Logo
Aktuell Bauwerk

Gründerzeit-Villa: Haus Schaich am Pfullinger Elisenweg wird abgerissen

So präsentierte sich die Villa Schaich noch vor wenigen Tagen. Inzwischen haben die Abrissbagger ganze Arbeit geleistet, vom Hau
So präsentierte sich die Villa Schaich noch vor wenigen Tagen. Inzwischen haben die Abrissbagger ganze Arbeit geleistet, vom Haus ist nicht mehr viel übrig. FOTOS: SCHÖBEL/SAUTTER Foto: Petra Schöbel
So präsentierte sich die Villa Schaich noch vor wenigen Tagen. Inzwischen haben die Abrissbagger ganze Arbeit geleistet, vom Haus ist nicht mehr viel übrig. FOTOS: SCHÖBEL/SAUTTER
Foto: Petra Schöbel

PFULLINGEN. Erneut muss eine Pfullinger Villa aus dem frühen 20. Jahrhundert einem neuen Wohnbauprojekt weichen: Das Haus Schaich am oberen Ende des Elisenwegs gelegen, wird derzeit abgerissen. Was dort entstehen wird, ist noch nicht öffentlich bekannt. Stadtarchivar Steffen Spiller hat aber bereits recherchiert und herausgefunden, dass der Ursprung des Hauses im Jahr 1913 liegt, als sich der »Oberpfleger« Johannes Traub (1878 bis 1952) damals noch unter der Anschrift »Vor dem Ursulaberg 1« ein Wohnhaus errichten ließ. In welchen Bereich er als Oberpfleger tätig war, ließ sich nicht ermitteln.

1916 wurde das Gebäude baulich verbessert. Nach dem 1. Weltkrieg, um 1919, ging es an Jacob Schaich über, Direktor der Baumwollspinnerei und -weberei G. M. Eisenlohr, vermutlich in Dettingen. Im Besitz von Schaich wurde das Gebäude laut einem Schätzungsprotokoll der Brandversicherung »1919 baulich vollendet« und Mitte der 1920er-Jahre umgebaut. Später bewohnte Schaichs Sohn Heinz, Kaufmann und Textilingenieur, die Villa im Elisenweg 44, seine Frau war die bis zuletzt dort lebende Gisela Schaich.

Spiller hat das Haus vor einigen Wochen zu Dokumentationszwecken besichtigt und teilt mit, dass es von außen zwar villenartig wirkte, wozu sicher das große, bis vor einiger Zeit parkartig angelegte Grundstück beigetragen hat. Im Inneren habe es jedoch nicht einer »herrschaftlichen« Villa entsprochen. »Die Räumlichkeiten waren eher klein und das Ganze sehr verbaut ohne aufwendige Bauelemente wie Stuckdecken oder Vertäfelungen wie man sie etwa aus der Villa Laiblin kennt.«

Anwohner des Elisenwegs hatten schon vor einigen Wochen den Verlust des parkartigen Gartens beklagt, der mit seinen Büschen und Bäumen für viele Vögel und andere Tiere ein Refugium gewesen war. (ps)

 

Foto: Uwe Sautter
Foto: Uwe Sautter