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Pliezhausen hat bald einen Plan für umweltfreundliches Heizen

Die Klimaschutzagentur des Kreises Reutlingen unterstützt die Gemeinde bei der Kommunalen Wärmeplanung. Zunächst brauchen die Akteure Daten.

Eine Person dreht am Thermostat einer Heizung. Künftig soll die Wärme in Pliezhausen klimaschonend entstehen.
Eine Person dreht am Thermostat einer Heizung. Künftig soll die Wärme in Pliezhausen klimaschonend entstehen. Foto: Fabian Sommer/dpa
Eine Person dreht am Thermostat einer Heizung. Künftig soll die Wärme in Pliezhausen klimaschonend entstehen.
Foto: Fabian Sommer/dpa

PLIEZHAUSEN. Am Thermostat drehen, dann wird es warm. So sieht die Sicht zumindest der Mieter aus. Sie nutzen die Brenner in ihren Wohnhäusern. Entweder liefert ein Tankwagen das Heizöl oder aber die Häuser sind ans Erdgasnetz angeschlossen. Doch diese Energieträger setzen CO2 frei und tragen somit zu weiterem Klimawandel samt Temperaturanstieg bei. Damit weniger schädliches Gas ausgestoßen wird, müssen die Kommunen jetzt eine Kommunale Wärmeplanung erarbeiten. Das schreiben das Wärmeplanungsgesetz und das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg vor. Bis spätestens zum 30. Juni 2028 muss die Planung auch in Pliezhausen vorliegen.

Die Gemeinde wird diese Aufgabe im kommenden Jahr angehen. Das haben die Kommunalpolitiker in ihrer jüngsten Ratssitzung so einstimmig beschlossen. »Wir werden uns auf den Weg machen«, sagte Pliezhausens Bürgermeister Christof Dold und freute sich, mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Reutlingen einen verlässlichen Partner zu haben. Außerdem sei Pliezhausen Gesellschafter der Einrichtung. Uli Hasert, der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, präsentierte den Gemeinderäten den Ablauf und das weitere Vorgehen. »In Baden-Württemberg macht Wärme über 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus, wobei der Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich steigt.« Das Ziel sei daher die kommunale Wärmeplanung.

Sichere, klimafreundliche Wärmeversorgung

In der Präsentation beschrieb Hasert, was damit gemeint ist: »Ein Wärmeplan ist ein strategisches Konzept als Entscheidungsgrundlage für eine sichere, regionale, langfristig nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung, nicht nur aus ökologischer, sondern auch zunehmend ökonomischer Sicht.«

Hasert kündigte an, dass Pliezhausen und die Klimaschutzagentur schnell den Prozess beginnen und sich im Januar zusammensetzen werden. »Wir müssen erstmal viele Daten beim Statistischen Landesamt abfragen. Dabei geht es darum, welche Heizungsarten es hier im Ort gibt, wie geheizt wird, mit welchen Emissionen, und wie alt diese Geräte sind.« Dann gehe es darum, ob es in Pliezhausen schon kommunale Wärmenetze gebe. All diese Daten würden dann zusammen im Geographischen Informationssystem QGIS erfasst und auf Karten angezeigt. Hinzu kommen Grundstücke der Gemeinde und Abwasserleitungen, die als Wärmequelle dienen könnten.

Eignungsgebiete als Ziel

Schließlich müssten sich dann Gemeinderäte in einem Beirat engagieren. »Es wäre gut, wenn sich die von Ihnen darin einbringen, die eine Affinität zum Thema haben. Da kommt Geschäft auf Sie zu.« Der Beirat tage während der Erarbeitung drei bis vier Mal, beschließe aber nicht selbst. Die Kommunale Wärmeplanung erarbeite schließlich Eignungsgebiete, in denen Häuser an das Netz angeschlossen und so CO2 gespart werden könnte. Hasert nannte die Gemeinde Eningen unter Achalm als Beispiel: »Vielleicht werden zehn bis zwölf Prozent der Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen.«

Bürgermeister Christof Dold stellte eine im Dörnacher Ortschaftsrat aufgekommene und ihm übermittelte Frage: Sollte man die Kommunale Wärmeplanung nicht zurückstellen bis zur Landtagswahl?" Stefan Adam, der Leiter der Haupt- und Bauverwaltung von Pliezhausen, antwortete: "Wir müssen uns auf den Weg machen. Das sieht Bundesrecht so vor." Die Gemeinde sei nun von der Klimaschutzagentur eingeplant. Würde sie das auf die lange Bank schieben, könnten womöglich Landesgelder von rund 48.700 Euro nicht gezahlt werden. "Wir würden dann ins Risiko gehen. Wir haben die Umsetzungspflicht und es ist höchste Eisenbahn", sprach Adam gegenüber den Bedenken aus dem Dörnacher Ortschaftsrat Klartext.

Keine Zeit verlieren

Der Gemeinderat Heiko Kern (UWV) sagte, es sei sinnvoll, dass Pliezhausen der Klimaschutzagentur als Gesellschafter beigetreten ist. »Wir profitieren davon, dass wir im Boot der Klimaschutzagentur sitzen.« Wegen der Förderung sollte Pliezhausen keine Zeit verlieren. »Wir sollten es jetzt machen.«

Lars Hennig (UWV) aus Dörnach sagte, es habe im Ortschaftsrat eine Unsicherheit gegeben. »Ich verschließe mich nicht der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, gerade wenn schon Mittel geflossen sind. Ich werde das Einvernehmen erteilen.« (GEA)