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Rallye für Familien in Engstingen

Daniela Halder und Tanja Hess vom TSV Kleinengstingen haben eine besondere Rallye für Familien ausgeheckt

Die fünfjährige Emma, ihr Bruder Ben (6 Jahre) und Mama Bettina Geist suchen auf der Karte den Weg. FOTOS: LEIPPERT
Die fünfjährige Emma, ihr Bruder Ben (6 Jahre) und Mama Bettina Geist suchen auf der Karte den Weg. FOTOS: LEIPPERT Foto: Ottmar Leippert
Die fünfjährige Emma, ihr Bruder Ben (6 Jahre) und Mama Bettina Geist suchen auf der Karte den Weg. FOTOS: LEIPPERT
Foto: Ottmar Leippert

ENGSTINGEN. Schulfreie Zeit. Wohl oder übel. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Osterferien für viele Kinder und Jugendliche dank der derzeitigen Schließungen von Kindergärten und Schulen deutlich verlängert worden sind. Dass zudem Vereine dem Nachwuchs zurzeit keine Angebote offerieren dürfen, sämtliche sportliche Aktivitäten in Turnhallen oder auf Sportplätzen untersagt sind, kommt erschwerend hinzu.

Durchaus also eine schwierige Zeit für Eltern, die ihre Sprösslinge nun jeden Tag und rund um die Uhr selbst betreuen und unterhalten müssen. Daniela Halder und Tanja Heß, beide Mütter von Kids im Teenageralter, wissen um diese Nöte aus eigener Erfahrung. So kam den zwei aktiven Sportlerinnen des TSV Kleinengstingen eine Idee. »Wir haben uns eine Rallye überlegt, bei der die Teilnehmer nicht nur die Gegend kennenlernen können, sondern auch einige Anlaufstellen des Vereins sehen werden«, erklärt Halder, die zudem als Leichtathletik-Abteilungsleiterin fungiert.

Der von Tanja Heß und Daniela Halder gestaltete Plan zeigt den richtigen Weg.
Der von Tanja Heß und Daniela Halder gestaltete Plan zeigt den richtigen Weg. Foto: Ottmar Leippert
Der von Tanja Heß und Daniela Halder gestaltete Plan zeigt den richtigen Weg.
Foto: Ottmar Leippert

Die Strecke ist etwa 6,5 Kilometer lang, kann zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad absolviert werden, überwindet 160 Höhemeter, dauert je nach persönlicher Einteilung rund eineinhalb bis zwei Stunden und hält einige Überraschungen parat. »Eigentlich wollten wir nur einen Text für unsere Vereinszeitung beitragen«, erinnern sich die beiden und lachen über den Entstehungsprozess bis zur fertigen Rallye. Denn die Suche nach einem Inhalt erwies sich mangels Veranstaltungen als ziemlich kniffelig und wurde so schnell wieder eingestellt. Als Nächstes kam den beiden die Idee für eine Wanderung mit der Erwachsenen-Walkinggruppe, vielleicht sogar in Verbindung mit einem Rätsel. Doch auch diese Überlegung wurde wieder verworfen.

Überraschung am Ziel

»Aus Jux und Dollerei habe ich dann einfach mal zwei Dosen versteckt«, schmunzelt Halder. Und das, ohne überhaupt zu wissen, wozu diese dienen oder womit sie denn bestückt werden sollten. »Aber wir wollten etwas machen, das mit dem Verein zu tun hat«, bekräftigt die Abteilungsleiterin. Weil sie in ihren Gesprächen mehrfach die Schwierigkeit für elterliche Rundumbetreuung kleinerer Kinder streiften, kam ihnen plötzlich die Eingebung. »Wir loten eine interessante Strecke aus, die ältere ortskundige Kinder wie Dritt- und Viertklässler vielleicht sogar alleine, Kindergartenkinder eben in Begleitung ihrer Eltern oder älteren Geschwistern bewältigen können.«

Und schon ging’s los. Daniela Halder und Tanja Heß suchten die Etappe aus, gestalteten eine Karte und unterlegten die Wegbeschreibung mit einigen Fotos von markanten Punkten oder Orten zur Orientierung im Gelände. »Das haben wir sogar ohne Hilfe hingekriegt, obwohl das gar nicht so ohne war«, witzelt Heß. Halders 75-jähriger Vater wurde als »Versuchskaninchen« engagiert. »Er hat den Streckenplan und die Beschreibung auf mögliche Fehler getestet«, freuen sich die zwei über diese Unterstützung.

Tanja Heß (links) und Daniela Halder nutzten das tolle Sommerwetter zur Ausarbeitung ihrer Rallye.
Tanja Heß (links) und Daniela Halder nutzten das tolle Sommerwetter zur Ausarbeitung ihrer Rallye. Foto: Ottmar Leippert
Tanja Heß (links) und Daniela Halder nutzten das tolle Sommerwetter zur Ausarbeitung ihrer Rallye.
Foto: Ottmar Leippert

Nun wird die Rallye auf der Homepage des TSV Kleinengstingen eingestellt, an Abteilungsleiter versandt oder auch Rektoren der örtlichen Schulen bekannt gegeben. Start und Ziel der Tour ist die Grundschule in Kleinengstingen. Mithilfe der Karte, die sogar mittels Handy eingesehen werden kann, und einer genauen Wegbeschreibung sollte das Ziel, an dem eine kleine Überraschung auf die Teilnehmer wartet, ohne Probleme gefunden werden. Jeder kann sich auf den Weg machen, wann er Lust hat, auch die Geschwindigkeit ist jedem selbst überlassen.

»Wichtig ist auf jeden Fall, dass alle die derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen einhalten, auch soll auf die Gesetze der Natur geachtet werden«, betonen die zwei Initiatorinnen. So dürfe etwa keinesfalls quer über Wiesen gegangen werden, die Teilnehmer sollten unbedingt auf den Wegen bleiben. Feste Schuhe seien wichtig, gerne dürften Getränke und ein Imbiss für ein Vesper oder Picknick mitgenommen werden. »Es soll einfach ein gemütlicher Ausflug für alle werden, wobei wir ein paar für Kinder abenteuerliche Aspekte eingebaut haben«, hoffen Halder und Heß, dass möglichst viele Teilnehmer ihren Spaß an der Rallye haben werden und eventuell andere Vereine einen Anreiz für eine ähnliche Freizeitgestaltung bekommen.

»Von den Erlebnissen der Einzelnen können wir ja dann den zuerst vorgesehenen Bericht für die Vereinszeitung schreiben«, meinen die beiden Initiatorinnen lachend. (GEA)

www.tsvkleinengstingen.de