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Reutlinger Kriminacht bringt mehr als 3.000 Euro fürs Frauenhaus

Der Charity-Livestream aus Reutlingen war eine gelungene Premiere mit spannenden Momenten

Moderatorin Iris Goldack vom GEA-Marketing mit zwei ihrer Gäste: Rebecca Michéle und Thomas Lang. FOTOS: PIETH
Moderatorin Iris Goldack vom GEA-Marketing mit zwei ihrer Gäste: Rebecca Michéle und Thomas Lang. FOTOS: PIETH Foto: Frank Pieth
Moderatorin Iris Goldack vom GEA-Marketing mit zwei ihrer Gäste: Rebecca Michéle und Thomas Lang. FOTOS: PIETH
Foto: Frank Pieth

REUTLINGEN/PFULLINGEN. Auch eine längst etablierte Veranstaltung wie die Reutlinger Kriminacht hat noch eine Premiere, die die Organisatoren und Gäste im Vorfeld zittern lassen. Nicht etwa ob der Spannung und Gänsehaut, die die mörderischen Passagen der Autoren ihnen über den Körper jagen werden.

Stattdessen folgende Fragen: Wie muss ich ins Mikro sprechen? Knarzt die Lederjacke zu laut im Sessel? Schaue ich in die richtige Richtung und nicht zu lange ins Buch? Derlei beschäftigte die Vorleser, denn dieses Jahr ging die elfte Kriminacht coronabedingt statt im Oertel+Spörer-Saal im Internet live über die Bühne.

Nicht weniger erschreckend

Geräuschloser Wechsel der Autoren im Studio der DSR Veranstaltungstechnik. Nicht aus der ersten Reihe, sondern der Studiokantine schlichen sie sich zu ihrem roten Sessel rechts oder links von Iris Goldack vom GEA-Marketing, die den Abend charmant moderierte. Die Spannung im Studio war zum Greifen, noch bevor eine einzelne Zeile gelesen wurde.

Nur fünf Minuten Zeit hatten die Autoren Sybille Baecker, Isabel Holocher-Knosp, Thomas Lang, Rebecca Michéle, Veit Müller (Mit-Initiator der Kriminacht), Tanja Roth, Günther Zäuner, Martin Sowa und Bernd Storz dieses Mal, um die Zuschauer vor den Bildschirmen ihrer Smartphones, Tablets, der Computer oder Fernseher in Bann zu halten. Und sie legten sich ins Zeug: mit Kraichgauer Dialekt, einer – zum Glück unechten – Pistole, einigem Schmunzeln und einer Liveschalte zum österreichischen Autor Günther Zäuner.

Und dann, natürlich, wenn es am spannendsten war, das Peng!, das die Vorleser wie immer abrupt zum Schweigen brachte. Dieses Mal aus dem Lautsprecher, aber nicht weniger erschreckend. Da entwischte Iris Goldack und den Gästen durchaus ein »Huch!« Die Zuschauer durften wie gewohnt mitmachen, denn für sie wurde der Lese-Countdown eingeblendet.

Bejubelt wurden auch die Spenden, die im Laufe des Livestreams auf den Spendenkonten für das Reutlinger Frauenhaus eingingen: 3 402,15 Euro standen am Ende des Abends, inklusive des Erlöses der verkauften 223 Karten und einer Spende in Höhe von 1 000 Euro der Reutlinger Kreissparkasse: Rekordzahlen für die Veranstaltung des »Syndikats«, der größten Vereinigung deutschsprachiger Krimiliteratur, des Reutlinger General-Anzeigers sowie des Verlags Oertel+Spörer.

Blieb für das Publikum die Identität des Mörders meist im Dunkeln, konnten die Krimiautoren ebenfalls nur raten, ob sie mit ihren Passagen fesseln konnten. »Das hat keiner von uns bisher gemacht, ich habe noch nie in eine Kamera gesprochen«, sagte Mitinitiator und Autor Veit Müller, der an diesem Abend seinen neuen Detektiv ermitteln ließ. »Ich bin es gewohnt mit dem Publikum zu interagieren, die Reaktionen wirken sich ja auch auf die eigene Darstellung aus.« Dennoch: »Mich hat es einfach gefreut, dass ich endlich meine Figuren zum Leben bringen konnte«, sagte Autor Martin Sowa und sprach aus, was seine Kollegen empfanden. Seit März habe sie so gut wie keine Möglichkeit gehabt aufzutreten, oder für ihre Bücher zu recherchieren, erzählte Isabel Holocher-Knosp von den Schwierigkeiten, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben.

»Ich fand es super, trotz der Umstände wurde ein schöner Abend daraus gemacht«, sagte Luisa Schmitz, die mit ihrer Mutter zusammen den Abend auf dem Tablet verfolgte. Sie hatte erwartet, dass auch diese Veranstaltung abgesagt wird, und war umso erfreuter, dass sie mehr als anderthalb Stunden mitfiebern, lachen, sich überraschen und erschrecken lassen konnte. Immerhin ist die Kriminacht seit zwei Jahren fest in ihrem Kalender eingeplant. »Natürlich ist es mit mehr Zuschauern um einen herum ein anderes Gefühl. Aber es war kein Stück schlechter als die vergangenen Male«, betonte die Studentin. Ab und an haben sie beim Peng! mitgemacht, auch wenn es sich etwas seltsam angefühlt habe. Ob im Saal oder Internet, sie hätte die Kriminacht nicht missen wollen. »Ich finde es schön, dass es verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Schreibstilen und Thematiken sind. Es ist erfrischend, nicht nur den Buchdeckel zu lesen. So wird ein Buch interessant, das man sonst gar nicht gelesen hätte«, sagte die 21-Jährige.

Apropos Bücher: Die Krimis der Autoren der elften Reutlinger Kriminacht sind auf der Internetseite www.gea.de/kriminacht zu finden und können mit nur einem Klick gekauft werden.

Ein Video über die Arbeit des Frauenhauses gibt es online. (GEA)

 

www.gea.de/videos

 

Das Pfullinger Unternehmen DSR Veranstaltungstechnik sorgte via Livestream für spannende Unterhaltung.
Das Pfullinger Unternehmen DSR Veranstaltungstechnik sorgte via Livestream für spannende Unterhaltung. Foto: Frank Pieth
Das Pfullinger Unternehmen DSR Veranstaltungstechnik sorgte via Livestream für spannende Unterhaltung.
Foto: Frank Pieth