. Um zu später Stunde nicht weit um nebenliegende Häuser in die Ortsmitte herumlaufen zu müssen, wurde irgendwann ein »ziemlich winziger Weg« mit einem klapprigen Steg, dem einstigen »Lügenbrückle« geschaffen. 2006 bauten die Vorgänger der heutigen Räumle-Mannschaft die aktuelle, ziemlich kolossale Fachwerkbrücke, mit viel Eigenleistung auf. Inzwischen ist der Übergang durch Witterungseinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Deshalb schleifen täglich rund zehn Personen die hölzerne Konstruktion ab, um sie später mit einem neuen Anstrich versehen zu können.
»Die Sitzbank und den Tisch im Garten hinter dem Räumle haben wir auch gleich mitversorgt«, schmunzelt Felix Krohmer, zweiter Vorsitzender. Die hätten durch Regen oder Sonnenschein ebenso gelitten wie die Brücke. »Und wenn wir schon dabei sind, machen wir es richtig.« Deswegen hätten die Helfer außerdem verlegte Steinplatten mit dem Dampfstrahler gereinigt und oder das Gebälk abgewaschen.
Die Kosten für benötigte Materialien trage der Club, Gerätschaften und Werkzeuge würden dank vieler Kontakte von Handwerkern gestellt. »Wir profitieren von vielen anderen. Der eine hat eine benötigte Maschine, der andere einen Bagger oder anderes Werkzeug.« Ansonsten sei eben mal wieder viel Eigenleistung gefragt. »Da hängen etliche Stunden und viel Leidenschaft dran«, meint Fink. Und das besondere sei in Mägerkingen: »Hier hilft man zusammen, das ist richtig schön.«
Auf die Highlights des Jahres wird hingearbeitet
Und toll sei, dass der komplette Jugendbereich ins Räumle komme und es funktioniere. Derzeit wären rund hundert Mitglieder dabei. Und selbst die Gründungsmitglieder kämen ab und zu noch: »Und auch das passt trotz Altersunterschieden.«
Das jährliche Maifest mit Hockete auf dem Dorfplatz, für das immer der Jahrgang, der 18 Jahre alt wird, den Baum stellt, sowie die weithin bekannte Cocktailparty Anfang Oktober in der Festhalle, sind die Highlights des Vereins. »Darauf arbeiten wir jedes Jahr hin«, lachen die Vorstände. So könne sich der Jugendclub neben geringen Mitgliedsbeiträgen selbst finanzieren.
Das selbstverwaltete Räumle sei jeden Freitag offen, immer zwei Personen wären für den Dienst eingetragen, sorgen für Essen und Getränke. »Ab 21 Uhr ist es geöffnet«, betonen die beiden Vereinschefs, dass alle Jugendlichen ab der Konfirmation oder junge Erwachsene kommen dürften. (GEA)

