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Winterabschiedsfest in Dettingen - bei Schnee

Zum Dahinschmelzen: Frühlingserwachen in Dettingen als Winterabschiedsfest mit Weihnachtsmarktwetter

Lisa Schlieper hatte, außer mit Kräutern auch viel zu tun, um Schneebruch und Schmelzwasser vom Pavillondach zu entfernen.  FOTO
Lisa Schlieper hatte, außer mit Kräutern auch viel zu tun, um Schneebruch und Schmelzwasser vom Pavillondach zu entfernen. Foto: Mara Sander
Lisa Schlieper hatte, außer mit Kräutern auch viel zu tun, um Schneebruch und Schmelzwasser vom Pavillondach zu entfernen.
Foto: Mara Sander

DETTINGEN. Das Frühlingserwachen hatte dieses Mal etwas Besonders zu bieten: Narzissen im Schnee, mehr Punsch als Prosecco und eiskalten Charme. Kurz gesagt war es eine Veranstaltung zum Dahinschmelzen. Und das tat der Schnee schnell, was zur Folge hatte, dass Pavillondächer von den Wassermassen mit Schneebruch befreit werden mussten.

Weniger nass war die natürliche Schneeschmelze durch Sonne am Boden. Während frühmorgens nur kleine gelbe Narzissenköpfchen und einige farbige Deko-Ostereier im weißen Schnee auf dem Beet mit dem großen Friedenssymbol in Regenbogenfarben zu sehen waren, »wuchsen« bis mittags rund 5.000 Blumen aus dem Schneefeld.

Viel bestaunt wurde das riesengroße Friedenssymbol der Firma Haas Stahl-Metallbau in der Frühlingsblumenwelt der Gärtnerei Wurst
Viel bestaunt wurde das riesengroße Friedenssymbol der Firma Haas Stahl-Metallbau in der Frühlingsblumenwelt der Gärtnerei Wurster. Foto: Mara Sander
Viel bestaunt wurde das riesengroße Friedenssymbol der Firma Haas Stahl-Metallbau in der Frühlingsblumenwelt der Gärtnerei Wurster.
Foto: Mara Sander

Darüber freute sich nicht nur das Team der Gärtnerei Wurster: »Wir waren froh, dass die Blumen nicht umgefallen sind, sondern die Köpfe wie gelbe Punkte noch aus dem Schnee lugten«, so Marcel Weiss, sondern auch das Organisationsteam der Gemeindeverwaltung nahm den Wintereinbruch zum Frühlingserwachen mit Humor: »Wir feiern das Winterabschiedsfest«, so Ilka Bahnmüller vom Kulturamt. Auch Albrecht Arnold vom Heimatmuseum scherzte beim wärmenden Glühwein oder Punsch: »Das ist der ausgefallene Weihnachtsmarkt.«

Die zahlreichen Besucher nahmen die Wetterkapriolen ebenfalls gelassen. Vom alten Wetter-Sprichwort »der April macht, was er will« bis hin zu »besser Schnee als Corona« oder auch »so gibt es wenigstens keinen Sonnenbrand von der Frühlingssonne« gab es ähnliche Meinungen, denn »Hauptsache, wir können uns endlich mal wieder mit anderen Menschen ohne Maske treffen«.

Facettenreiche Angebote

Der Vorsitzende des Gewerbevereins und stellvertretende Bürgermeister Dr. Rolf Hägele war zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung, denn für ihn »war gleich zu Beginn Frühling, weil es so herzerfrischend war, als der Schulchor gesungen hat.« Auch die weiteren Aufführungen hatten viele Zuschauer, die sich freuten »endlich mal wieder eine Veranstaltung auf dem Marktplatz mit Vorführungen zu haben«.

Doch leider hatte auch hier Corona negativen Einfluss, denn der Auftritt von Lea Reister und Simon Arzt mit Popsongs musste ausfallen, weil das Testergebnis positiv war. Dabei war Jugendsozialarbeiter Lars Luft mit seinem Vorschlag »doch die ohnehin vorhandene Bühne gleich zu nutzen, um den örtlichen musikalischen Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit nach so langer Pause zu bieten«, erfolgreich, aber das Virus spielte nun mal nicht mit.

Die Stimmung trübte das nicht, denn wichtig war es den Besuchern, dass sie miteinander reden, Dekoratives und Nützliches kaufen oder einfach nur anschauen konnten. Manche interessierten sich fürs »Springerle« backen und die vielen Model-Schätze und Rezepte von Sabine Sprinz, andere erfreuten sich an den Sprüche-Schildern von Bianca Fischborn wie »einen Garten zu pflanzen bedeutet am Morgen zu glauben« oder »ich habe keine Zeit, ich bin Rentner«. Beim Aufhängen der Schilder wurden zwar ihre Finger klamm, aber die gute Laune fror nicht ein.

Der Schulchor der Schillerschule nach seinem schwungvollen Auftritt.
Der Schulchor der Schillerschule nach seinem schwungvollen Auftritt. Foto: HAAS/GEMEINDE
Der Schulchor der Schillerschule nach seinem schwungvollen Auftritt.
Foto: HAAS/GEMEINDE

Erfroren wären nur manche zarten Kräuterpflänzchen von Elke Schlieper, wenn sie alle »Kräuter des Lebens« mit zum Marktplatz genommen hätte. So hatte sie winterharte oder zumindest kälteunempfindliche Kräuter eingepackt, die sehr begehrt waren. »Vor allem Frühlingskräuter für Salate wie Rauke, Brunnenkresse und Basteleien werden sehr gerne gekauft«, so ihr Fazit. Außerdem kauften viele Besucher Himbeeren und Blaubeeren im Topf für den eigenen Balkon. Das Fachwissen der Kräuterexpertin wissen nicht nur Stammkunden zu schätzen, denn viele Gärtnereien beziehen ihre Kräuter aus ihrer Zucht, und nicht nur das, denn sie schult auch das Personal entsprechend.

Friedenssymbol im Mittelpunkt

Attraktion waren auch die Gartengeräte auf dem Rathausplatz vom Aufsitzrasenmäher bis zur Spezialleiter. Damit nicht genug, denn auch die englischen Zweiräder waren Hingucker beim Dettinger Mopedtag im Hof des Uhlandzentrums.

Sehr gut besucht wurde die informative Ausstellung des Projekts »Ermstal hilft« für die Ukraine-Flüchtinge. Geplant war das riesengroße Friedenssymbol auf dem Marktplatz in den Ukrainefarben mit Blumen zu gestalten, aber die Blüten wären erfroren. Darum wurde es in Regenbogenfarben frühlingsbunt umwickelt. (GEA)