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Reutlinger Weinhändler: »Es ist ein echter Kampf«

Der Einzelhandel kämpft vielerorts ums Überleben. Auch in der südlichen Innenstadt, der Oberen Wässere, tun sich einige Händler schwer – Weinhändler Timo Gleichner berichtet.

Der Einzelhandel hat zu kämpfen. In der Oberen Wässere fehlt es in einigen Lagen zudem an Laufkundschaft.
Der Einzelhandel hat zu kämpfen. In der Oberen Wässere fehlt es in einigen Lagen zudem an Laufkundschaft. Foto: Anja Weiß
Der Einzelhandel hat zu kämpfen. In der Oberen Wässere fehlt es in einigen Lagen zudem an Laufkundschaft.
Foto: Anja Weiß

REUTLINGEN. Vor drei Jahren hat Timo Gleichner in der Oberen Wässere 4 seine Wein- und Spirituosenhandlung eröffnet. »Ich war auf der Suche nach einem Objekt«, erzählt er, und er fand den Laden »gleich genial«, als er ihn das erste Mal gesehen hat. »Es war genau das, was ich mir vorgestellt habe«. Ebenerdig, mit großzügigen Räumen und in direkter Nähe Parkmöglichkeiten: »Das ist für einen Weinhandel wichtig«, ist Gleichner überzeugt. Auch die Pacht sei im Vergleich zur Wilhelmstraße um einiges erschwinglicher. Dafür verzichtet er lieber auf etwas Laufkundschaft, die er eher in der Altstadt finden würde.

Trotz all dieser Vorzüge tut sich der Einzelhändler schwer: »Es ist ein steter Kampf. Wir überlegen von Monat zu Monat, ob wir uns es noch leisten können, aufzulassen«, sagt Gleichner. Für viele Reutlinger höre die Innenstadt auf der einen Seite am Bahnhof und auf der anderen Seite am Albtorplatz auf, »die denken immer noch in den alten Stadtmauer-Grenzen, wir werden leider nicht als Teil der Innenstadt gesehen «. Dabei gehört das Quartier ausdrücklich zur Innenstadt, ist die südliche Erweiterung davon.

So durchschreiten weniger Bummler das Tor in die Obere Wässere, als Timo Gleichner sich erhofft hat, Ausnahme sei die Markthalle mit ihrer zentralen Lage direkt gegenüber vom Parkhaus – die wird rege frequentiert, ebenso die Gastronomie. Mit Veranstaltungen und Weinproben versucht der Weinhändler immer wieder, Kundschaft zu generieren. Mit Erfolg: »Da sind wir immer ausgebucht«. Doch die Besucher kommen später nicht als Kunden wieder.

Er vermutet, dass sie dann im Internet bestellen, eine Entwicklung, unter der alle Händler leiden – unabhängig vom Standort. »Es fehlt an den Leuten, die uns wertschätzen«, bedauert Gleichner. »Wenn die Bürger eine schöne Innenstadt wollen, müssen sie dort auch hingehen, aber das ist leider vielen nicht klar.« (GEA)