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Die Narrenzunft Oberstetten bringt den Bürgerball in die Wohnzimmer

Die Oberstetter Narren haben ihren Fans Requisiten für den närrischen Fernsehabend in die Narrentaschen gepackt. Dazu gab’s vier CDs mit Bürgerball-Programm. Foto: Leippert
Die Oberstetter Narren haben ihren Fans Requisiten für den närrischen Fernsehabend in die Narrentaschen gepackt. Dazu gab’s vier CDs mit Bürgerball-Programm.
Foto: Leippert

HOHENSTEIN-OBERSTETTEN. Auf die Fasnet verzichten und gar keinen Spaß haben? Nicht mit Tobias Riedinger. Der ehemalige Zunftmeister des Narrenvereins Oberstetten hatte die Idee für den »Bürgerball drhoim«. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, dass er und seine Helfer für die außergewöhnliche Veranstaltung fast 200 Narrentaschen herrichten durften. So viele Fans wollten sich nämlich die Tradition von Stöckberg-Hannes oder Bondschuh nicht entgehen lassen. Wie versprochen enthielt das Paket kunterbunte Beiträge quer durch die Oberstetter Narretei, zudem Deko-Artikel und minimale Verpflegung mit Chips und Getränken.

Die Mitwirkenden zeigten dem Virus, was eine Harke ist. Denn nichts fehlte im mehr als dreistündigen Programm, das mit schwungvoller Musik, farbenprächtigen Tänzen, frechen Büttenreden oder zum Brüllen komischen Sketchen gespickt war. Auf vier CDs war zu sehen, welche Darbietungen sich die Mitwirkenden für die Coronasitzung haben einfallen lassen, allesamt AHA-regelkonform, vieles im Freien und mit entsprechendem Abstand. Einige Filmsequenzen zeigten Höhepunkte vergangener Sitzungen.

Bei einem fast kriminalistischen Fall machten sich die Kegelfreunde auf die Suche nach der Fasnet. Überraschungsbesuche bewiesen die Spontaneität Oberstetter Narren und Bildergalerien von heute und damals ließen die Zuschauer in Erinnerungen schwelgen. Den krönenden Abschluss des »Bürgerball drhoim« gestaltete wieder einmal die Ranzengarde, das Männerballett, mit einem frivol neckischen Sombrero-Tanz. Einziger Wermutstropfen: Auf der im Paket liegenden Speisekarte standen anstatt der üblichen Seelen leckere Köstlichkeiten wie Kalbsmedaillons, Kobe-Filet-Steak oder Rehbraten mit Rahmwirsing und hausgemachten Spätzle, die es »gegeben hätte, wenn kein Corona wäre«. (GEA)