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Neujahrskonzert in Kirchentellinsfurt: Gesungenes Wiegenlied

Neujahrskonzert in Kirchentellinsfurt mit den jungen Musikern des Ensembles Young Classic Artists

Musikalisches Feuerwerk trotz winterlicher Anreise: Die Young Classic Artists im Rittersaal Kirchentellinsfurt. FOTO: PR
Musikalisches Feuerwerk trotz winterlicher Anreise: Die Young Classic Artists im Rittersaal Kirchentellinsfurt. FOTO: PR
Musikalisches Feuerwerk trotz winterlicher Anreise: Die Young Classic Artists im Rittersaal Kirchentellinsfurt. FOTO: PR

KIRCHENTELLINSFURT. Der denkbar ungünstigste Tag für die Reise von Hamburg nach Kirchentellinsfurt – am Vorabend waren sie noch in der Elbphilharmonie aufgetreten – hatte die jungen Musikerinnen und Musiker des Ensembles »Young Classic Artists« getroffen: Norddeutschland versank im Schneechaos, zahlreiche Bahnverbindungen waren eingestellt. Umso erfreulicher war es, dass sie dennoch wohlbehalten eintrafen und ein gefeiertes Kammerkonzert im Rittersaal des Schlosses geben konnten.

Das Ensemble, alle Musiker unter 30 Jahre alt, präsentierte in wechselnden Besetzungen mit der Pianistin Cristina Marton-Argerich ein Programm künstlerischer Vielfalt und Tiefe mit Werken der Romantik. Das Neujahrskonzert wurde von Ruth Setzler, Sprecherin von Kultur im Schloss, und von Bürgermeister Bernd Haug mit guten Wünschen für 2026 eröffnet. Unter dem Titel »Klangwelten der Romantik« führte der Cellist Ramon Boss, zugleich Leiter des Ensembles, das Publikum durch den Abend. Schumanns Fantasiestücke für Violoncello und Klavier von Robert Schumann deutete er als musikalische Bergwanderung, die sich aus verträumtem Nebel zu einem mitreißenden Abenteuer entwickelt. Unangekündigt folgte ein »Überraschungsbonus«: Mit der zweiten Pianistin Antonia Miller flogen bei Miniaturen wie »Divertissement a l' Hongroise« von Franz Schubert, dem »Elfenmarsch« von Mendelssohn und zwei ungarischen Tänze vom Brahms zwanzig Finger über die Tasten.

Mit dem Allegro aus Brahms’ Streichquartett c-Moll op. 51 stellten die Musiker ihr solistisches Können unter Beweis. Neben dem Cellisten Ramon Boss musizierten Petre Abraham Smeu (erste Violine), Lucas Soto Fontenla (zweite Violine) und Marian Crucius (Viola). Alle zusammen strahlten eine Spielbegeisterung aus, die immer wieder auf das Publikum übersprang. Das galt besonders für das letzte Werk des Abends, das Klavierquintett A-Dur, Op. 81, von Antonín Dvo rˇák . Für die Zugabe wählten die Musiker einen anderen Weg: Brahms berühmtes Wiegenlied – zum Mitsingen. Viele im Saal kannten sogar beide Strophen auswendig. (eg)