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Aktuell Gründungskultur

Campus: Ideen brauchen Raum

Von Brainstorming bis Coworking: In den Gründercontainern auf dem Hochschul-Campus entstehen neue Geschäftsideen. Drei Porträts geben Einblick

Arbeiten in Containern an ihren Träumen: Die Gründer von »VEREINt« im Gespräch.  FOTOS: HOCHSCHULE REUTLINGEN
Arbeiten in Containern an ihren Träumen: Die Gründer von »VEREINt« im Gespräch. FOTOS: HOCHSCHULE REUTLINGEN Foto: Gea
Arbeiten in Containern an ihren Träumen: Die Gründer von »VEREINt« im Gespräch. FOTOS: HOCHSCHULE REUTLINGEN
Foto: Gea

REUTLINGEN. Im Herbst letzten Jahres eröffnete die städtische Wirtschaftsförderung vier neue Bürocontainer in bester Campuslage. Der Bedarf entsteht vor allem aus den zunehmenden Aktivitäten der Hochschule zur Förderung der Gründungskultur: Die erhöhte Sensibilität für das Thema, das geknüpfte Netzwerk und die Qualifizierung angehender Unternehmerinnen und Unternehmer sorgen für eine größere Nachfrage nach den mietfreien Arbeitsplätzen. Und so arbeiten in den Containern derzeit auch Teams mit völlig unterschiedlicher Herangehensweise, wie drei Porträts zeigen.

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Eine fast idealtypische Gründergeschichte liefern Georgios Karaiskas, Patrick Reiber und Nathanael Jetter. Der Unternehmenspartner ihrer Projektarbeit im Masterstudiengang Operations Management bot den Studenten gleich einen Arbeitsvertrag an. Doch die drei jungen Männer wollten sich mit ihrer Beratungsleistung für Softwarelösungen, die sich auf Projekt- und Risikomanagement sowie Prozessoptimierungen fokussieren soll, lieber selbstständig machen.

Die Modedesignerin Saska Minic fertigt aus industrieller Überschussware innovative Unisex-Textilien.
Die Modedesignerin Saska Minic fertigt aus industrieller Überschussware innovative Unisex-Textilien. Foto: Gea
Die Modedesignerin Saska Minic fertigt aus industrieller Überschussware innovative Unisex-Textilien.
Foto: Gea

Sie hörten von der Gründungsförderung auf dem Campus und vereinbarten gleich einen Beratungstermin mit Thomas Rehmet vom Center for Entrepreneurship. Der vermittelte sie in das Netzwerk aus Mentoren, IHK und Unternehmen. Die Gründung erfolgte dann unmittelbar Anfang Oktober, und nun trifft sich das Team regelmäßig nach den Vorlesungen im Containerbüro zum Arbeiten. Ihre Mission: Logistikprozesse weltweit vereinfachen und neue Maßstäbe in Sachen Risikomanagement setzen.

- VEREINt

Den neuen Coworking-Bereich nutzen Tobias Fluck und Jannik Finkbohner regelmäßig für Besprechungen mit ihrem Team. Nebenberuflich entwickeln sie ein Programm, das die Verwaltung von Vereinen digitalisieren und damit erleichtern soll. Mit der intelligenten Software soll das Ehrenamt in Sportvereinen entlastet und die Zukunft des Vereins gestaltet werden. Tobias Fluck hat in Reutlingen Human-Centered Computing studiert, Finkbohner in Bayreuth Sportökonomie. Die beiden Gründer kennen sich aus dem Pfullinger Sportverein und wissen, wie viel Organisationsaufwand dahintersteckt: Mitglieder, Abteilungen und all deren Daten verwalten – jede Menge Papierkram – bisher.

Genau das wollen die beiden ändern und entwickeln dafür den digitalen Assistenten VEREINt. Ihr Ziel: Den Alltag aller Mitglieder zu vereinfachen.

- Saska Minic

Die studierte Modedesignerin Saska Minic verwirklicht mit ihrem Unisex-Modelabel »Yuvenile« ihre Idee von innovativen und individuellen Textilien. Durch das Upcycling von industrieller Überschussware oder Restbeständen von Textilunternehmen, wie Reißverschlüsse oder Garne werden weniger Ressourcen in Anspruch genommen. Auf die geplante Sportmode-Kollektion nehmen ästhetische Elemente der Stadt Belgrad Einfluss, wie zum Beispiel plakatierte und beschriftete Hauswände.

Minic nahm am Seminar für Existenzgründungen teil und erfuhr dadurch vom Angebot der mietfreien Container-Arbeitsplätze. Seit Herbst 2018 brennt nun auch in ihrem Büro regelmäßig abends oder am Wochenende das Licht, wenn sie an der Verwirklichung ihres Traums werkelt. (GEA)