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Bürgerinitiative "Keine Dietwegtrasse: Verkehr müsste neu gedacht werden

Bürgerinitiative »Keine Dietwegtrasse« zu den Ergebnissen des Wettbewerbs »RT-Unlimited«

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30 000 Reutlinger leben innerhalb eines Gebiets mit 1 000 Meter Abstand zur Dietwegtrasse. Das soll eine Grafik des BUND verdeutlichen. Foto: BUND
30 000 Reutlinger leben innerhalb eines Gebiets mit 1 000 Meter Abstand zur Dietwegtrasse. Das soll eine Grafik des BUND verdeutlichen.
Foto: BUND

REUTLINGEN. Die Bürgerinitiative »Keine Dietwegtrasse« sieht Neuigkeiten zur geplanten Weiterführung der Reutlinger Ortsumfahrung in den Gebieten In Laisen und Auf Wies. Vor Kurzem wurde der verkehrsplanerische und städtebauliche Ideenwettbewerb zu »RT-Unlimited«, dem neuen Industriegebiet auf dem ehemaligen Betz-Gelände, abgeschlossen (der GEA berichtete).

Die BI hat die ausführlichen Ergebnisse, die auf der städtischen Website veröffentlicht sind, analysiert, weil Teil des Wettbewerbs auch die Anbindung an das überörtliche Straßennetz war.

Bilanz der Trassenkritiker: Es werde deutlich, welche Schwierigkeiten es bei der Umsetzung der Trasse geben werde. Im erstplatzierten Entwurf verlaufe die Trasse im Industriegebiet als Allee mit zahlreichen Kreuzungen, kaum größer dimensioniert als eine Anwohnerstraße. Die BI bezweifelt, dass diese Variante realistisch ist, bei einer prognostizierten Verkehrsdichte von 22 000 Fahrzeugen pro Tag mit viel Schwerlastverkehr.

Realistischer erscheine die Variante, die den zweiten Preis gewonnen hat und die altbekannte 300 Meter lange Brücke vor Sondelfingen enthält. Eine solche Brücke wird auch bei der Umweltverträglichkeitsprüfung durch das Regierungspräsidium untersucht. Die BI sieht neben der zu erwartenden erheblichen Lärmbelastung vor allem das Problem, dass der Ortsteil Sondelfingen durch die Brücke »optisch und psychologisch« von Reutlingen und der geplanten Stadtbahnhaltestelle abgeschnitten wird – insbesondere für Fußgänger und Radfahrer.

In der dritten Variante (Anerkennung) wird die Fernstraße komplett tiefergelegt und unter den Gleisen vor Sondelfingen durchgeführt.

Verkehrsplanerisch ein Fossil

Anhand dieser Variante werde besonders deutlich, wie hoch der Platzbedarf samt Auf- und Abfahrten ausfallen wird und wie nahe die Trasse am Wohn-/ Gewerbemischgebiet »Auf Wies« vorbeiläuft.

Die BI fragt sich: Wie soll eine solch aufwendige Variante finanziell realisiert werden angesichts der knappen kommunalen Finanzmittel? Städtische Anschlussknoten müssten nämlich von der Stadt Reutlingen bezahlt werden. Die BI kritisiert, dass die Dietwegtrasse im Wettbewerb von der Stadtverwaltung als alternativlos definiert wurde, obwohl das Industriegebiet In Laisen über den Efeu-knoten bereits hervorragend angebunden ist.

Im innovativen und ökologisch korrekten Industriegebiet sollten »Verkehrsströme neu gedacht werden«, allerdings bestehe das Rückgrat des Quartiers dann aus einem über 50 Jahre alten verkehrsplanerischen Fossil. »Gesunde Mobilität« werde im Siegerentwurf versprochen: Aus Sicht der Bürgerinitiative bezahlen aber in erster Linie Tausende von Anwohner der Trasse den Preis für diese Mobilität – mit ihrer Gesundheit.

Die Entwürfe sind auf der Homepage der Stadt Reutlingen abrufbar. (eg/GEA)

 

www.reutlingen.de/ Preisgericht-RT-unlimited