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Abwassergebühr in Münsingen steigt

Lichtenstein muss in diesem Jahr nicht jeden Euro zweimal umdrehen. Die Lage ist besser als gedacht .  FOTO: TOBIAS HASE/DPA
Geldmünzen liegen auf einem Tisch. Foto: TOBIAS HASE/DPA
Geldmünzen liegen auf einem Tisch.
Foto: TOBIAS HASE/DPA

MÜNSINGEN. Nicht nur Frischwasser, auch das, was nach dessen Gebrauch übrig ist, kostet Geld. Die Gebühren für die Abwasserbeseitigung der Stadt Münsingen werden in der Regel alle zwei Jahre überprüft, neu kalkuliert und bei Bedarf angepasst. Für die Münsinger Bürger bedeutet das: Ab Januar bezahlen sie pro Kubikmeter Schmutzwasser künftig 3,07 Euro statt bisher 2,82 Euro.

Damit liege die Stadt im Alb-Vergleich im Mittelfeld, informierte Sachbearbeiter Benjamin Zilz in der Gemeinderatssitzung. Mit künftig 2,52 Euro kommen die Engstinger, die bisher sogar »nur« 2,05 Euro bezahlen mussten, am günstigsten weg. Am meisten bezahlen die Mehrstetter für die Entsorgung: Hier sind es laut Zilz 4,05 Euro pro Kubikmeter. Die Entsorgungskosten für Niederschlagswasser werden pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche erhoben, sie steigen in Münsingen von 0,21 auf 0,25 Euro.

Am Beispiel einer vierköpfigen Modellfamilie veranschaulichte Zilz die Zahlen: Bei 160 Kubikmetern Abwasser und 180 Quadratmetern versiegelter Fläche bezahle sie jährlich künftig 539 statt bisher 489 Euro. Nach Gutdünken festlegen kann die Stadt die Gebühren nicht: Sie orientieren sich an dem, was ausgegeben wird, die Kosten werden auf alle umgelegt. Der Eigenbetrieb wirtschaftet nicht gewinnorientiert. Zu Buche schlägt neben Bauarbeiten und Technik vor allem die Entsorgung von Klärschlamm, für die in den kommenden beiden Jahren nach Angaben von Bürgermeister Mike Münzing jeweils ein Betrag von 300 000 Euro veranschlagt ist.

Bisher habe die Stadt pro Tonne 75 Euro bezahlt, führte Tiefbauamtsleiter Jürgen Weber aus. Doch der alte Vertrag läuft aus – mit drastischen Folgen, denn der Entsorger erhöht um satte 80 Prozent und verlangt künftig 135 Euro. Auf Anfragen bei anderen Firmen habe die Stadt oft nicht einmal eine Antwort, geschweige denn ein besseres Angebot erhalten. »Das Regierungspräsidium hat uns empfohlen, den neuen Zwei-Jahres-Vertrag schnellstmöglich zu unterschreiben«, berichtete Weber, denn mit 135 Euro liege der Satz sogar noch unterm Landesdurchschnitt, der auf über 170 Euro geklettert sei.

In den kommenden zwei Jahren stehen im Bereich der Abwasserbeseitigung enorme Investitionen an. In Summe steckt die Stadt 8,125 Millionen Euro in ihre Infrastruktur. Allein die Neuerschließung im Baugebiet Weißgerber kostet 850 000 Euro. Alte Kanäle raus, neue rein heißt es in der Auinger Rametshalde (500 000 Euro) und in Hundersingen (1,75 Millionen Euro), wo derzeit die ganze Ortsdurchfahrt saniert wird. (GEA)