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Wann darf das Pfullinger Freibad wieder öffnen?

Andernorts öffnen die Freibäder wieder. Doch die Pfullinger Verwaltung hält sich bedeckt

So wimmeln und wuseln wie auf diesem Archivbild wird es im Pfullinger Freibad in diesem Jahr eher nicht, das verhindern die Cor
So wimmeln und wuseln wie auf diesem Archivbild wird es im Pfullinger Freibad in diesem Jahr eher nicht, das verhindern die Corona-Maßnahmen.  FOTO: GROHE
So wimmeln und wuseln wie auf diesem Archivbild wird es im Pfullinger Freibad in diesem Jahr eher nicht, das verhindern die Corona-Maßnahmen.  FOTO: GROHE

PFULLINGEN. Seit Montag sind die Freibäder in Reutlingen und Tübingen für Badegäste geöffnet, natürlich gemäß der in der Corona-Verordnung des Landes vorgegebenen Bedingungen. Am Samstag wird voraussichtlich auch das komplett sanierte und mit neuen Rutschen aufgemöbelte Waldfreibad Eningen seine Pforten wieder öffnen. In Metzingen werden Schwimmer und Planschende wohl ab Juli wieder ins Wasser gehen. Können auch die Pfullinger darauf hoffen, demnächst im Schönbergbad ihre Schwimmrunden drehen oder sich im Nichtschwimmerbecken tummeln zu können?

»Wir melden uns, wenn es so weit ist. Wir arbeiten an einer Lösung!«, lautet der knappe Kommentar aus dem Pfullinger Rathaus. Kein Hinweis auf einen möglichen Termin. Weitere Nachfragen sind nicht erwünscht.

Vergleichsweise deutlich nehmen dagegen die Vorsitzenden der Pfullinger Ratsfraktionen zu diesem Thema Stellung. »Die Fraktionen im Gemeinderat wollen eine möglichst schnelle Öffnung des Freibads mit einer besucherfreundlichen Umsetzung der durch Corona erforderlichen Hygieneanforderungen«, teilt Gert Klaiber (CDU) auf Nachfrage mit.

Erklärtes Ziel sei es, dass nicht nur Sportschwimmer das Freibad nutzen können, »sondern insbesondere auch Familien und andere Personen, die sich durch regelmäßiges Schwimmen fit halten«. Die Fraktionen haben dazu ein Konzept vorgeschlagen, das der Verwaltung seit Anfang dieser Woche vorliegt und schnell beraten und umgesetzt werden soll, erklärt Klaiber in einer E-Mail.

Kernpunkte dieses Konzepts seien die weitgehende Beibehaltung der Öffnungszeiten, eine möglichst einfache Kontrolle und Regulierung der unter Corona-Bedingungen möglichen Besucherzahl sowie ein für alle Kunden praktikabler Ticketkauf. Tickets sollen nach den Vorstellungen der Fraktionen nicht nur im Voraus über ein Onlineverfahren und für feste Zeiträume gekauft und bezahlt werden, sondern vorab auch im i-Punkt und fortlaufend an der Freibadkasse entsprechend der gerade freien Kapazitäten im Bad erworben werden können. Andere Bäder in Baden-Württemberg hätten das bereits so umgesetzt, schreibt Klaiber. Die CDU-Fraktion setze sich zudem für die Beibehaltung des bewährten Preissystems mit reduzierten Preisen ein.

Die Fraktionen sprechen sich in ihrem Konzeptvorschlag auch dafür aus, dass das Schwimmen nicht ausschließlich auf abgetrennten Bahnen im Schwimmerbecken möglich ist, sondern dass außerhalb von Bahnen – unter Einhaltung der in der Corona-Sportstättenverordnung festgelegten Abstände – frei geschwommen werden kann. »Wir setzen dabei auf die im Normalbetrieb geltende und unter Corona-Bedingungen besonders wichtige Eigenverantwortung der Badegäste, deren Bedeutung gerade jetzt auch im ›Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen‹ hervorgehoben wird«, erklärt Klaiber weiter. Der Betreiber eines Bades habe weder im Normalbetrieb noch unter Corona-Bedingungen die Verpflichtung, den Badegästen ein »Rundum-Sorglos-Paket« anzubieten. Erforderlich sei eine Badeaufsicht, die mit dem vorhandenen Personal gewährleistet werden könne.

Stephan Wörner, Vorsitzender der UWV, verweist auf Klaibers umfassende Stellungnahme. »Schlussendlich ist es natürlich im Sinne der UWV, wenn das Bad möglichst schnell wieder öffnet. Uns liegt aber auch am Herzen, dass die Öffnung unter Einhaltung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen und auf rechtlich sicherem Terrain erfolgt. Das abzuklären braucht natürlich Zeit«, ergänzt er. Die Verwaltung arbeite mit Hochdruck an einer für die Besucher sicheren und gleichzeitig unbürokratischen Lösung, teilt Wörner weiter mit, »die Fraktionen bringen sich ebenfalls nach Kräften ein.« Ob und vor allem wann das Freibad wieder öffnet, könne leider noch nicht beantwortet werden.

Auch die GAL-Fraktion setze sich dafür ein, dass das Freibad sobald wie möglich öffnet, teilt deren Vorsitzende Traude Koch mit. »Zusammen mit den anderen Fraktionen und der Verwaltung arbeiten wir intensiv am dafür notwendigen Konzept«, schildert sie. Die nötigen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen müssten umgesetzt werden. »Dabei möchten wir im Konzept Belange aller Nutzergruppen – Kinder, Familien, Schwimmerinnen und Volleyballerinnen – berücksichtigt wissen«, hebt Traude Koch hervor.

Ziel sei es, trotz vieler Einschränkungen einen möglichst erholsamen Besuch des Freibads zu ermöglichen: »Dies wird umso besser gelingen, je mehr sich alle Besucherinnen und Besucher auf die veränderten Bedingungen einlassen, sich und andere schützen und manche Ansprüche auch zurückstellen.«

Christine Böhmler, Vorsitzende der FWV-Fraktion, weist darauf hin, dass es viel Arbeit bedeute, ein solches coronataugliches Konzept für das Schönbergbad zu erstellen. Öffnen sollte es – »wenn’s nach mir geht« – so bald wie möglich und mit so viel Eigenverantwortung der Besucher wie möglich. »Es sollte schnellst möglichst wieder losgehen«, merkt auch Thomas Mürdter, Vorsitzender der SPD-Fraktion, an. Die Kernaussage sei von seinen Ratskollegen bereits »richtig formuliert« worden. (GEA)