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Aus Versehen: SEK stürmt Wohnung von 88-Jähriger mit Blendgranate

Bei einer Rocker-Razzia in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei einer 88 Jahre alten Dame die Tür aufgestoßen und eine Blendgranate gezündet. Die Beamten hatten sich in der Hausnummer vertan. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) stürmte dann statt der Wohnung eines gesuchten Rockers das Wohnzimmer der Rentnerin.

Nach Mobbingvorwürfen aus den eigenen Reihen wird ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Kölner Polizei aufgelöst. Foto: Marius
Nach Mobbingvorwürfen aus den eigenen Reihen wird ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Kölner Polizei aufgelöst. Foto: Marius Becker/Archiv- und Symbolbild
Nach Mobbingvorwürfen aus den eigenen Reihen wird ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Kölner Polizei aufgelöst. Foto: Marius Becker/Archiv- und Symbolbild

LÜDENSCHEID. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag bestätigte, rammten die schwer bewaffneten Beamten am vergangenen Donnerstag gegen 6 Uhr morgens die Türen ein und zündeten auf dem Balkon eine Blendgranate. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über den Vorfall in Lüdenscheid berichtet.

Der überrumpelten Seniorin gehe es gut, sie habe gefasst auf den Einsatz reagiert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen. Der Sachschaden sei noch am selben Tag ersetzt worden, die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen, wie es zu dem Irrtum kommen konnte.

Hintergrund des Großeinsatzes, bei dem parallel Razzien in Hagen, Dortmund, Unna, Witten und im Märkischen Kreis liefen, war laut Staatsanwaltschaft ein versuchtes Tötungsdelikt im Rocker-Milieu. Der eigentlich gesuchte Lüdenscheider aus der Rockergruppe »Freeway Riders« soll im vergangenen Oktober in Hagen ein Mitglied einer rivalisierenden Rockergruppe durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt haben.

Trotz der Panne war die Razzia letzten Endes erfolgreich: Der gesuchte Rocker aus Lüdenscheid sowie 12 weitere Männer in NRW konnten festgenommen werden, die Polizei beschlagnahmte Schusswaffen und Drogen.