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Reutlinger begeistert in japanischer TV-Show

Benni Grams aus Reutlingen durfte beim legendären TV-Format Sasuke in Japan antreten – dem Original von Ninja Warrior. In der ersten Runde war der Parcours-Profi schneller als alle Konkurrenten – und hinterließ trotz Ausscheidens im zweiten Lauf einen bleibenden Eindruck.

Benni Grams aus Reutlingen legte bei der japanischen TV-Show Sasuke ein hohes Tempo vor.
Benni Grams aus Reutlingen legte bei der japanischen TV-Show Sasuke ein hohes Tempo vor. Foto: TBS
Benni Grams aus Reutlingen legte bei der japanischen TV-Show Sasuke ein hohes Tempo vor.
Foto: TBS

REUTLINGEN. Ein Traum ist für Benni Grams in Erfüllung gegangen: Der Reutlinger Parcours-Profi durfte in der japanischen Fernsehshow Sasuke antreten. Das Wettkampfformat ist hierzulande und in vielen anderen Ländern unter dem Namen Ninja Warrior bekannt. »Beim Original dabei zu sein, war eine riesige Ehre und ein surrealer Moment«, sagt der 33-Jährige dem GEA. Als einer von 23 internationalen Athleten ausgewählt worden zu sein, erfülle ihn mit »großer Dankbarkeit«. Auch wenn Grams in der zweiten Runde ausschied, hinterließ er beim japanischen Publikum einen bleibenden Eindruck.

Die Einladung kam nicht von ungefähr. Bereits beim ersten Ninja-Warrior-Weltcup Ende 2024 hatte Grams als einziger Athlet im deutschen Team überzeugt und damit auch im Gastgeberland Japan Aufmerksamkeit erregt. Die Anfrage für Sasuke erhielt er nur etwa drei bis vier Wochen vor den Dreharbeiten im vergangenen Oktober. »Das war eine große Überraschung«, sagt Grams. Weil er zeitlich flexibel war, sagte er sofort zu. Für eine gezielte Vorbereitung blieb allerdings kaum Zeit. »Das machte es noch spannender«, meint der Parcours-Spezialist. »Aber ich war gut im Training.«

Viel Lob für Benni Grams in den sozialen Medien

In der ersten Runde stellte Grams das eindrucksvoll unter Beweis. Er legte im Hindernisparcours die Bestzeit hin. Der Reutlinger, der den Spitznamen »Speedy Gonzales« trägt, sprintete eine Steilwand aus rotierenden Rollen hinauf, schlängelte sich durch drehende Stangen und schob bis zu 180 Kilogramm schwere Kisten über eine zwölf Meter lange Schiene. Keiner der 100 japanischen oder 22 internationalen Konkurrenten konnte mithalten – obwohl Grams bei der letzten Steilwand vor dem Ziel sogar noch einmal neu Anlauf nahm. »Als Parcours-Spezialist kamen mir die Hindernisse sehr entgegen. Ich bin hochfokussiert in den Lauf gegangen«, sagt er. »Und ich konnte es genießen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht.«

Entsprechend begeistert reagierte das Publikum. »Die Zuschauer sind völlig ausgerastet«, erzählt Grams lachend. »Die Moderatorin hat mich direkt gefragt, ob ich wiederkommen will.« Auch in den sozialen Netzwerken erhielt er viel Zuspruch. Unter dem Video seines Erstrunden-Laufs, das Sasuke kürzlich auf Instagram veröffentlichte, kommentierte ein Nutzer: »Unglaublich, wie schnell er ist.«

Große Freude beim Reutlinger Benni Grams nach seiner Bestzeit im ersten Parcours der japanischen TV-Show Sasuke.
Große Freude beim Reutlinger Benni Grams nach seiner Bestzeit im ersten Parcours der japanischen TV-Show Sasuke. Foto: TBS
Große Freude beim Reutlinger Benni Grams nach seiner Bestzeit im ersten Parcours der japanischen TV-Show Sasuke.
Foto: TBS

Weniger gut lief es für Grams in der zweiten Runde. An der sogenannten Himmelsleiter – einem Hindernis, an dem er auch in der deutschen Version bereits gescheitert war – war Endstation. An der speziellen Klimmzugstange, die mehrere Sprossen nach oben und wieder nach unten bewegt werden muss, stürzte er ab und schied aus. »Ich hatte einfach keine Power mehr im Oberkörper«, erklärt Grams. Das lag daran, dass er aus einer langen Verletzungspause kam. Ende 2024 hatte er einen Sehnenausriss im Schulterbereich erlitten. 2025 konnte er deshalb auch nicht bei Ninja Warrior in Deutschland starten. In Japan feierte er bei den Sasuke-Dreharbeiten sein Comeback. Zu sehen war die Show mit ihm an Weihnachten auf dem Sender TBS.

Hoffnung auf erneute Sasuke-Einladung nach Japan

»Das Ausscheiden war ärgerlich, aber die Freude überwiegt«, fasst Grams seine Gefühlslage zusammen. »Und es hat gezeigt, woran ich noch arbeiten muss.« Glücklich ist der Reutlinger nicht nur über seinen Auftritt, sondern auch über die Eindrücke seines insgesamt zweiwöchigen Japan-Aufenthalts. Der Austausch mit internationalen und einheimischen Athleten habe ihm persönlich viel gegeben. Zudem traf er sich in Tokio mit Mitgliedern der lokalen Parcours-Szene. »Ich bin generell ein großer Japan-Fan – vor allem wegen der respektvollen und zuvorkommenden Art der Menschen.«

Darum geht's bei Sasuke

Sasuke ist eine japanische Fernsehshow, die seit 1997 ausgestrahlt wird und als Ursprung des weltweit bekannten Formats Ninja Warrior gilt. Produziert wird die Sendung vom Fernsehsender TBS. Zuletzt wurde die 43. Staffel ausgestrahlt. In dem Formats geht es darum, anspruchsvolle Hindernisparcours zu überwinden. An jeder Ausgabe nehmen rund 100 japanische Athleten sowie ausgewählte internationale Starter teil. Die Teilnehmer scheiden sofort aus, sobald sie ein Hindernis nicht überwinden oder die vorgegebene Zeit überschreiten. Ziel ist es, vier Runden des Parcours zu bewältigen – was bisher nur sechs Mal gelang. Wer das Finale besteht, darf sich als »Kanzenseiha« (vollständiger Sieger) bezeichnen. Die Popularität des japanischen Kult-Fomarts führte zur Entwicklung zahlreicher Ableger, darunter Ninja Warrior in Deutschland und vielen weiteren Ländern.

Grams hofft, irgendwann erneut zu Sasuke eingeladen zu werden. Auch beim deutschen Ninja Warrior will er wieder angreifen, nachdem er 2024 überraschend in der ersten Runde ausgeschieden war und die vergangene Staffel verletzungsbedingt verpasste. Im Vergleich zu vielen anderen Teilnehmern sei er inzwischen zwar ein »Ninja-Opa«, sagt Grams mit einem Schmunzeln. »Aber ich bin immer noch gut für Überraschungen.« (GEA)