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Aktuell Jubiläum

Die Freundschaft mit Leben gefüllt

Zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft Pliezhausens mit Pays Mornantais ging's nach Frankreich

20 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen Pliezhausen und dem französischen Gemeindeverbund Pays Mornantais. Die Reisegruppe a
20 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen Pliezhausen und dem französischen Gemeindeverbund Pays Mornantais. Die Reisegruppe aus Pliezhausen (Mitte unten) erlebte viel beim Besuch in Frankreich. Die Gäste brachten Jubiläumsbier (rechts unten) mit und besuchten einige der 11 Gemeinden. Es gab auch Musik und Tanz. Auch um den Maibaum. FOTOS: PRIVAT Foto: Gea
20 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen Pliezhausen und dem französischen Gemeindeverbund Pays Mornantais. Die Reisegruppe aus Pliezhausen (Mitte unten) erlebte viel beim Besuch in Frankreich. Die Gäste brachten Jubiläumsbier (rechts unten) mit und besuchten einige der 11 Gemeinden. Es gab auch Musik und Tanz. Auch um den Maibaum. FOTOS: PRIVAT
Foto: Gea

PLIEZHAUSEN. Der Besuch war lange geplant und vorbereitet worden, jetzt war es endlich soweit: Eine Reisegruppe rund um das Partnerschaftskomitee und Bürgermeister Christoph Dold hatte sich von Pliezhausen nach Frankreich aufgemacht, um 20 Jahre Partnerschaft mit den Menschen im französischen Gemeindeverbund Pays Mornantais vor Ort zu feiern.

Vorausgereist war dabei schon das Jubiläumsbier, das bereits am 31. August in der Tübinger Brauereigaststätte Neckarmüller seinen Anfang genommen hatte. Der französische Bierbrauer Bertrand Burcklé, Bürgermeister Christoph Dold und Mitglieder des Partnerschaftskomitees hatten an diesem Freitag bereits die französischen Zutaten zum deutschen Wasser gemischt (der GEA berichtete). Danach ging der Jubiläumssud in Fässern und Flaschen nach Frankreich. Doch bereits am Festabend in Rontalon (eine der 11 Gemeinden des Verbundes Pays Mornantais) war die Nachfrage nach dem Jubiläumsgetränk so groß, dass es irgendwann am Abend hieß: Alles ausgetrunken und ausverkauft.

Foto: Gea
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Jubiläumsbier ausgetrunken

Zum Empfang in der COPAMO (Communauté de Communes de Pays Mornantais) servierte das französische Komitee aber stilgerecht einen Kir und Bürgermeister Pascal Furnion, in Vertretung des Präsidenten Thierry Badel begrüßte die Gäste aus dem Neckartal.

Für die meisten der mitgereisten Pliezhäuser war der Besuch nach eigenem Bekunden so etwas wie ein Heimkommen zu Freunden. Und diese hatten das Festwochenende mit viel Herzblut und Ideen vorbereitet.

Foto: Gea
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Den Samstagvormittag konnten die Teilnehmer großstädtisch oder ländlich gestalten. Ein Teil der Reisegruppe wählte die Fahrt ins 25 Kilometer entfernte Lyon, um das »Musée Miniature et Cinéma« zu besuchen. Ein privat geführtes Museum, das in einem Teil kunstvoll gestaltete Räume im Puppenstubenformat mit unzähligen Details zeigt. Im anderen Teil wurden die Besucher in die Welt des Kinofilms entführt. Dazu gehörten auch zahlreiche Originalrequisiten oder der Filmset des Kinostreifens »Das Parfüm«. Ein Picknick auf dem Hügel der Kathedrale Fourvière rundete das Programm ab.

14-Kilometer-Lauf

Parallel dazu versuchten die sportlich Ambitionierten, die hügelige Landschaft um das Örtchen Rontalon im Lauf- oder Wanderschritt zu nehmen. Bürgermeister Christof Dold schnürte seine Laufschuhe, machte sich mit anderen auf die 14 Kilometer lange Strecke. Belohnung für die Mühen auf den teils steil ansteigenden, geschotterten Wegen war im Anschluss ein Vesper und die ersten Gläser des Jubiläumsbieres.

Foto: Gea
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Christian Fromont, der Bürgermeister von Rontalon, begrüßte anschließend die Gäste auf dem Sportplatz der Gemeinde und hob wie Bürgermeister Dold die unverzichtbaren Werte dieser Partnerschaften hervor. Die Vorsitzende des Pliezhäuser Partnerschaftskomitees, Dorothea Vollmer-Jeggle, zeigte die Verbindungen zwischen dem Bier und der Partnerschaft auf: Nur beste Zutaten und engagierte Menschen schafften ein Produkt, das Qualität, Bestand und Zukunftsfähigkeit hat, meinte sie.

Für die anschließende Verköstigung von frisch gepresstem Saft aus Äpfeln aus Pliezhausen und Rontalon sowie Bier und Schnäpsen aus der Region gab es natürlich keinen besseren Ort als die »rue de soif«, also auf Deutsch die »Straße des Durstes«. Zahlreiche Handwerker öffneten an diesem Mittag ihre Werkstätten und die örtliche Mediathek bot eine Ausstellung über beide Gemeinden mit interessanten Schautafeln zur Geschichte, dem Streuobstbau oder der Textilindustrie. Der Abend stand nach einem deutsch-französischen Abendessen ganz im Zeichen der Musik. »You-and-Me« aus Pliezhausen (Jutta und Harald Schnell, Marion Mendel und Armin Bauer) begeisterten die Zuhörer mit einer pfiffigen Mischung aus deutschen und französischen Chansons, darunter auch das »Ufo« von Wolle Kriwanek oder »Le temps des retrouvailles«.

Tanzfläche krachend voll

Gefeiert wurde von allen das eigens zur Partnerschaftsfeier getextete Lied »Bienvenue à Rontalon«, ehe das Universalgenie Bertrand mit seiner irischen Folkband die Bühne bestieg und das Publikum zum Tanz aufforderte. Marie-Luce, seine ebenso umtriebige Ehefrau leitete die Tänzer gekonnt an, sodass bald kein freier Platz auf der Tanzfläche zu finden war.

Foto: Gea
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Ehe am Sonntagvormittag im kleinen Kreis das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert wurde, konnten die Reiseteilnehmer wählen zwischen einem ausgiebigem Frühstück mit den Gastgebern, einem Besuch des Automobilsalons in Mornant oder einer Oldtimerrundfahrt.

Präsident Thierry Badel eröffnete im Saal der COPAMO den Reigen der Reden zum Jubiläum, gefolgt von Bürgermeister Dold und der Präsidentin der französischen Partnerschaftskomitees Isabelle Tallon-Bosc.

Pläne für 2019

Bürgermeister Dold überreichte seinem Amtskollegen Badel den Zinnteller der Gemeinde Pliezhausen als Gastgeschenk. Isabelle Tallon-Bosc schenkte Dorothea Vollmer-Jeggle alle Ausgaben der seit 1997 erscheinenden Partnerschaftszeitung als gebundenes Buch. Nachdem die Pliezhäuser ihre französischen Freunde zum zweiten Teil der Feier 2019 in Pliezhausen eingeladen hatten, servierten die Gastgeber noch ein feines Menü. Armin Bauer griff dann in die Tasten seines Akkordeons und führte die Reisegruppe mit »Muss i denn zum Städtele hinaus« in Richtung des wartenden Busses.

Nach dem Abschied wurden im Bus schon die Pläne für die Feiern im Jahr 2019 geschmiedet. Fazit der Reise: Die Partnerschaft lebt. Jetzt gelte es, Ideen für die Zukunft zu entwickeln, um auch die junge Generation vom Wert dieser deutsch-französischen Partnerschaft zu begeistern, hieß es. (GEA/eb)