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Der lange Weg der Trauer

Nach dem Suizid eines geliebten Menschen

Jesuskreuz
Ein Jesuskreuz und eine brennende Kerze stehen in einer Kirche. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild
Ein Jesuskreuz und eine brennende Kerze stehen in einer Kirche. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild

REUTLINGEN. Während es im Sommer die Menschen nach draußen ziehe und das Leben eine scheinbare Leichtigkeit zeige, sei es für viele schwierig, an diesem Leben teilzunehmen, erinnert der Arbeitskreis Leben (AKL) Reutlingen/Tübingen an Menschen mit Gefühlen, »die oft so gar nicht zur freudigen Stimmung in Cafés und an Badeseen passen.« Laut AKL nehmen sich Jahr für Jahr in Deutschland 10 000 Menschen das Leben. Im Kreis Reutlingen starben 2019 mindestens 20 Menschen durch Suizid.

Bei einer Selbsttötung sind Nahestehende unmittelbar betroffen, sagen Bettina Guhlmann und Kerstin Herr vom Arbeitskreis: »Angehörige, Freunde, Kollegen, Nachbarn…. Sie sind konfrontiert mit einem dramatischen Ereignis, dem sie meist fassungslos gegenüberstehen.«

Menschen, die im engen Umfeld eine Selbsttötung erleben müssten, hätten oft einen langen Weg der Trauer vor sich, bis sie wieder Boden unter den Füßen haben. In dieser Situation könne es eine große Hilfe sein, in einem geschützten Rahmen Unterstützung zu erfahren. Die Krisenberatungsstelle des AK Leben begleitet trauernde Angehörige nach dem Suizid eines nahestehenden Menschen sowohl durch Einzel- und Familienberatung als auch durch Gruppenangebote.

Stärkende Gruppe

Das Erleben in der Gruppe zu teilen, werde dabei als sehr unterstützend erlebt, berichten Bettina Guhlmann und Kerstin Herr – und belegen es durch ein Zitat einer Teilnehmern: »Erst in der Trauergruppe des AKL, die wir gemeinsam als Paar besuchten, erkannte ich, dass meine Trauer und die meines Partners trotz ihrer Unterschiedlichkeit zusammengehören. Die Andersartigkeit der Trauer bedeutet keinen Mangel an Liebe oder Tiefe.«

Mögliche Themen in der Gruppe seien: Wo stehe ich in meinem Trauerprozess. Wie finde ich zu meinen eigenen Kraftquellen? Die Gruppe für Angehörige nach einem Suizid, geleitet von Fachkräften des AKL, wird im Herbst weitergeführt. Neue Teilnehmende sind herzlich willkommen: Starttag ist Freitag, 2. Oktober, von 14 bis 19 Uhr.

Weitere Termine sind dann jeweils donnerstags einmal monatlich von 18.30 bis 20.30 Uhr. Der Teilnahmebetrag beläuft sich auf 100 Euro, eine Ermäßigung sei auf Anfrage möglich, heißt es in der Pressemittelung. Interessenten sollten sich an die Krisenberatungsstelle des Arbeitskreises Leben in der Karlstraße 28 in Reutlingen wenden. (v)

 

07121 19298

akl-reutlingen@ak-leben.de

www.akl-krisenberatung.de