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Reutlinger Bauhaus-Areal: Geht's im Frühjahr weiter?

Pläne nehmen auf dem Reutlinger Emil-Adolff-Gelände wieder Fahrt auf: Edeka hat die Federführung bei der Projektentwicklung übernommen. Im zweiten Halbjahr 2026 könnten erste Baumaßnahmen starten.

Seit 2020 läuft das Verfahren für eine Neubebauung des Emil-Adolff-Areals. Getan hat sich seither aber wenig. Nun scheint endlic
Seit 2020 läuft das Verfahren für eine Neubebauung des Emil-Adolff-Areals. Getan hat sich seither aber wenig. Nun scheint endlich Bewegung ins Projekt zu kommen. Foto: Steffen Schanz
Seit 2020 läuft das Verfahren für eine Neubebauung des Emil-Adolff-Areals. Getan hat sich seither aber wenig. Nun scheint endlich Bewegung ins Projekt zu kommen.
Foto: Steffen Schanz

REUTLINGEN. Nach langem Stillstand kommt wieder Bewegung in den Bebauungsplan »Emil-Adolff-Straße/Schieferstraße«. Das Verfahren läuft seit 2020, seitens der Stadt war der Weg fast schon frei für das viel gelobte Projekt: Das Ex-Bauhaus weicht einem zweigeschossigen Neubau, Edeka und Lidl wechseln die Seite und der Sportartikelhersteller Decathlon übernimmt die Ladenfläche des E-Centers. Fehlte nur noch der Startschuss des Eigentümers des Areals, der HGS Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft. Doch der blieb aus. Inzwischen hat Edeka die Projektentwicklung übernommen. Jetzt scheint es wieder voranzugehen.

Positive Resonanz

Vor Weihnachten wurde von den Edeka-Architekten in einer nicht öffentlichen Sitzung des Bauausschusses ein »tragfähiges Entwicklungskonzept« vorgestellt, lässt Stadtplanungsamtschef Stefan Dvorak auf GEA-Nachfrage wissen. Die Resonanz im Gremium sei durchweg positiv gewesen, sodass man davon ausgehe, spätestens im zweiten Quartal 2026 den Bebauungsplan erneut auslegen und danach als Satzung beschließen zu können. »Ersten Baumaßnahmen stünden damit im zweiten Halbjahr 2026 nichts Gravierendes mehr entgegen«, so Dvorak. Will heißen: Baurechtlich wäre der Weg frei für Projektträger und Eigentümer, die Stadt beziehungsweise der Gemeinderat hätten ihren Part erledigt. Wie zu hören ist, soll das Ex-Bauhaus im Frühjahr abgerissen werden.

Ziegelfassade soll bleiben

Dass das Stadtparlament den Bebauungsplan durchwinkt, dürfte sicher sein. Schon beim Aufstellungsbeschluss im Frühjahr 2020 gab es durch die Bank positive Reaktionen auf die geplante Neuordnung des Areals an der Emil-Adolff-Straße. Auch vom Ergebnis des parallel und etwas holprig gelaufenen städtebaulichen Ideenwettbewerbs waren die Räte höchst angetan.

Das Konzept sieht, wie mehrfach berichtet, eine »Stapellösung« vor, also einen zweigeschossigen Neubau mit Parkplätzen auf der unteren Etage und drüber die Verkaufsflächen von Edeka und Lidl, die mit Rolltreppen oder Aufzügen zu erreichen sind. Die markante Ziegelfassade, darauf legte das Gremium Wert, sollte erhalten bleiben. 2022 beschloss der Gemeinderat das »Entwicklungskonzept Emil-Adolff-Straße« - einstimmig, voll des Lobes und erleichtert darüber, dass das Projekt nach zwei Jahren endlich wieder Fahrt aufnimmt.

Vergebliches Warten auf grünes Licht

Doch es sollte anders kommen. Der Auslegungsbeschluss war wenig später fertig, es hätte also zügig weitergehen können im Verfahren. Man warte, so Stefan Dvorak 2023 im GEA-Interview, nur auf grünes Licht des Vorhabenträgers, also der HGS. Doch die Eigentümergesellschaft trat auf die Bremse, nichts passierte. Frühjahr 2023 Abriss, Ende 2025 Fertigstellung des Neubaus: der vom langjährigen Geschäftsführer Stefan Ulmer kommunizierte Zeitplan geriet zur Makulatur. Ulmer hatte das Projekt maßgeblich vorangetrieben, war da aber schon nicht mehr bei der HGS beschäftigt. Er war es auch, der die Alte Papierfabrik mit dem Fitnessstudio xtrafit, Multicycle, Kölle-Zoo, Kletterhalle und Rofu- Kinderland entwickelt und realisiert hatte.

Trotz des Stillstands beteuerte die Stadtverwaltung immer wieder, zum »sehr guten« Konzept zu stehen. Für die Reutlinger stellte sich die spannende Frage, ob das auch Decathlon tut – erst recht, als sich mit den frei gewordenen Kaufhaus- und Breuninger Immobilien zwei interessante Alternativen auftaten. Man konzentriere sich auf das »ursprüngliche Vorhaben in der Emil-Adolff-Straße«, ließ eine Unternehmenssprecherin 2024 auf GEA-Anfrage wissen, weil man hier »wichtige Standortfaktoren« erfüllt sehe. Allerdings blieb ein Hintertürchen offen: Decathlon müsse »flexibel auf sich verändernde Gegebenheiten« reagieren, hieß es weiter. Ziel sei es, den »sportbegeisterten Menschen in der Region eine Decathlon-Filiale« anzubieten.

Keine Auskunft zum Standort

Inzwischen dringt nicht mehr viel zum Thema Emil-Adolff-Areal an die Öffentlichkeit. Bekannt ist nur, dass mittlerweile nicht mehr die HGS, sondern Edeka die Regie beim Projekt hat. Das Konzept, das dem Ratsausschuss in seiner Dezember-Sitzung vorgestellt wurde, habe Edeka in enger Abstimmung mit der Grundstückseigentümerin »bezüglich der Funktionalität und des Erscheinungsbilds des Gebäudes« erarbeitet, so Stefan Dvorak. Das Grundkonzept soll bestehen bleiben, Änderungen gibt es wohl nur bei Details.

Die privaten Akteure geben sich zugeknöpft. Man äußere sich nicht zu einzelnen Standorten, so ein Edeka-Pressesprecher im Oktober gegenüber dem GEA, der nach einer Anfrage im Gemeinderat nachgehakt hatte. Ähnlich die Auskunft von Decathlon. Reutlingen sei für das Unternehmen weiterhin ein »sehr attraktiver Standort« und man halte am »grundsätzlichen Vorhaben fest, uns dort anzusiedeln«, lässt ein Unternehmenssprecher wissen. Und weiter: »Wir stehen dazu mit allen relevanten Parteien in einem konstruktiven Austausch. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir zum aktuellen Sachstand des Projekts noch keine weiteren Details mitteilen können.« (GEA)