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Aktuell Höhenfreibad

Gutes Bad, schlechte Zahlen

Trotz des heißen, trockenen Sommers sind in dieser Saison sehr wenig Besucher gekommen

Noch drei Mal (Früh-)Schwimmen, dann ist Schluss. Das Uracher Höhenfreibad schließt am Sonntag, am Montag kann man bis 12 Uhr be
Noch drei Mal (Früh-)Schwimmen, dann ist Schluss. Das Uracher Höhenfreibad schließt am Sonntag, am Montag kann man bis 12 Uhr bei freiem Eintritt »ausbaden«. foto: fink
Noch drei Mal (Früh-)Schwimmen, dann ist Schluss. Das Uracher Höhenfreibad schließt am Sonntag, am Montag kann man bis 12 Uhr bei freiem Eintritt »ausbaden«. foto: fink

BAD URACH. Die Zahlen sind ebenso ernüchternd wie rätselhaft: Obwohl dieses Jahr schon wieder mit einem kleinen »Jahrhundertsommer« aufgewartet hat, sind so wenige Besucher wie noch nie gekommen. »Nie« bezieht sich auf das »neue« Uracher Höhenfreibad und damit auf das Jahr 1990. Zum Ende der aktuellen Badesaison kamen etwa 61 000 Gäste. Am anderen Ende der Skala: Beim ersten Jahrhundertsommer im Jahr 2003 kamen 124 000 Besucher, im Spitzenjahr 1994 stolze 144 000.

»Natürlich machen wir uns Gedanken, woran es liegen könnte«, sagt der Uracher Pressesprecher Bernd Mall. Dass alle umliegenden Gemeinden, ja: Bäder landauf, landab auch nicht gerade mit Rekordzahlen glänzen, beruhigt die Uracher nicht wirklich. Ob’s nur am wechselhaften Wetter lag, wie die Reutlinger vermuten? Die werten den Ferienmonat August als »positiv formuliert wettertechnisch abwechslungsreich«. Mit Niederschlägen, die »in der Summe nicht sehr ergiebig, in ihrer Häufigkeit guten Besucherzahlen aber abträglich« waren.

Verändertes Freizeitverhalten

Der Uracher Pressesprecher denkt bei der Interpretation des Rekordminus’ weniger ans Wetter – 2019 war schließlich alles andere als nasskalt, und im vergangenen Jahr kamen auch nur 61 500 –, sondern weiter und tiefer: »an ein geändertes Freizeitverhalten, vor allem bei Kindern und Jugendlichen«. Früher, wann immer »früher« war, gab’s im Sommer erst mal das Freibad und dann ganz lange nichts. »Das Freizeitangebot an sich hat sich im Laufe der Jahre geändert«, so Bernd Mall, »es ist deutlich vielfältiger geworden.« Und: Kinder sind heute länger an der Schule als früher. Da bleibt, abzüglich anderer Freizeitaktivitäten, eben weniger Zeit fürs Freibad.

Eine weitere Erklärung: »Wir überlegen, ob es auch an den kleinen, einfachen Pools liegen könnte, die’s in jedem Baumarkt gibt und die sich immer mehr Leute in den Garten stellen. Das ist für Familien mit kleinen Kindern nicht uninteressant.«

Am Angebot des Uracher Bads kann’s nicht liegen: Der Ausblick ist konkurrenzlos, neben dem 50-Meter-Becken gibt’s eine 66 Meter lange Rutsche sowie jede Menge Spiel- und Spaßangebote für Kinder und Jugendliche. Stammgäste schätzen es besonders, dass das Bad die ganze Saison über schon ab 6 Uhr geöffnet ist. Auch unter dem Becken ist alles auf dem Stand der Technik: Der Gemeinderat hat im aktuellen Haushalt 420 000 Euro für die Erneuerung der Steuerungs- und Messtechnik lockergemacht. (GEA)

HÖHENFREIBAD BAD URACH

Das Uracher Höhenfreibad wurde am 20. Juli 1952 eingeweiht – als Ersatz für das Freibad am Nikolaiwasen, das am 15. Januar 1945 zerbombt wurde. Damals wurden mehrere Standorte diskutiert, das Rennen machte der Platz am Tiergartenberg mit Blick auf den Hohenurach und das Ermstal. Ende der 80er-Jahre wurde es grundlegend saniert und erhielt ein Edelstahlbecken. Bei der Einweihung sprang Bürgermeister Fridhardt Pascher im Anzug vom Dreier ins Wasser. (and)