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Aktuell Kriegsende

Wie die Pfullingerinnen im April 1945 ihre Stadt gerettet haben

Sie hatten genug vom Leiden und Sterben: Wie die Pfullingerinnen im April 1945 ihre Stadt gerettet haben, zeigt ein Dokudrama des SWR am 3. Mai

Im Februar wurden vor dem Pfullinger Rathaus Szenen für das SWR-Dokudrama »Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten« gedreht.
Im Februar wurden vor dem Pfullinger Rathaus Szenen für das SWR-Dokudrama »Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten« gedreht. FOTO: STADT
Im Februar wurden vor dem Pfullinger Rathaus Szenen für das SWR-Dokudrama »Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten« gedreht. FOTO: STADT

PFULLINGEN. Die mutigen Frauen von Pfullingen vertrieben vor 75 Jahren die NS-Statthalter aus dem Rathaus, bauten die Barrikaden ab und retteten damit ihre Heimatstadt vor der Zerstörung. Das SWR Dokudrama »Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten«, erinnert an diesen fast in Vergessenheit geratenen Akt des Widerstands gegen die Nazis (wir berichteten). Zu sehen ist es am Sonntag, 3. Mai, um 20.15 Uhr im SWR Fernsehen,

Zum Jahrestag des Kriegsendes vor 75 Jahren werden in ganz Deutschland die mutigen Frauen und Männer geehrt, die gegen das NS-Regime aufbegehrten und Widerstand leisteten. In Pfullingen sind es der örtliche Geschichtsverein und zwei Enkelinnen einer der damals agierenden Frauen, die die Erinnerung an den Aufstand der mutigen Frauen am 20. April 1945 aufrechterhalten und das Andenken wachhalten.

Zu viele Opfer gebracht

Die Frauen der Stadt hatten genug vom Krieg, genug von der Willkürherrschaft der Nazis. Sie hatten schon zu viele Opfer gebracht, Männer und Söhne verloren. Nun wollten sie nicht auch noch ihre Heimatstadt sinnlos verteidigt sehen. Das hätte die Zerstörung durch die französischen Truppen bedeutet. Am 20. April 1945 zogen Hunderte von ihnen zum Rathaus. Sie jagten zuerst den NS-Stadtkommandanten Julius Kieß in die Flucht und räumten dann die Panzersperren zur Seite. In einem weißen Kleid als Zeichen der Kapitulation erwartete die Wäscherei-Besitzerin Sofie Schlegel die Befreier. Damit war Pfullingen gerettet.

Gedreht wurde der Film über den Pfullinger Frauenaufstand in und um Pfullingen sowie im Musemsdorf Wackershofen, das wegen seiner historischen Kulisse für das Fernsehteam ideal war. Zu Wort kommen unter anderem Lisl Brändle und Brigitte Keinath, Enkelinnen von Sofie Schlegel, der Augenzeuge Hans Klenk, der als Bub die Ereignisse hautnah verfolgte, sowie namhafte Experten.

Bekannte Schauspieler dabei

Die Rolle von Sofie Schlegel spielt in dem Dokudrama die bekannte Schauspielerin und Sprecherin Barbara Stoll, in der Rolle von Luise Walker ist Lisa Däumler zu sehen. Inès Naves spielt die mutige Luise Heyd, und Dominik Weber verkörpert den SS-Mann Julius Kieß. Rund 200 Mitwirkende waren bei der aufwendigen Produktion dabei, viele davon Statisten aus Pfullingen und Umgebung.

»Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten« ist eine Koproduktion des Südwestrundfunks (SWR) mit AV Medien in Stuttgart und wird unterstützt von der Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg. Das Dokudrama ist bereits ab Mittwoch, 29. April, um 19 Uhr in der ARD Mediathek zu finden. In weiteren Episoden wirken Ulrike Folkerts, Walter Sittler, Karl Kranzkowski und Sebastian Blomberg mit. (fm)