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Was die Pfullinger Sternennacht vom Reutlinger Mutscheln unterscheidet

Das Objekt der Begierde: Ein Pfullinger Stern.
Das Objekt der Begierde: Ein Pfullinger Stern. Foto: Dieter Reisner
Das Objekt der Begierde: Ein Pfullinger Stern.
Foto: Dieter Reisner

»Sag ja nie Mutschel zu einem Pfullinger Stern.« Die nachdrückliche Warnung meines Ex-Chefs in der Pfullinger Redaktion hallt bis heute nach. Und inzwischen weiß ich, als Bäckersohn gewissermaßen zwischen Mutscheln aufgewachsen, dass die mahnenden Worte berechtigt waren. Denn für viele Pfullinger sind die Sterne heilig. Sieben Zacken (keinesfalls acht, wie die Mutschel) müssen sie haben, wenn sie in der Nacht zum Öbersten auf den Wirtshaustischen liegen und die Gaudi beginnt, etwa wenn im Jahnhaus die VfLer um das leckere Hefeteiggebäck würfeln, den langen Entenschiß spielen.

Es gab Zeiten, da waren die Pfullinger Gaststätten in der Nacht zu Dreikönig rappelvoll und die Runde um den Tisch außer Rand und Band, wenn einer der Mitspieler das Glück gepachtet hatte und schon den dritten Stern sein eigen nennen durfte. Etwas nachgelassen hat der Run, vor allem auch, weil heute nicht mehr nur in dieser einen Nacht »Der Wächter vom Turm« bläst, sondern gerne auch am Wochenende davor oder danach die Würfel rollen.

Doch der analoge Spaß hat noch immer treue Fans und lockt auch jüngere Spieler an. Gewürfelt wird am kommenden Montagabend auch im privaten Kreis und natürlich bei den Vereinen. So trifft sich etwa der Spielmanns- und Schalmeienzug im Vereinsheim in der Friedrichstraße und die Mitglieder des Gesangvereins Liederkranz greifen im Restaurant Klostergarten nach den Sternen.