FRIEDRICHSHAFEN. Sonnenschein und eine steife Brise – einen besseren Tag hätte man sich nicht aussuchen können für den Mediencup am Bodensee. Sieben GEA-Leser traten gegen Vertreter anderer Medien bei einer Regatta in Friedrichshafen im Anschluss an einen Besuch der Interboot-Messe an.
Schon im Vorfeld war klar, die Gewinner der GEA-Leserreise waren alles andere als Landratten. Da wurde munter über die seemännischen Erfahrungen gefachsimpelt, sodass beim Berichterstatter die Hoffnung aufkeimte, den fünften Platz des letzten Jahres zu übertreffen. Seine eigene Kenntnis nautischer Begriffe beschränkte sich hingegen auf: Rechts ist Steuerbord, links ist Backbord und zu weit rechts oder links ist über Bord.
Die bunten Fahnen flatterten munter im Wind und auf dem Bodensee tanzten die Schaumkronen. Nach der Flaute des letzten Jahres herrschten diesmal bei Windstärke drei ganz andere Voraussetzungen. Für die Abendstunden gab es sogar eine Starkwind-Warnung und es herrschte Schwimmwestenpflicht. Schon die Zuteilung der erfahrenen Skipper verlief vielversprechend. Der Kapitän des GEA-Bootes, Felix (der Glückliche), ist nicht nur ein hauptberuflicher Vollblutsegler, sondern hatte auch noch Geburtstag, was ihm ein spontanes Ständchen der Crew einbrachte. Nach der kleinen Gesangseinlage gingen die GEA-Leser routiniert und nicht ohne Ambitionen ans Werk.
Die hohe Kunst beim Regatta-Segeln besteht darin, innerhalb von sechs Minuten so nah wie möglich an die Startlinie heranzufahren, ohne sie zu kreuzen – tut man es doch, wird man disqualifiziert. Also heißt es, sich sachte im Zickzackkurs herantasten. In den Kurven – im Seemannsjargon Wenden und Halsen genannt – neigt sich die Zehn-Meter-Segeljacht bei starkem, böigem Wind bedenklich zur Seite. Da sind ein guter Gleichgewichtssinn und ein stabiler Magen vonnöten, und die Schwimmwesten erscheinen dem Berichterstatter auf einmal äußerst angemessen. Kurz vor dem Startsignal kommt dann auch das Kommando der Rennleitung, die Segel zu reffen. Dabei wird das Segel teilweise eingeholt, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten – die todesmutige Crew des Südfinders kommt der Anweisung erst nach wiederholter Ermahnung nach.
An der Startlinie ging es eng zu. Mit geballter Frauenpower an der Backbord-Winde fuhr die GEA-Crew eine enge Halse um die Boje. Der Großbaum schwang bedrohlich herum, doch alle zogen rechtzeitig die Köpfe ein, sodass niemand über Bord ging. Mit dem Manöver setzte sich das GEA-Boot direkt an die Spitze und fuhr in klassischer Formel-1-Manier einen Start-Ziel-Sieg ein, gefolgt vom Boot der Frankfurter Allgemeinen (FAZ).
Herausforderung für die Crew
Vor dem zweiten Rennen kam im Gedränge vor der Startlinie dann etwas Hektik an Bord auf. Das FAZ-Boot schnitt der GEA-Crew regelwidrig den Weg ab und musste zur Strafe einen Kringel fahren. Trotz der Widrigkeiten gelang dann doch erneut ein Traumstart. Kiel an Kiel mit der Jacht »Sehnsucht Bodensee«, dem Social Media Team der Interboot, setzten sich die GEA-Leser erneut an die Spitze. Immer wieder verhakte sich das Vordersegel in der Reling der Jacht und ein Crewmitglied musste sich regelmäßig trotz starker Seitenneigung des Bootes zum Bug aufmachen, um das Segel zu befreien. Eine Herausforderung, der sich die GEA-Leser ohne zu zögern stellten. An der Wendeboje zeigte Skipper Felix dann sein ganzes seemännisches Können bei einem waghalsigen Überholmanöver und ließ die Konkurrenz hinter sich. Zweiter Sieg im zweiten Rennen.
Vor dem dritten Durchgang musste erstmal die einlaufende Fähre durchgelassen werden. Allzu leicht könnte im laufenden Rennen jemand behindert werden – dann würde aus der Fähre eine Unfähre. Diesmal kam das GEA-Boot nicht so gut weg vom Start, doch nun war die Crew gut eingespielt und die Kommandos von Kapitän Felix wurden prompt ausgeführt. Boot für Boot kämpften sich die Leser erneut in Führung, dicht gefolgt vom Intimfeind von der FAZ. Der dritte Sieg in Folge. Die Stimmung an Bord war auf dem Höhepunkt.
TEILNEHMER GEA-LESERREISE
Über die Teilnahme durften sich freuen, jeweils mit Begleitperson:
Simone Weggerle aus Eningen
Thomas Weidner aus Reutlingen
Josef Kuppel aus Reutlingen
Hans-Joachim Buck aus Reutlingen
Dieter Link aus Kirchentellinsfurt
Monika Brakelmann aus Lichtenstein
Richard Schaible aus St. Johann
Vor dem vierten Durchgang frischte der Wind dann nochmals merklich auf. Man konnte den nahenden Sturm schon ein wenig schmecken, obwohl die Sonne immer noch fast so sehr strahlte wie die Crew. Am Start kreuzte das Boot der FAZ erneut gefährlich nah den Kurs des GEA-Teams, konnte aber mit einem waghalsigen Manöver einen Strafkringel vermeiden. Diesmal schaffte es das FAZ-Team, seinem Motto »Immer eine Kiellänge voraus« treu zu bleiben und gewann mit einem knappen Meter Vorsprung vor dem GEA-Boot.
Am Ende setzte Team GEA mit drei Siegen und einem zweiten Platz jedoch die Maßstäbe, an denen sich die anderen Medien – auch die FAZ – zu orientieren hatten. (GEA)
SIEGERWERTUNG MEDIENCUP
Nach vier Durchläufen ergab sich folgende Gesamtwertung:
1. Platz: Reutlinger General-Anzeiger
2. Platz: Frankfurter Allgemeine
3. Platz: Sehnsucht Bodensee
4. Platz: Thurgauer Zeitung
5. Platz: Radio Seefunk
6. Platz: Vorarlberger Nachrichten
7. Platz: Südfinder